Alles, was ihr zum 23. Spieltag wissen müsst

Die Liga nimmt Fahrt auf! Der 23. Spieltag hält einige Leckerbissen für uns parat – darunter zwei NRW-Kracher und ein ultimatives Krisenduell. Die Details zum Programm erfahrt ihr wie gewohnt in unserer Vorschau.

Die Ausgangslage

Es bleibt dabei: Auch der dritte Spieltag im neuen Jahr brachte wieder einen neuen Tabellenführer. Diesmal ist Herbstmeister FC Energie Cottbus der lachende Sieger. Die Wollitz-Truppe grüßt mit 43 Punkten vom Platz an der Sonne und weiß nach den beiden Last-Minute-Transfers von Tolga Cigerci und Mladen Cvjetinovic frischen Rückenwind auf ihrer Seite. Erstmals zum Einsatz kommen könnte das Duo am kommenden Samstag gegen den formstarken FC Ingolstadt. Einen Platz hinter Cottbus rangiert der SC Verl mit 41 Punkten auf Platz zwei. Die Ostwestfalen reisen am Sonntag zum Tabellendritten aus Duisburg (40 Punkte) – das Spitzenspiel des Spieltags!

Hinter den Zebras folgen Rot-Weiss Essen und der VfL Osnabrück mit je 39 Punkten. RWE ist am Sonntag beim Schlagerspiel auf dem Aachener Tivoli gefordert, während der VfL zu Hause den formstarken TSV Havelse empfängt. Der Tabellensechste Hansa Rostock (38 Punkte) ist ebenfalls am Sonntag gefordert. Haben die Hanseaten gegen Hoffenheim II die richtige Antwort auf die 0:3-Klatsche gegen Ingolstadt sowie den Rekordabgang von Sturmtalent Ryan Naderi parat?

Richtig eng geht es nach wie vor auch im Tabellenkeller zu. Zwischen Aachen auf Platz 15 (25 Punkte) und dem SSV Ulm 1846 auf Platz 18 (22 Punkte) liegen nur drei Zähler. Auch Havelse befindet sich mit 19 Punkten mittlerweile wieder in Schlagdistanz. Zwischen Aachen und Ulm liegen noch mit dem 1. FC Saarbrücken und Erzgebirge Aue die beiden größten Sorgenkinder der Liga. Passenderweise treffen sich die beiden Rivalen am Samstag im Erzgebirgsstadion zum ultimativen Krisengipfel.

 

Fünf Spiele im Fokus

Mannheim vs. Ulm: Baden-Württemberg-Duell in der Kurzpfalz

Am Freitagabend duellieren sich der SV Waldhof Mannheim und der SSV Ulm 1846 im Carl-Benz-Stadion. Insbesondere für SSV-Innenverteidiger Marcel "Cello" Seegert ein ganz besonderes Spiel, schließlich lief der gebürtige Mannheimer 315 Mal für den Waldhof auf. Nun kehrt der 31-Jährige erstmals mit seinem neuen Arbeitgeber in sein altes Wohnzimmer zurück. Zeit für Sentimentalitäten wird allerdings keine gegeben sein, schließlich befinden sich die Ulmer nach wie vor unter akutem Zugzwang.

Trotz zuletzt zwei Siegen in Folge liegen die Schwaben nach wie vor auf Platz 18 – der Rückstand auf das rettende Ufer konnte allerdings auf einen Punkt verkürzt werden. Bei einem Sieg gegen Mannheim winkt daher erstmals seit Mitte Oktober der Sprung über den Strich. Deutlich komfortabler ist die Situation beim SVW, der mit 32 Punkten auf Platz neun liegt und zehn Zähler Puffer auf den ersten Abstiegsplatz vorzuweisen hat. Nach neun Gegentoren aus den ersten beiden Spielen im neuen Jahr gelang der Holtz-Truppe in der Vorwoche bei Viktoria Köln endlich wieder ein souveräner Auftritt, der in einem 3:1-Sieg mündete. Können die Buwe nun daran anknüpfen?

Ingolstadt vs. Cottbus: Bleiben die Schanzer im Flow?

Knoten geplatzt! Nachdem sich der FC Ingolstadt in der Hinrunde allzu oft nicht für ansehnliche Leistungen belohnen konnte, läuft es im neuen Jahr. Aus den ersten drei Spielen im Jahr 2026 holte die Mannschaft von Sabrina Wittmann, die seit letzter Woche stolze Besitzerin der DFB-Pro-Lizenz ist, drei Siege – darunter ein beeindruckendes 3:0 in Rostock in der Vorwoche. Schlüssel zum Erfolg scheint unter anderem eine Systemumstellung auf eine Fünferkette zu sein. Nun stellt sich die Frage, ob Ingolstadt mit Energie Cottbus ein weiteres Top-Team ärgern kann?

Der FC Energie reist mit breiter Brust nach Oberbayern, schließlich feierte die Wollitz-Truppe zuletzt zwei Siege in Folge und konnte dadurch die Tabellenführung zurückerobern. Und auch die beiden Last-Minute-Transfers dürften den Lausitzern zusätzlichen Auftrieb geben: Mit den Verpflichtungen von Innenverteidiger Mladen Cvjetinovic und Sechser Tolga Cigerci konnte Energie zwei Ausrufezeichen setzen. Doch aufgepasst: Der FC Ingolstadt ist der Cottbusser Angstgegner. Seit 2010 warten die Lausitzer auf einen Sieg gegen die Schanzer – bei zehn vergeblichen Anläufen.

Aue vs. Saarbrücken: Krisengipfel im Erzgebirge

Es ist der ultimative Krisengipfel: Der seit 15 (!) Spielen sieglose 1. FC Saarbrücken reist zum FC Erzgebirge Aue, der in 2026 alle drei Spiele verlor und mittlerweile auf Platz 17 abgerutscht ist. Die logische Konsequenz beim FCE: Trainer Jens Härtel wurde nach etwas über einem Jahr von seinen Aufgaben entbunden und durch Christoph Dabrowski ersetzt, den Veilchen-Sportdirektor Michael Tarnat aus der gemeinsamen Zeit bei Hannover 96 kennt.

Entsprechend groß ist die Hoffnung in Aue, nun von einem positiven Trainereffekt zu profitieren. Hoffnung macht aus Auer Sicht zudem, dass Saarbrücken erst ein einziges Auswärtsspiel in der laufenden Saison gewinnen konnte. Der FCS dürfte sich wiederum nur allzu gerne an das Hinspiel erinnern, als die Schwarz-Blauen einen 4:1-Sieg feierten – bis dato der höchste Saisonsieg. Überragender Mann war seinerseits Florian Pick, der zwei Tore erzielte und zwei weitere auflegte. Können die zuletzt zweimal in Folge torlosen Saarländer nun ausgerechnet gegen Aue wieder an alte Glanzleistungen anknüpfen?

Aachen vs. Essen: Traditionsduell im Tivoli

Alemannia Aachen gegen Rot-Weiss Essen! Der West-Klassiker ist zweifelsohne eine der klangvollsten Paarungen in der 3. Liga. Auch sportlich wusste der Schlager in jüngerer Vergangenheit zu liefern: Im spektakulären Hinspiel feierte die Alemannia einen 3:2-Sieg – dank eines Elfmeter-Hattricks von Debütant Lars Gindorf. Mittlerweile steht der 24-Jährige schon bei 15 Saisontoren, hinzu kommen noch fünf Assists! Keine Frage, Gindorf ist gemeinsam mit Acht-Tore-Mann Mika Schroers die personifizierte Lebensversicherung der Schwarz-Gelben, die sich am letzten Transfertag gleich dreifach verstärkt haben.

Nach vier Punkten aus den letzten beiden Spielen hat sich die Lage bei der Alemannia etwas entspannt. Dennoch ist die Sehnsucht nach einem Erfolgserlebnis im heimischen Tivoli riesig, da acht der bisherigen zehn Heimspiele verloren gingen. Zuletzt durften das Aachener Heimpublikum Anfang November einen Heimsieg bejubeln. Gelingt nun ausgerechnet vor rund 30.000 Zuschauern gegen den seit November ungeschlagenen Rivalen aus Essen der nächste Heimerfolg? Insgesamt kommt RWE derzeit sehr konstant daher – der starke Schnitt von 1,86 Punkten aus den letzten sieben Partien dient als Beleg. Und dennoch wird die Koschinat-Elf gefordert sein, weitere Entwicklungsschritte folgen zu lassen.

Duisburg vs. Verl: NRW-Kracher im Wedau-Stadion

Spitzenspiel an der Wedau! Der Tabellenzweite SC Verl gastiert beim Tabellendritten MSV Duisburg, der aktuell einen Zähler Rückstand auf den SCV vorzuweisen hat. Eine besondere Note bekommt das Duell durch die Erinnerung an das Hinspiel verliehen, als Verl über weite Strecken klar überlegen war und verdientermaßen mit 2:0 in Führung lag, Duisburg aber dank einer furiosen Schlussphase mit drei Treffern ab der 81. Minute das Spiel noch komplett drehen konnte. Gelingt den Ostwestfalen nun die Revanche?

Fest steht jedenfalls, dass Verl eine hervorragende Reaktion auf die Pleite in Wiesbaden gelungen ist: Am vergangenen Wochenende feierte die Strobl-Elf einen deutlichen 4:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart II. Duisburg musste wiederum in der Vorwoche den ersten Rückschlag im neuen Jahr hinnehmen. Nach zwei Siegen zum Auftakt ging es für die Hirsch-Truppe am vergangenen Sonntag angesichts einer 0:1-Niederlage in Ulm mit leeren Händen nach Hause. Vor heimischem Publikum, wo der MSV als einziges Team der Liga noch ungeschlagen ist, möchte Duisburg nun wieder den Weg in die Erfolgsspur finden.

   

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