"Reden jede Woche denselben Mist": Krise beim FCS spitzt sich zu
15 Spiele sieglos! Die Krise des 1. FC Saarbrücken spitzt sich weiter zu – und nimmt allmählich bedrohliche Züge an. Erneut reichte eine engagierte Leistung beim Spiel gegen den VfL Osnabrück nicht wenigstens zu einem Punkt. Während Dominic Baumann klare Worte fand, versuchte Trainer Jürgen Luginger die Ruhe zu bewahren.
"Es bringt nichts mehr, darüber zu reden"
Es bleibt dabei: Gegen den VfL Osnabrück kann der FCS in der 3. Liga einfach nicht gewinnen. Auch im 14. Anlauf gelang es den Blau-Schwarzen nicht, drei Punkte mitzunehmen, stattdessen setzte es eine 0:1-Niederlage, durch die sich die Horrorserie der Saarbrücker auf 15 sieglose Spiele verlängerte. Dabei stimmte die Leistung wieder einmal und wieder erarbeitete sich der FCS viele Chancen. "Wieder, wieder, wieder", konnte Dominic Baumann dieses Wort im Interview mit "MagentaSport" nicht mehr hören. "Es bringt nichts mehr, darüber zu reden. Wir müssen Ergebnisse liefern. Das ist jetzt essenziell, der Rest ist scheißegal." Dann könne auch das Spiel mal schlecht sein, "aber wir müssen irgendwie den Bock umstoßen. Wir reden jede Woche denselben Mist. Es bringt nichts mehr, das so zu zerkauen."
Auch Baumann, der erstmals nach drei Spielen wieder im Kader stand und auch direkt von Anfang an spielte, ließ mehrere gute Gelegenheiten liegen. "Natürlich ist das bitter. Ich will der Mannschaft helfen, und das hat nicht geklappt. Aber ich bleibe positiv. Der nächste ist wieder drin. Was anderes kann ich nicht machen. Ich bin stabil genug im Kopf dafür, und es geht immer weiter." Das war dem Stürmer zufolge auch der Tenor der Fans, die das Team nach Spielende aufgebaut hatten. "Sie haben uns klar gesagt, was sie von uns fordern. Sie unterstützen uns die ganze Zeit. Jetzt sind wir an der Reihe."
"Brutal schweres Auswärtsspiel" in Aue
Trainer Jürgen Luginger haderte indes einerseits mit der fehlenden Kaltschnäuzigkeit seiner Mannschaft und andererseits mit der Effizienz der Lila-Weißen, die direkt die erste Chance nach elf Minuten zum Siegtreffer nutzten. "Osnabrück hat zwei Chancen in der ersten Halbzeit und macht dann ein Standard-Tor. Das müssen wir dann besser verteidigen." Zumal er im Vorfeld explizit vor den Standards des VfL gewarnt hatte. "Die Mannschaft versucht, investiert, aber es ist einfach viel zu wenig, was dann rauskommt. Das tut natürlich schon weh. Wir sind sehr enttäuscht."
Dass es nach Spielende auch Pfiffe von den Rängen gab, konnte Luginger nachvollziehen: "Es ist ja normal, dass nach so einer langen Niederlagenserie auch Unzufriedenheit herrscht. Das kann man ihnen nicht verdenken. Ich meine, wir müssen auch mal die Spiele gewinnen." Das gelang zum 15. Mal in Folge nicht, sodass Saarbrücken weiterhin nur einen Punkt vor den Abstiegsrängen und dem FC Erzgebirge Aue liegt, der am kommenden Samstag der Gegner des FCS ist. Luginger sprach von einem "brutal schweren Auswärtsspiel", zumal die Veilchen ebenfalls in einer Krise stecken und sich am Samstag von Trainer Jens Härtel getrennt haben. Es werde nun darum gehen, die Köpfe freizubekommen und selbstbewusst an die Aufgabe heranzugehen. "Sonst wird es ganz schwer in Aue." Luginger zeigte sich aber zuversichtlich, dass der FCS den Abstiegskampf erfolgreich bestehen wird.