Nach dem Zwangsabstieg: So geht es beim TSV 1860 weiter

Eine Woche ist es her, dass der TSV 1860 München zum zweiten Mal nach 2017 den Zwangsabstieg in die Regionalliga hinnehmen musste. Wie es bei den Löwen nun weitergeht.

Ismaik sorgt weiter für Aufsehen

Struktur & Finanzen: Nach dem gekündigten Kooperationsvertrag mit Hasan Ismaik liegt das Spielrecht nun wieder beim e.V., der auch bereits die Lizenz für die Regionalliga erhalten hat. Die KGaA, an der Ismaik 60 Prozent der Anteile hält, existiert weiterhin, ist allerdings von der Insolvenz bedroht. Ob Ismaik diese verhindern wird? Andernfalls wären seine Anteile endgültig wertlos. Das Agieren des Jordaniers wirft jedoch Fragen auf.

Einerseits hatte er die Bereitstellung der für die Drittliga-Zulassung notwendigen 2,7 Millionen Euro verweigert und anschließend zudem erklärt, die KGaA nicht vor der Insolvenz retten zu wollen. Andererseits hat er über seinen Anwalt Peter Gauweiler bereits Einspruch gegen die Kündigung des Kooperationsvertrags eingelegt und zudem angekündigt, gegen die Nichterteilung der Zulassung vorgehen zu wollen.

Bei der Mitgliederversammlung am 21. Juni soll nun die Gründung einer GmbH für den Betrieb des Profifußballs beim TSV 1860 München beschlossen werden. Im Raum steht, dass Hauptsponsor "Die Bayerische" dann wieder zurückkehrt, nachdem das Unternehmen unmittelbar nach dem Zwangsabstieg von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht hatte. Indes haben Fans bereits 100.000 Euro an Spenden gesammelt.

Trainer: Dass Markus Kauczinski den Weg in die Regionalliga mitgehen wird, gilt als unwahrscheinlich. Zumal sein Vertrag durch den Zwangsabstieg keine Gültigkeit mehr hat. Im Raum steht, dass U21-Coach Alper Kayabunar, der gerade die Meisterschaft in der Bayernliga gefeiert hat, den Trainerposten bei den Profis übernehmen wird. Zumal der 40-Jährige bereits über Erfahrung in der Regionalliga verfügt.

Derzeit noch ohne Spieler

Kader: Das Gesicht der Mannschaft wird sich grundlegend verändern. Nicht nur, dass nach dem Zwangsabstieg nur noch acht Spieler – laut der "Abendzeitung" sind das unter anderem Paul Bachmann, Lasse Faßmann, Loris Husic, Damjan Dordan, Samuel Althaus, Emre Erdogan und Xaver Kiefersauer – über einen gültigen Vertrag verfügen. Die Arbeitspapiere wurden alle mit der KGaA geschlossen, die jedoch faktisch nicht mehr handlungsfähig ist. Formal verfügt die künftige Regionalliga-Mannschaft derzeit somit über keinen einzigen Vertrag.

Florian Niederlechner und Tunay Deniz haben aber bereits angekündigt, bleiben zu wollen. Top-Torjäger Sigurd Haugen, der vor einem Wechsel zum 1. FC Nürnberg steht, und Sean Dulic werden dagegen nicht zu halten sein. Präsident Gernot Mang sagte im "BR" aber: "Ich bin mir sicher, dass wir zu Beginn der Regionalliga auch eine schlagkräftige Truppe haben werden."

Stadion: Genau wie die Spielerverträge liegt auch der Mietvertrag für das Grünwalder Stadion bei der KGaA. Es muss somit ein neuer Vertrag mit der Stadt ausgehandelt werden, was aber kein Problem werden dürfte. Schwieriger gestaltet sich da schon die Frage nach dem Markenrecht, etwa im Hinblick auf die Verwendung des Logos. Denn auch die Markenrechte liegen bei der KGaA. Mang zeigte sich aber zuversichtlich, dass 1860 auch weiterhin mit dem Löwen auf der Brust und in den Farben weiß und blau spielen werde.

Zeitplanung: Bereits Ende Juli rollt in der Regionalliga Bayern der Ball, viele der künftigen Konkurrenten beginnen bereits in den kommenden Tagen mit der Vorbereitung. Wann es bei den Löwen losgeht, ist noch offen. Ebenfalls unklar ist, ob das für Mitte Juli geplante Trainingslager wie geplant stattfindet. Der entsprechende Artikel auf der 1860-Homepage ist bereits gelöscht.

   

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