1860 München: Ismaik rudert bei Debatte um Vorkaufsrecht zurück

Nachdem 1860-Investor Hasan Ismaik seine künftige finanzielle Unterstützung zuletzt an "sieben sehr relevante Bedingungen" geknüpft hatte, ruderte er bei der brisantesten Forderung nun zurück.

Rechte des e.V. sollten erhalten bleiben

Konkret geht es um die sogenannte "Exit-Unterstützung", die das Vorkaufsrecht des e.V. bei künftigen Anteilsverkäufen betreffen würde. Laut Ismaiks Firma HAM sollte künftig kein weiteres Vorkaufsrechtsverfahren mehr notwendig sein, sofern dieses Recht bereits einmal ordnungsgemäß ausgeübt worden sei. Damit würde der Stammverein faktisch auf sein bisheriges Mitspracherecht bei einem möglichen Anteilsverkauf verzichten.

Das Vorkaufsrecht gilt als wichtiger Bestandteil des Kooperationsvertrags zwischen Investor und Verein. Es ermöglicht dem e.V., bei einem Verkauf der Anteile unter bestimmten Voraussetzungen einen alternativen Käufer ins Rennen zu schicken. Ismaik widersprach dieser Darstellung nun jedoch ausdrücklich. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" betonte der Investor, man fordere "nicht den Verzicht auf Vorerwerbs- und/oder Vorkaufsrechte". Sämtliche Rechte des e.V. sollten erhalten bleiben. Damit steht die aktuelle Aussage des Investors zumindest teilweise im Widerspruch zu den Formulierungen im Schreiben seiner Unternehmensgruppe.

Andere Forderungen bleiben bestehen

An seinen Forderungen nach strukturellen Veränderungen hält Ismaik dagegen fest. Der Verein brauche "mehr als nur eine neue Finanzierung", erklärte der 48-Jährige. Stattdessen fordert er unter anderem eine Restrukturierung, klare Finanzkontrollen, Compliance-Strukturen sowie modernere Führungs- und Managementprozesse. Während die Gespräche zwischen den Beteiligten weiterlaufen, bleibt damit offen, welche Rolle das Vorkaufsrecht tatsächlich bei den Verhandlungen um eine neue Finanzierung und einen möglichen späteren Anteilsverkauf spielt.

Gleichzeitig wächst der Zeitdruck für den Verein, der den geforderten Liquiditätsnachweis für die kommende Saison fristgerecht erbringen muss. Die Hoffnung, dass Ismaik die benötigte Summe von 2,7 Millionen Euro fristgerecht bis zum 3. Juni zur Verfügung stellen wird, hatte er in einem Statement am Donnerstag allerdings gedämpft.

   

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