"Niemals eine Rote Karte": Scherning nach 0:2-Pleite bedient

Zum zweiten Mal in Folge musste der SV Wehen Wiesbaden auswärts eine Niederlage einstecken. In Saarbrücken (0:2) erlebten die Hessen einen Abend zum Vergessen – zum einen aufgrund der eigenen Leistung, zum anderen aber auch wegen der Entscheidungen von Schiedsrichter Timo Gansloweit. SVWW-Coach Daniel Scherning hatte nach Abpfiff klare Meinungen zu zwei Schlüsselszenen.

"Mehr Abseits geht ja dann nicht"

30 Minuten lang war der SV Wehen Wiesbaden im Ludwigspark nicht anwesend. So fiel die erste Analyse von Abwehrspieler Sascha Mockenhaupt aus, der den restlichen Spielverlauf bei "MagentaSport" als "vielleicht in Ordnung" einstufte. Eine 0:2-Niederlage blieb auf der Anzeigetafel stehen, wodurch die Auswärtsbilanz der Hessen mager bleibt. "Ich glaube nicht, dass wir viel verändern müssen", räumte Mockenhaupt ein. "Aber auswärts ist immer so ein Ding." Zumal es bereites die zweite Pleite in Folge auf fremden Platz ist – und das ausgerechnet in einer Phase, in der die Wiesbadener den Sprung in die Spitzengruppe schaffen könnten.

So weit, so gut. Aber die Partie enthielt auch noch zwei strittige Szenen nach Ansicht der Wiesbadener. Einmal die potentielle Abseitsstellung von Saarbrückens Torschützen beim ersten Treffer, zum anderen der Platzverweis gegen Niklas May. Cheftrainer Daniel Scherning hatte für beide Entscheidungen kein Verständnis. "Ich erwarte vom Linienrichter, dass er erkennt, dass der Saarbrücker im Abseits steht", erklärte der 42-Jährige. Was war passiert? Maurice Multhaup bedrängte Noah Brdar bei einem Standard auf der Linie und drückte anschließend einen Ball, der vermutlich ohnehin ins Tor gegangen wäre, ins Netz. "Wenn er wegbleibt, dann ist es kein Abseits. Okay. Aber er geht halt hin. Also mehr Abseits geht ja dann nicht", so Scherning.

"Das konnte mir keiner beantworten"

Noch weniger war der SVWW-Coach mit der Roten Karte gegen May einverstanden. Der Wiesbadener Verteidiger wurde an der Schulter gehalten, was augenscheinlich ein Foulspiel war – und erst danach traf May mit gestrecktem Bein einen weiteren Gegenspieler. "Das Problem an der ganzen Geschichte ist ja das, was vorher passiert. Er wird gehalten, der Schiedsrichter pfeift. Dadurch kommt er ja überhaupt erst in die Situation", erläuterte Scherning. "Wenn er die Situation ohne das vorherige Foul so spielt und das Trefferbild klar ist, dann bin ich der Letzte, der sich hinstellt, um den Schiedsrichter zu kritisieren." So sei die Szene aber nicht gewesen, sodass Scherning "niemals eine Rote Karte" gezeigt hätte.

Anders sah es Mockenhaupt, der zwar von einem "Genickbruch" durch den Platzverweis sprach, diesen aber als vertretbare Entscheidung einordnete. "Aufgrund des Trefferbilds kannst du schon Rot geben. Es ist halt ärgerlich, weil es eigentlich an Foul für uns ist und er dann noch runtergeht", so der Verteidiger. "Ich habe auch die Jungs aus Saarbrücken gefragt, ob das überhaupt regeltechnisch funktioniert, dass es erst Foul für uns und dann noch nachträglich Rot gibt. Das konnte mir keiner beantworten." So agierte der SVWW in der Partie überwiegend in Unterzahl, aber entscheidend war für Mockenhaupt die Leistung in Gleichzahl. "Über den Platzverweis müssen wir uns nicht aufregen, das kommt im Fußball vor. Die ersten 30 Minuten müssen wir analysieren." Und das bestenfalls ganz schnell, denn schon am Samstag (14 Uhr) geht es mit einem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II weiter.

   

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