"Müssen es ehrlich analysieren": Hansa-Erfolgsserie gerissen
Da ist sie dahin, die Erfolgsserie des F.C. Hansa Rostock. Beim 0:3 gegen Ingolstadt kassierte die Kogge die erste Pleite nach zwölf Spielen und verpasste dadurch den Sprung auf Platz 2. Für Trainer Daniel Brinkmann war die Niederlage kein Drama, allerdings kritisierte er die Haltung seiner Mannschaft.
"Hätten wenigstens zwei Tore schießen müssen"
Genau 124 Tage ist es her, als Hansa am 30. September beim 1:3 gegen Energie Cottbus zuletzt als Verlierer vom Platz ging. Entsprechend ungewohnt war das Gefühl einer Niederlage für Hansa, das einen mehr als gebrauchten Tag erwischte. "Am Ende reden wir über zwei, drei individuelle Patzer, wodurch wir das Spiel aus den Händen geben", ärgerte sich Trainer Daniel Brinkmann bei "MagentaSport" über die Fehler vor den Gegentoren.
Erst verloren die Rostocker den Ball im Aufbauspiel und kassierten anschließend das 0:1 (21.), dann bedrängten sich Uphoff und Carstens gegenseitig, was zum 0:2 führte (35.) und schließlich schlug es auch noch aus über 20 Metern zum 0:3 ein (68.). "Auf der anderen Seite machen wir die Tore nicht, und dann kommt eben alles zusammen." Nach Brinkmanns Auffassung sei die Kogge über 90 Minuten feldüberlegen gewesen und habe sich "genügend klare Chancen" herausgespielt. Entsprechend hätte sein Team "zweifelsohne wenigstens zwei Tore schießen" müssen. "Die Möglichkeiten dafür waren vorhanden."
Zwar betonte der Hansa-Coach, die Leistung der Schanzer nicht schmälern zu wollen. "Aber außer den drei, vier Abschlüssen haben sie nichts gehabt und auch nicht besonders viel für das Spiel getan. Doch es hat gereicht, um uns zu schlagen." Gleichwohl erkannte Brinkmann an, dass der FCI defensiv "unheimlich stabil" und "sehr diszipliniert" gewesen sei. "Das haben sie hervorragend umgesetzt und uns das Leben sehr schwer gemacht." Ein Drama war die Niederlage für den 40-Jährigen nicht, auch die Patzer wollte er nicht zu hoch hängen: "Mein Gott, Fußball ist ein Fehlersport, da passieren Fehler." Es gelte nun, sich zu schütteln und das Spiel "ehrlich zu analysieren."
"Mag es nicht, wenn wir mit den Köpfen runtergehen"
Ein Teil der Analyse wird die Haltung seiner Mannschaft sein. "Ich habe den Jungs in der Halbzeit gesagt, dass wir Spiele verlieren können. Aber es kommt immer darauf an, mit was für einer Haltung." Und diese gefiel dem Übungsleiter zwei Tage nach seinem 40. Geburtstag nicht. "Ich mag es nicht, wenn wir mit den Köpfen runtergehen und uns gar nicht mehr trauen, nach oben zu gucken." Auch in schlechten Phasen müsse immer die Brust rausgehen. "Dann kannst du auch mal ein Spiel vergurken, zeigst aber eine gewisse Reaktion und Charakter." Eigenschaften, die Brinkmann gerade nach den ersten beiden Gegentoren vermisste. "Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Das passiert uns eigentlich nie. Aber der Esprit war nicht so richtig dabei. Und dann kommt natürlich dazu, dass du auch kein Spielglück hast."
Durch die erste Niederlage nach zwölf Spielen hat es der FCH verpasst, zumindest vorerst auf Platz 2 zu springen. Stattdessen ist die Kogge auf Rang 6 abgerutscht und könnte im Laufe des Spieltages noch einen weiteren Rang verlieren. Für das Aufstiegsrennen benötigt Hansa nun eine neue Serie. Gestartet werden soll diese am nächsten Sonntag in Hoffenheim. Dann wird auch endgültig klar sein, ob Ryan Naderi bleibt. Am Samstag stand er in der Startelf, blieb aber im Gegensatz zu den beiden vergangenen Partien blass.