"Kann keine Lösung sein": Ismaik will 1860 nicht vor Insolvenz retten

Nach dem Verlust der Drittliga-Lizenz steht der TSV 1860 München vor der nächsten Hiobsbotschaft: Investor Hasan Ismaik wird nach eigenen Angaben keine weiteren Gelder bereitstellen, um eine mögliche Insolvenz der Profifußball-KGaA abzuwenden.

Ismaik hält an Verkaufsabsichten fest

In einem Statement gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" machte der Jordanier deutlich, dass er nicht bereit sei, erneut kurzfristig finanzielle Lücken zu schließen. "Ich glaube, mittlerweile ist allen klar, dass es keine Lösung sein kann, Jahr für Jahr einfach nur neues Geld zur Verfügung zu stellen", erklärte Ismaik. Damit wächst die Unsicherheit rund um die wirtschaftliche Zukunft der Löwen weiter.

Bereits nach dem Verlust der Drittliga-Lizenz hatte Hauptsponsor "Die Bayerische" seinen Ausstieg bekanntgegeben, wodurch eine weitere Millionen-Summe im Etat für die kommende Saison fehlt. Gleichzeitig soll der Verein kurzfristig einen zusätzlichen Finanzbedarf von rund einer Million Euro haben, wie die "Bild" berichtet. Für Ismaik liegt die zentrale Frage allerdings nicht in einer weiteren Finanzspritze. "Die eigentliche Frage ist, wie der Verein eine stabile Zukunft aufbauen will, die nicht jede Saison von Notfallfinanzierungen abhängig ist", sagte der Investor. Zwar wünsche er dem TSV 1860 "nichts Böses" und hoffe, "dass der Verein diese schwierige Zeit übersteht und einen nachhaltigen Weg in die Zukunft findet".

Die Verantwortung für die weitere Entwicklung sieht er jedoch bei den Entscheidungsträgern des Klubs. "Die Frage, wie eine Insolvenz vermieden werden kann, lässt sich nicht von einer Person allein beantworten", betonte Ismaik. Zugleich stellte der 48-Jährige klar, dass sich an seinen Verkaufsabsichten nichts geändert habe. "Meine Haltung bezüglich des Verkaufs meiner Anteile bleibt unverändert." Klar ist allerdings: Sollte es tatsächlich zur Insolvenz der KGaA kommen, wären Ismaiks Anteile endgültig wertlos.

Es braucht neue Finanzierungsquellen

Wie es bei den Löwen weitergeht, ist derzeit offen. Die Geschäftsführung der Profifußball-KGaA arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit Insolvenzexperten zusammen. Gleichzeitig müssen neue Finanzierungsquellen erschlossen werden, um den Spielbetrieb in der Regionalliga Bayern, der auch im Falle einer Insolvenz aufrechterhalten werden soll, sicherzustellen. Neben den sportlichen Folgen des Zwangsabstiegs drohen dem Verein weitere finanzielle Belastungen.

Durch den Wegfall von Einnahmen aus der 3. Liga und den Rückzug von Sponsoren verschärft sich die ohnehin angespannte Lage zusätzlich. Sollten die Fans ihre bereits gekauften Dauerkarten kündigen, würde es weitere Gelder benötigen. Auch deshalb dürften die kommenden Wochen richtungsweisend für die Zukunft der Löwen werden. Die "SZ" spekuliert bereits, dass der Stammverein die Gelegenheit nutzen könnte, um den Kooperationsvertrag mit Ismaik zu kündigen.

   

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