"Mental schwierig": Bär kämpft gegen Aues Abwärtsspirale

Immer wieder musste der FC Erzgebirge Aue Rückschläge verkraften – so auch jüngst beim 1:2 gegen den SV Waldhof Mannheim. Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt möchte Stürmer Marcel Bär nicht aufgeben. Wenngleich Spiele wie zuletzt schwierig zu verarbeiten sind.

Fokus auf das, was noch kommt

Das vergangene Wochenende hat die Situation beim FC Erzgebirge Aue treffend beschrieben. Eigentlich zeigten die Veilchen ein gutes Auswärtsspiel in Mannheim und führten zur Pause mit 1:0. Das Ergebnis hätte sogar höher ausfallen können – allen voran Marcel Bär vergab mehrere hochkarätige Chancen. Selbst nach dem Ausgleich kämpfte sich Aue zurück – ausgerechnet Bär traf zum vermeintlichen 2:1, das jedoch wegen Abseits nicht zählte. Statt eigener Führung gewann der Waldhof sogar noch kurz vor Schluss – durch ein irreguläres Tor.

Entsprechend schwer fiel es dem Stürmer, die Niederlage zu verarbeiten. "Es ist mental schwierig, das abzuhaken. Da braucht es schon ein paar Tage", sagte er der "Freien Presse". Dennoch müsse der Blick nach vorn gehen: "Im Endeffekt ist es im Leben so: Das Geschehene lässt sich nicht rückgängig machen, man muss nach vorn schauen. Es ist eine bittere Pille, die wir geschluckt haben. Aber wir haben noch Aufgaben vor uns. Darauf muss der Fokus liegen."

"Die Räder greifen zunehmend ineinander"

Rechnerisch ist für die Veilchen noch alles möglich. Neun Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer, auf dem derzeit der 1. FC Saarbrücken ist. Bei noch acht ausstehenden Spielen – also 24 zu vergebenden Punkten – ist die Trendwende noch zu schaffen. Allerdings muss Aue zeitig den Anfang machen. Am 4. April steht das Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim II an – so etwas wie der letzte Strohhalm. Schließlich stecken auch die Kraichgauer ebenfalls im Kampf um den Klassenerhalt und verloren acht ihrer letzten zehn Partien.

Selbstvertrauen für diese richtungsweisende Partie will sich Aue zuvor im Sachsenpokal holen. Im Viertelfinale wartet der SSV Fortschritt Lichtenstein. Laut Bär nehme man die Partie sehr ernst und wolle "mit voller Kapelle antreten". Bei den jüngsten Auftritten sei "schon ein Trend erkennbar, auch wenn der Ertrag ausblieb. Die Räder greifen zunehmend ineinander".

"Verbleib oder Abschied? "Für mich ist das gerade kein Thema"

Nicht nur für den Klub ist es eine schwierige Phase, sondern auch für Bär persönlich. "Nach meiner langen Verletzungspause hatte ich mir das anders vorgestellt und gehofft, in eine spielerisch intakte Mannschaft hineinzukommen. Das war nicht der Fall. Gefühlt hat es an allen Ecken und Enden gebrannt", erklärte er. Dennoch habe er die Situation angenommen: "Für mich geht es nur darum, meine Leistung auf den Platz zu bringen. Ich versuche, der Mannschaft Qualität, Torgefahr und Präsenz zu geben. Leider sind die Ergebnisse bisher ausgeblieben."

Wie es für Aue weitergeht, ist offen – ebenso wie Bärs Zukunft. Verbleib oder Abschied? "Für mich ist das gerade kein Thema. Erstens sind wir noch nicht abgestiegen, zweitens hat es noch keine Gespräche gegeben. Im Sommer werde ich 34 Jahre alt, das ist eine wichtige Entscheidung. Gemeinsam mit meiner Familie werde ich mir Gedanken machen und, wenn die Zeit gekommen ist, auch mit dem Verein sprechen." Zwar fühle sich Bär in Aue wohl, eine klare Tendenz gebe es aber noch nicht – "einfach, weil bisher noch nichts besprochen wurde".

   

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