"Kleines Statement": VfL untermauert Aufstiegsambitionen
Nach der öffentlichen Ankündigung, aufsteigen zu wollen, ist der VfL Osnabrück erst nach einem zweimaligen Rückstand in Rostock zurückgekommen und hat nun Rot-Weiss Essen deutlich mit 3:0 besiegt. Damit haben die Lila-Weißen ihre Ambitionen einmal mehr untermauert und ein "kleines Statement" gesetzt.
Jonsson zum 13. Mal ohne Gegentor
Nein, Heimspiele gehörten in der bisherigen Saison nicht zu den Stärken des VfL Osnabrück. Gegen Essen gelang den Niedersachsen durch die Treffer von Badjie (44.), Müller (70.) und Pröger (90.+2) nun aber der zweite Heimsieg in Folge – und sogar der höchste in der bisherigen Saison. "Es ist einfach so, dass wir in der Hinserie nicht wirklich viele überzeugende Heimspiele hatten – zumindest vom Ergebnis her. Und dementsprechend ist so ein 3:0 gegen Essen natürlich gut für die Stimmung", strahlte Trainer Timo Schultz bei "MagentaSport". Dass der Sieg verdient war, erkannte auch RWE-Coach Uwe Koschinat an, wenngleich Schultz auch darauf verwies, dass dieser "ein bisschen zu hoch" ausgefallen sei und sein Team in einigen Szenen auch Glück gehabt habe.
Etwa beim Abseitstor nach 60 Minuten und der Doppelchance der Essener in der Schlussphase. Doch die Defensive hielt, sodass der VfL zum bereits 13. Mal in dieser Serie ohne Gegentor blieb. Es ist der absolute Spitzenwert der 3. Liga. "Das ist natürlich eine Benchmark", sagte Schultz und sprach Torhüter Lukas Jonsson ein Sonderlob aus: "Es spricht für sich, wie oft Jonny schon zu Null gespielt hat." Auch abgesehen von den starken Paraden des schwedischen Keepers seien die Zuschauer "über 90 Minuten komplett auf ihre Kosten gekommen", befand Schultz – und hielt nüchtern fest: "Wir konnten das Ding zum Glück dreimal reinhauen heute und dementsprechend bleiben die drei Punkte hier."
"Das ist unser Anspruch"
In der Tabelle sind die Lila-Weißen vorerst Zweiter – und haben ihre Aufstiegsambitionen damit einmal mehr untermauert. Dass seine Aussage, aufsteigen zu wollen, vor zwei Wochen so hohe Wellen geschlagen hatte, darüber zeigte sich Osnabrücks Coach ein bisschen verwundert: "Ich gehe davon aus, dass alle Mannschaften aus den Top 7 aufsteigen wollen. Wir werden auch mal Phasen drin haben, wo wir vielleicht mal nicht gewinnen oder zwei Spiele hintereinander verlieren. Das ist ganz normal."
Den Aufstieg auch nach außen hin als Ziel ausgerufen zu haben, sei "die richtige Herangehensweise", befand auch Kapitän Jannik Müller. "Niemand will um die Goldene Ananas spielen. Wir sind sehr gut damit gefahren, dass wir es jetzt relativ früh gesagt haben. Das ist unser Anspruch." Ob nur in der Kabine oder auch außerhalb darüber gesprochen werde, mache keinen Unterschied. Damit der Sprung in die 2. Liga am Ende auch tatsächlich gelingt, "müssen wir Woche für Woche konstant sein und Leistung bringen."
"Wollten es unbedingt"
Ein Vorteil der Osnabrücker ist, dass gleich mehrere Spieler über Aufstiegserfahrung verfügen – auch Müller selbst, der 2016 mit Dresden aufgestiegen ist. Ein weiterer Erfolgsfaktor: die absolute Gier: "Schon beim Aufwärmen hat man gemerkt, dass wir es unbedingt wollten", berichtete der Verteidiger, der den Sieg gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" aufgrund der Effizienz als "kleines Statement" bezeichnete. "Aber das interessiert uns nicht – wir schauen auf uns. Wir sind stolz auf die Leistung. Jetzt gilt es, in Aue nachzulegen."