Nach Schiri-Schelte: DFB ermittelt gegen Dabrowski
Groß war er, der Ärger des FC Erzgebirge Aue über den Last-Minute-Gegentreffer in Mannheim, schließlich war der Ball nach einem Schuss von Terrence Boyd nicht vollständig hinter der Linie. Trainer Christoph Dabrowski setzte anschließend zu einer Schiri-Schelte an, was den DFB nun dazu veranlasst hat, Ermittlungen einzuleiten.
Treffer hätte nicht zählen dürfen
Christoph Dabrowski hatte es am Samstag eilig. Unmittelbar, nachdem die Partie im Carl-Benz-Stadion abgepfiffen war, suchte er das Gespräch mit Schiedsrichter Timon Schulz. Dabei wird es vor allem um das Tor zum 2:1 für Mannheim gegangen sein. Denn der Treffer hätte nicht zählen dürfen, hatte der Ball die Torlinie doch nicht vollständig überquert, wie auch in den TV-Bildern zu erkennen war.
"Das sehe ich aus 80 Metern, dass der Ball niemals hinter der Linie ist", schimpfte Dabrowski anschließend im Interview mit "MagentaSport" und war mächtig sauer: "Ich halte mich sonst bei Kommentaren gegen den Schiedsrichter immer zurück, aber hier bin ich fassungslos und habe kein Verständnis dafür. Der Schiedsrichter soll sich das selber angucken und sich mal bewusst machen, um was es geht."
"Habe ihn gefragt, wie alt er ist"
Der 46-Jährige versuchte noch, sich zu bremsen: "Ich muss jetzt aufpassen, dass es nicht respektlos wird", doch da war es bereits zu spät. Denn bei der Unterredung mit Schulz ist dem Auer Coach sein Satz herausgerutscht, den er im Nachgang womöglich bereuen könnte: "Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er berechtigt ist, ein Drittliga-Spiel zu pfeifen." Dabrowski stellte damit die Kompetenz und Eignung des Unparteiischen infrage, was als jene Respektlosigkeit aufgefasst werden könnte, die der 46-Jährige eigentlich vermeiden wollte.
Am Montag hat der DFB-Kontrollausschuss nach Informationen von liga3-online.de nun ein Ermittlungsverfahren gegen Dabrowski eingeleitet. Zunächst wird der Coach der Veilchen eine Stellungnahme abgeben müssen, danach entscheidet der Kontrollausschuss über den weiteren Fortgang des Verfahrens. Sollte der Fall vor das Sportgericht gehen, droht Dabrowski eine Geldstrafe. Selbst eine Sperre wäre möglich, wobei diese in der Regel nur bei tätlichen Angriffen verhängt wird.
Holtz steht hinter Dabrowski
Rückendeckung hatte Dabrowski am Samstag von Waldhof-Coach Luc Holtz erhalten: "Wenn der Trainer Äußerungen trifft, die nicht passend sind und die man vielleicht nicht hätte sagen sollen, wird er hoffentlich nicht direkt bestraft. Es ist menschlich, wenn manchmal Äußerungen getätigt werden, die man später vielleicht etwas anders formulieren würde", sagte der Luxemburger nach der Partie und verwies darauf, dass Emotionen zum Fußball dazu gehören würden. Ob die Aussagen Dabrowskis als solche gewertet oder doch als respektlos eingestuft werden, wird nun das Ermittlungsverfahren zeigen.