RWE und MSV mit deutlichen Siegen – Havelse schockt Saarbrücken
Der Kampf um den Aufstieg spitzt sich weiter zu: Sowohl der MSV Duisburg als auch Rot-Weiss Essen konnten am Samstagnachmittag wichtige Siege einfahren. Die Zebras gewannen deutlich mit 4:1 in Mannheim – RWE durch zwei späte Tore mit demselben Ergebnis gegen den FC Ingolstadt. Im Tabellenkeller schöpft der TSV Havelse weiter Hoffnung: 2:0 gewannen die Niedersachsen im direkten Duell mit dem 1. FC Saarbrücken. Alemannia Aachen feierte den sechsten Sieg im siebten Spiel (3:1 gegen VfB Stuttgart II), Viktoria Köln machte den Klassenerhalt mit einem 2:1 über den SV Wehen Wiesbaden perfekt.
Mannheim 1:4 Duisburg: Zebras holten ersten Auswärtssieg seit Januar
Vor der Partie gab es für den SV Waldhof Mannheim einiges zu feiern. Zum einen den 119. Geburtstag des Vereins, zum anderen verlängerte Terrence Boyd um ein weiteres Jahr. Doch die fröhliche Stimmung der Waldhöfer wurde vom MSV Duisburg jäh unterbrochen: Lobinger steckte auf Bitter durch, der im Fallen den Ball nach vorn spielen konnte. Dort lauerte Kother, der zuerst Nijhuis umkurvte und dann einschob (8.). Es dauerte etwas, bis Mannheim besser in die Partie kam. Nach 24 Minuten scheiterte Bierschenk mit seinem Flachschuss am MSV-Keeper. Den Versuch aus 14 Metern lenkte Braune um den Pfosten. Lange hielt diese Hoch-Phase des SVW nicht an – dann verteilten die Gastgeber zum Jahrestag noch ein Geschenk: Thill verlor als letzter Mann den Ball – Lobinger scheiterte zunächst am Pfosten, Kother nutzte den Abpraller (41.).
Lange musste Lobinger auf seinen Treffer jedoch nicht warten. Kurz nach Wiederanpfiff wurde der Stürmer von Krüger freigespielt und lupfte den Ball mit dem ersten Kontakt über Nijhuis ins Tor (47.). Den Treffer feierte er mit einem sehenswerten Salto. Nach knapp einer Stunde meldeten sich auch die Waldhöfer tormäßig an. Kaum eingewechselt, traf Lohkemper: Thill steckte in den Strafraum durch, wo der Angreifer aus halbrechter Position abzog. Braune war zwar noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend abwehren (61.). In der Folge wurde die Partie hektischer. Zunächst scheiterte Sussek mit einem geblockten Abschluss an Ba, wenig später verpasste Boyd per Direktabnahme den Anschluss nur knapp (67.). Die Entscheidung fiel in der 80. Minute: Töpken ließ Sechelmann im Strafraum ins Leere laufen und schob ins lange Eck ein. Durch den ersten Auswärtssieg seit Januar ist Duisburg vorerst punktgleich mit dem Dritten aus Cottbus, Mannheim fällt auf Platz elf.
Essen 4:1 Ingolstadt: Siebter Sieg in Folge für RWE
RWE wollte den siebten Sieg in Folge und einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg schaffen. Entsprechend schwungvoll kamen die Essener in die Partie und gingen nach 19 Minuten in Führung. Brumme fand mit einem langen Diagonalball Abiama, der durch seinen Haken zuerst Christensen stehenließ und dann platziert – und mithilfe des Innenpfostens – ins lange Eck traf (19.). Aufwind gab die Führung den Essenern nicht – im Gegenteil: Zuerst verpasste Costly das Tor, weil Golz seinen Hacken-Abschluss zur Ecke abwehren konnte (25.). Wenig später war er jedoch geschlagen: Eine Ecke wuchtete Maljojoki per Kopf ins Tor (28.). Nach dem Gegentreffer wurde Essen wieder stärker, vor allem Brumme hatte Chancen zur erneuten Führung. Gleich zweimal verfehlte er das Tor knapp (38./40.).
Auch nach der Pause kam Essen mit viel Offensivdrang aus der Kabine. Nach nur 44 Sekunden hatte Janssen die erste Chance, doch Antzoulas klärte auf der Linie. Kurz darauf wurde es kurios: Hofmann brachte den Ball aus dem Halbfeld in Richtung Tor, Eisele verschätzte sich – und die Hereingabe landete im Netz (47.). Essen blieb dran und kam nach rund einer Stunde zur Doppelchance: Müsel scheiterte aus kurzer Distanz an Eisele, der Nachschuss von Rios Alonso ging knapp über die Latte (60.). Auch Cuber Potocnik hatte kein Glück, als er eine Flanke von Abiama gegen die Laufrichtung des Torhüters an den Querbalken köpfte (78.). Mehr Glück hatte Gjasula: Nach einem Doppelpass zog der Verteidiger ab. Wohl wäre der Ball ins Aus gegangen, doch Antzoulas lenkte den Ball in die Maschen (90.+2). Nun funktionierte alles: Cuber Potocnik traf aus spitzem Winkel noch zum 4:1 (90.+5). Essen ist mit dem siebten Sieg in Serie vorerst punktgleich mit dem VfL Osnabrück, Ingolstadt verweilt nach der vierten Pleite in Folge auf Rang 14.
Havelse 2:0 Saarbrücken: FCS muss weiter bangen
Der letzte Strohhalm für den TSV Havelse? Mit einem Sieg könnte der Abstand auf acht Punkte verkürzt werden – gewinnt der 1. FC Saarbrücken, wären es erst mal 13 Zähler auf die TSG 1899 Hoffenheim II. Torgefahr strahlte in der Anfangsviertelstunde aber nur der FCS aus. Zuerst versuchte es Civeja aus der Distanz (7.), dann Brünker artistisch. Der Stürmer stürzte sich mit einem langen Bein in eine Hereingabe von Bretschneider. Auf der Linie reagierte Quindt geistesgegenwärtig (15.). Saarbrücken blieb die deutlich bessere Mannschaft im ersten Durchgang, konnte sich aber nicht belohnen. Havelse kam offensiv nicht zur Geltung.
Anders im zweiten Durchgang. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff brachte Sommer am zweiten Pfosten die Niedersachsen per Kopf in Führung (46.). Wenig später legte Havelse gar nach: Boujellab zog unbedrängt in Richtung Strafraum und spielte auf Paldino, der sehenswert ins Eck traf (51.). Trainer Giannikis reagierte mit Wechseln, unter anderem kam Baumann – und hatte direkt drei Chancen: Zunächst köpfte er knapp vorbei, dann verzog er aus guter Position (56./58.). Auch bei seiner dritten Möglichkeit blieb er glücklos, als er einen Abpraller aus kurzer Distanz über das Tor setzte (71.). Auch Multhaup und Pick konnten den FCS nicht heranbringen: Erst rettete Plume vor der Linie für seinen schon geschlagenen Torhüter (84.), dann rauschte der Abschluss von Pick knapp über die Latte (85.). Erstmalig konnte Havelse zwei Spiele in Folge gewinnen und den Abstand auf acht Punkte verkürzen. Der FCS hingegen blieb zum 14. Mal in Folge auswärts sieglos und muss weiter um den Klassenerhalt bangen.
Aachen 3:1 Stuttgart II: Sechster Sieg im siebten Spiel für Aachen
Mit sechs ungeschlagenen Spielen in Folge ist Aachen längst das Team der Stunde. Das stellte die Elf von Selimbegovic auch gegen den VfB Stuttgart II unter Beweis. Gindorf steckte mit einer cleveren Schussfinte auf Oehmichen durch, der sehenswert per Hacke Castelle bediente. Der Stürmer schob von der Strafraumkante zur Führung ein (9.). Mit derselben Art und Weise hätte Aachen beinahe das 2:0 erzielt. Dieses Mal legte Gindorf mit der Hacke auf Oehmichen, der aus kurzer Distanz an Hellstern scheiterte. Den Abpraller konnte Gindorf ebenfalls nicht im Tor unterbringen (26.). Dass es "nur" 0:1 stand, hätte der VfB beinahe bestraft: Zuerst köpfte Sankoh eine Hereingabe über das Tor (39.), dann scheiterte er nach einem Pass in die Tiefe an Pseftis (41.).
Die Schlussphase der ersten Hälfte setzte sich auch nach der Pause fort – diesmal mit Konsequenzen für Aachen. Sankoh spielte von der Grundlinie in die Mitte, wo Meyer aus kurzer Distanz unbedrängt einschob (48.). Die Partie drohte zu kippen, doch Aachen antwortete schnell: Wagner setzte sich im Strafraum durch und legte zurück auf Gindorf, der auf Schroers weiterleitete. Dieser traf mühelos zum Ausgleich (58.). Für die Entscheidung sorgte schließlich Wegmann, der eine Freistoßflanke per Kopf verwertete (72.). Aachen klettert durch den sechsten Sieg im siebten Spiel und den fünften Heimsieg in Serie über Nacht auf den siebten Platz – die Stuttgarter stagnieren auf Rang 13.
Köln 2:1 Wiesbaden: Doppelpack von Wolf entscheidet die Partie
Gegen den TSV Havelse musste der SV Wehen Wiesbaden einen herben Niederschlag einstecken (1:4). Bei Viktoria Köln taten sich die Hessen schwer – nach rund einer halben Stunde übernahm Köln die Kontrolle der Partie. Handle scheiterte noch an Torhüter Brdar (36.), danach folgte der Doppelschlag: Otto machte das Spiel schnell und bediente Wolf, der aus zehn Metern souverän blieb (41.). Drei Minuten später die gleiche Kombination mit demselben Ergebnis (44.).
In der zweiten Halbzeit kam Wiesbaden besser in die Partie und drückte auf den Anschluss. May zog auf 15 Metern einfach mal ab und verfehlte das Tor nur knapp (52.). Die Chancen wurden nach rund einer Stunde größer: Kölns Ronstadt sah nach einer Notbremse die Rote Karte (63.). In Überzahl kamen die Hessen zum 1:2. Einen von Boboy verursachten Handstrafstoß verwandelte Flotho sicher (71.). Zu weiteren gefährlichen Abschlüssen reichte es bei den Wiesbadenern aber nicht mehr. Für Köln ist mit 47 Punkten der Klassenerhalt sicher. Auf Rang zehn haben die Rheinländer nur noch einen Punkt Rückstand auf den SVWW, der zum vierten Mal in Serie als Verlierer vom Platz ging.