Pepic im Interview: "Müssen süchtig werden nach diesem Gefühl"

Mirnes Pepic und Pavel Dotchev: Das passt! Der Mittelfeldspieler und der Rekordtrainer der 3. Liga arbeiteten schon häufig zusammen – so auch jetzt wieder seit November beim SSV Ulm 1846. Mit liga3-online.de spricht Mirnes Pepic über die jüngste Ulmer Serie von zwei Siegen, seine Zeit ohne Verein und den Wechsel nach Ulm und das kommende Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim am Freitagabend.

"Denke sogar, dass es noch besser wird"

liga3-online: Mit dem 1:0 gegen den MSV Duisburg setzte der SSV Ulm 1846 ein Statement im Abstiegskampf. Es war der zweite Sieg in Folge. Was sind die Gründe für den Aufwärtstrend, Herr Pepic?

Mirnes Pepic: Wir haben auch davor schon gute Leistungen gezeigt, aber es waren noch zu viele individuelle Fehler dabei. Die konnten wir jetzt abstellen. Außerdem haben die Winter-Neuzugänge einen positiven Effekt auf das Team.

Ist die aktuelle Situation ein Beweis dafür, dass es etwas dauert, bis die Arbeit eines neuen Cheftrainers fruchtet?

Absolut. Ich kenne Pavel Dotchev bereits von einigen gemeinsamen Stationen und weiß genau, wie er arbeitet. Deshalb habe ich mir überhaupt keine Sorgen gemacht und wusste, dass sich irgendwann der Erfolg einstellt. Es ist für mich keine Überraschung und ich denke sogar, dass es noch besser wird.

Nur neun Tage nach seinem Amtsantritt folgten Sie im November Pavel Dotchev nach Ulm. Wie lief der Wechsel ab?

Während ich vereinslos war, hatte ich zwar nicht viel Kontakt zu Pavel Dotchev. Aber ich wusste, dass er mich holen könnte, sobald er einen neuen Verein gefunden hat. Dass wir uns gegenseitig schätzen, ist kein Geheimnis. Und auch nicht, dass ich unter seiner Regie einige meiner besten Karrierejahre hatte. Als mir mein Berater vom Interesse erzählt hat, musste ich nicht lange überlegen.

Sie waren von Beginn an gesetzt, nachdem Sie zuvor einige Monate ohne Verein waren. Ein großer Vertrauensbeweis.

Das stimmt. Und ich bin sehr dankbar, dass mir die Verantwortlichen und das Trainerteam von Beginn an so viel Vertrauen geschenkt haben. Dieses Vertrauen will ich jetzt in jedem einzelnen Spiel zurückzahlen.

 

"Die Zeit ohne Klub war hart für mich"

Wie haben Sie insgesamt das Jahr 2025 – mit sieben Monaten ohne Verein und dem November-Wechsel nach Ulm – erlebt?

Die Zeit ohne Klub war hart für mich. Es war mental eine Herausforderung, die ich aber angenommen habe. Ich habe trainiert wie ein Verrückter – sowohl alleine mit einem Personal Trainer als auch mit Teams im Amateurbereich. Unter anderem beim Hamburger Oberligisten Niendorfer TSV habe ich mich fit gehalten. Ich habe in der gesamten Zeit nie daran gezweifelt, dass es weitergeht. Sondern nur auf den richtigen Zeitpunkt und meine Chance gewartet. Am Ende hat sich meine Arbeit als vereinsloser Spieler ausgezahlt. Ich war bei meiner Ankunft in Ulm topfit und bereit, sofort zu helfen.

Durch die jüngsten zwei Siege ist Ulm bis auf einen Punkt an die Nichtabstiegsplätze herangerückt. Wie bewerten Sie die Tabellensituation nach dem 22. Spieltag?

Es ist nicht mehr als eine Momentaufnahme und kann in alle Richtungen gehen. Wichtig ist jetzt, dass wir den Schwung mitnehmen und von der positiven Stimmung im Team profitieren. Wir müssen süchtig werden nach dem Gefühl, den Platz als Sieger zu verlassen.

Hat sich die Stimmung im Team deutlich verbessert?

Wenn ich die aktuelle Lage mit der im November vergleiche, ist es schon ein großer Unterschied. Das verstehe ich auch: Viele Spieler im Team hatten zuletzt einige Rückschläge erlitten – und dann geht es zunächst einmal genau so weiter. Das nagt am Selbstvertrauen. Aber: Mit vielen kleinen, positiven Momenten haben wir uns gemeinsam wieder hochgepusht. Jeder ist gerade voll da und zieht mit. Ich habe für die kommenden Monate ein gutes Gefühl, dass wir an den jüngsten Leistungen anknüpfen werden.

Am Freitagabend geht es mit der Partie beim SV Waldhof Mannheim weiter. Was können wir für ein Match erwarten?

Es wird ein geiles Spiel. Freitagabend unter Flutlicht wird in Mannheim viel los sein. Ich erwarte einen offenen Schlagabtausch. Wir wollen das Momentum nutzen und reisen nach Mannheim, um unsere Siegesserie fortzusetzen.

   

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