"Schauen, was passiert": Tarnat lässt Zukunft von Härtel offen
Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel der Rückrunde muss Jens Härtel beim FC Erzgebirge Aue um seinen Job bangen. Nachdem Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat direkt vor der Partie noch betont hatte, dass es sich "auf keinen Fall" um ein Endspiel für den 56-Jährigen handeln würde, ließ er die Zukunft des Übungsleiters direkt nach Spielende offen.
"Werden uns unterhalten"
Groß war sie, die Enttäuschung bei den Veilchen nach der erneuten Pleite. Nicht mal eine Führung reichte zum Sieg, weil Aue einerseits das 2:0 verpasste und andererseits zu "naiv" verteidigte, wie Torhüter Martin Männel nach der Partie sagte. Trainer Jens Härtel sprach gegenüber der "Freien Presse" von "Kinderfußball" und ärgerte sich über die verspielte Führung. Problem: Sowohl die schwache Chancenverwertung als auch die Anfälligkeit in der Defensive ziehen sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison, vor allem aber durch die vergangenen Spiele. Auch deshalb stellt sich nun die Frage nach der Zukunft von Härtel.
Beantworten wird sie Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat. Direkt vor der Partie hatte er bei "MagentaSport" zwar betont, dass die Partie beim Aufsteiger "auf keinen Fall" ein Endspiel sei, doch ob diese Worte auch im Nachgang noch gelten, scheint ungewiss. Auf Anfrage der "Freien Presse" direkt nach Spielende ließ er die Zukunft des 56-Jährigen offen. "Wir werden zurückfahren, werden uns unterhalten und dann werden wir schauen, was passiert. Fertig, aus." Gleichzeitig betonte er, dass Härtel "hervorragende Arbeit" mache und gemeinsam mit seinem Trainerteam akribisch arbeite. Dennoch blieben die Erfolge zuletzt aus. "Und das ist das größte Problem."
Punkteschnitt nur bei 1,05
Seit etwas mehr als einem Jahr ist Härtel im Amt, doch eine Erfolgsgeschichte ist die Zusammenarbeit nicht. Nachdem der 56-Jährige die Veilchen im Januar 2025 auf Platz 7 übernommen hatte, musste Aue im Endspurt lange um den Klassenerhalt bangen. Auch in der laufenden Serie steckten die Sachsen von Anfang an unten drin. Die Bilanz unter dem früheren Aufstiegstrainer von Rostock und Magdeburg liest sich ernüchternd. So konnte Aue aus den 41 Liga-Partien unter Härtel gerade mal elf Siege und zehn Unentschieden holen (43 Punkte), was einen Punkteschnitt von lediglich 1,05 bedeutet. Trotz der schwachen Bilanz hatte der 56-Jährige in der Vergangenheit immer wieder das Vertrauen bekommen – im Gegensatz etwa zu Sportchef Heidrich und Co-Trainer Emmerich, die im Dezember gehen mussten.
Auf seine Zukunft angesprochen, hatte Härtel am Freitagabend betont, dass er diese Frage nicht beantworten könne, sich aber überzeugt gezeigt, die Mannschaft noch zu erreichen und den Turnaround schaffen zu können: "Ich denke schon." Ob er die Chance dazu erhalten und auch beim nächsten Kellerduell gegen den 1. FC Saarbrücken am kommenden Samstag noch auf der Bank sitzen wird, dürfte sich spätestens zu Beginn der kommenden Woche entscheiden. Bereits im Laufe des Samstags wird sich zeigen, ob es beim Rückstand von einem Zähler auf das rettende Ufer bleibt. Denn sollten Saarbrücken, Aachen und Regensburg allesamt gewinnen, würden den Veilchen schon vier Zähler fehlen. Ein für Samstag geplantes Testspiel gegen Viertligist Lok Leipzig ist indes kurzfristig abgesagt worden.