Wieder Badjie! VfL schlägt Cottbus und macht großen Schritt
Im Aufstiegsrennen hat der VfL Osnabrück einen großen Schritt Richtung 2. Bundesliga gemacht. Wie bereits im Hinspiel entschied Badjie das Duell mit Energie Cottbus, der nur in die Partie kam, weil sich Kehl nach einem Pressschlag verletzt hatte. Mit dem Sieg hat der VfL Osnabrück sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, auf dem weiterhin der FCE steht.
Viele Zweikämpfe, wenige Chancen
Für das Topspiel am 33. Spieltag bedarf es nur weniger Worte: Erster gegen Dritter. Die Ausgangslage ist klar: Osnabrück will Rot-Weiss Essen und Energie Cottbus auf Distanz halten, die Lausitzer wiederum den Relegationsrang festigen und den Druck auf die Teams davor erhöhen. Die Lila-Weißen kassierten unter der Woche beim 0:1 gegen den MSV Duisburg ihre erste Niederlage im Jahr 2026. Cottbus hingegen reiste mit Rückenwind an die Bremer Brücke, hatte zuletzt den TSV 1860 München mit 3:0 geschlagen. Im Vergleich dazu veränderte Wollitz seine Startelf auf drei Positionen: Hannemann, Boziaris und Michelbrink rotierten heraus, Butler, Moustafa und Rorig rückten neu ins Team. Auch Osnabrücks Coach nahm drei Anpassungen vor: Karademir, Kopacz und Christensen begannen für Fabinski, Badjie und Lesueur.
Man merkte beiden Mannschaften die Anspannung an. Die Gastgeber starteten etwas besser, doch Cottbus fand schnell Zugriff und setzte erste Akzente: Nach einer Freistoßflanke setzte sich Engelhardt von Jacobsen ab, köpfte den Ball jedoch deutlich über das Tor (7.). Bitter für Osnabrück: Kehl konnte nach einem Presschlag nicht mehr weiterspielen, für ihn kam Badje auf das Feld – der Matchwinner des Hinspiels. Die Lila-Weißen waren weiterhin um Kontrolle bemüht, doch die Lausitzer bereiteten den Gastgebern durch ihr Gegenpressing Probleme und blieben weiterhin gefährlicher. Cigerci eroberte den Ball, zog aus rund 17 Metern ab und zwang Jonsson mit einem tückischen Aufsetzer zu einer starken Parade (16.).
Mit zunehmender Spieldauer wurde es zu einem Duell auf Augenhöhe, in dem den Lila-Weißen das nötige Glück noch fehlte: Kammerbauer setzte Meißner in Szene, doch die Fahne ging hoch. Meißner wäre frei durch gewesen und stand wohl nicht im Abseits (23.). Die Partie blieb intensiv und von vielen Zweikämpfen geprägt – Osnabrück kam in der Schlussphase immer besser in die Partie: Badjie sorgte erst mit seinem Solo, dann mit seinem Schlenzer wieder für Gefahr – sein Schuss ging aber knapp am Winkel vorbei (33.). Oftmals fehlte es beiden Teams am letzten Pass. Sinnbildlich: Cottbus hatte einen aussichtsreichen Konter in Überzahl, doch der Pass auf Cigerci geriet etwas zu steil (45.+1).
Osnabrück bestraft Cottbuser Nachlässigkeit
Um mehr aus diesen Angriffen herauszuholen, wechselte Wollitz zur Pause zweimal: Hannemann und Boziaris kamen für Butler und Moustfa. Osnabrück kam personell unverändert aus der Kabine und knüpfte an die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit an – und erwischte Cottbus auf dem falschen Fuß. Auf der linken Außenbahn hatte Christensen zu viel Platz. Seine flache Hereingabe fand im Rückraum Badije, der unbedrängt ins untere Eck einschob (50.). Der Treffer zeigte Wirkung, der VfL setzte sich in der Hälfte des Gegners fest.
Nach kurzer Anlaufphase wurde Cottbus offensiv wieder gefährlicher, große Torchancen fehlten aber weiterhin: Die Gastgeber verteidigten konsequent und oftmals im letzten Moment. So gab es die beste Chance im zweiten Durchgang für Cottbus nach einer Ecke. Jonsson kam etwas zu später, vor ihm touchierte Manu den Ball mit dem Kopf Richtung zweiter Pfosten – der Ball ging knapp vorbei (69.). Mit zunehmender Spieldauer konzentrierte sich Osnabrück auf das Verteidigen und lauerte auf Kontersituationen. Cottbus hatte viel Ballbesitz, fand jedoch kein Durchkommen. Bezeichnend: Rorig fasste sich aus der zweiten Reihe ein Herz – sein Schuss flog jedoch in die zweite Etage (79.). Auf der Gegenseite hatte Henning die Entscheidung auf dem Fuß. Aus spitzem Winkel scheiterte er jedoch an Funk (90.+5). Es blieb beim knappen 1:0.
Durch den sechsten Heimsieg in Folge vergrößert der VfL Osnabrück den Abstand auf Energie Cottbus auf sieben Punkte. Die Lausitzer bleiben zwar Dritter, doch der Abstand auf die Verfolger ist hauchdünn. Der MSV Duisburg ist durch den gestrigen Sieg punktgleich – Hansa Rostock nach seinem 5:1 über den SSV Ulm 1846 auf einen Punkt herangerückt. Kommende Woche empfängt Cottbus den Tabellenzweiten aus Essen. Die Lila-Weißen reisen nach Ingolstadt.