Alle Teams unter der Lupe: Der letzte Check vor dem Start der Rückrunde
Ab Freitag rollt wieder der Ball. Bevor es losgeht, unterziehen wir alle 20 Klubs einem letzten Check.

Positiv: Angesichts von bereits 36 Punkten geht Energie Cottbus mit der besten Ausgangslage aller Klubs in die Rückrunde. Der ursprünglich anvisierte Klassenerhalt ist nur noch Formsache und könnte sogar Ende Januar erreicht sein. Der Abgang von Elias Bethke zu Dynamo Dresden hat indes Geld für eine Top-Verstärkung in die Kassen gespült.
Negativ: Die Herbstmeisterschaft hat eine gewisse Erwartungshaltung im Umfeld geweckt, die zu Unruhe führen könnte, wenn es nicht läuft. Und das könnte durchaus passieren, schließlich hat Energie in der Hinrunde deutlich mehr Punkte geholt als erwartet, was für eine starke Überperformance spricht.

Positiv: Während viele Aufstiegskandidaten – wie etwa 1860 München – unter Druck stehen, kann der SC Verl völlig befreit aufspielen. Ohnehin sind die Ostwestfalen die spielstärkste Mannschaft der Liga, sodass – auch angesichts von erst zwei Niederlagen – nichts auf einen Einbruch hindeutet.
Negativ: Noch ist nicht ganz sicher, ob Stammspieler wie Keeper Philipp Schulz oder Timur Gayret tatsächlich bleiben. Bislang zeigt sich der Sportclub zwar standhaft, doch bei lukrativen Angeboten wird der SCV kaum widerstehen können.

Positiv: Die Zebras dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf den Durchmarsch machen und haben ihren Kader mit Aljaz Casar sowie Lex Tyger Lobinger hochkarätig verstärkt. Transfers mit einer klaren Signalwirkung – sowohl an das Team als auch den Rest der Liga.
Negativ: Nach dem starken Saisonstart mit sechs Siegen aus sechs Spielen zeigt die Formkurve der Zebras seitdem nach unten. 16 Zähler aus den folgenden 13 Partien bedeuten im Liga-Vergleich nur Platz 15. Wollen die Zebras oben dran bleiben, müssen sie die Kurve bekommen.

Positiv: Mehrfach bewies RWE in der Hinrunde Mentalität und ließ auf eine Niederlage stets einen Sieg folgen. Zudem gab die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat die meisten Torschüsse aller Klubs ab, was bei einer besseren Chancenverwertung womöglich zum Aufstieg reichen könnte.
Negativ: Die Erwartungshaltung an der Hafenstraße ist traditionell hoch, schon kleinere Negativserien könnten für Unruhe sorgen. Zudem droht der Verlust von Tom Moustier, der vor einem Wechsel nach Portugal steht. In der Offensive muss Schmidt zunächst noch nachweisen, dass er das Sturmproblem der Essener lösen kann.

Positiv: Mit 22 Punkten aus den letzten zehn Spielen ist Hansa Rostock zusammen mit dem SC Verl die formstärkste Mannschaft der Liga. Vieles spricht dafür, dass die Kogge im neuen Jahr daran anknüpfen kann, zumal auch Top-Torjäger Ryan Naderi nicht abgegeben werden soll.
Negativ: Der Kader ist angesichts von 31 Spielern derzeit noch sehr groß, was für unzufriedene Spieler sorgen könnte – vor allem dann, wenn alle fit sind. Zwar sollen noch einige Akteure gehen, doch für Albin Berisha wird die Kogge wohl keinen Abnehmer finden.

Positiv: Auf die oftmals fehlende Durchschlagskraft im Angriff – mit 26 Toren stellt der VfL den schwächsten Angriff der ersten zehn Teams – haben die Lila-Weißen mit der Verpflichtung von Julian Kania reagiert. Dass der 24-Jährige über Torjäger-Qualitäten verfügt, stellte er in der letzten Saison in Bielefeld unter Beweis.
Negativ: In den letzten vier Spielen vor der Winterpause zeigte der Trend mit drei Niederlagen klar nach unten. Gelingt den Lila-Weißen nun direkt die Trendwende? Andernfalls wird es nicht für ganz oben reichen.

Positiv: Zwei Drittel der Punkte für den Klassenerhalt hat Hoffenheim II bereits auf dem Konto, entsprechend können die TSG-Talente völlig befreit aufspielen.
Negativ: Mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab hat die TSG ihren Top-Torjäger (neun Treffer, sechs Vorlagen) verloren, auch Luca Erlein könnte den Aufsteiger noch verlassen.

Positiv: Unter Trainer Markus Kauczinski sind die Löwen wieder in Fahrt gekommen, haben starke 18 Punkte aus neun Spielen geholt. Ein Punkteschnitt, der auf die Saison hochgerechnet sehr wahrscheinlich zum Aufstieg reichen würde. Im Testspiel gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur (4:1) bestätigten die Sechzger ihre Form.
Negativ: Neben der traditionell großen Unruhe an der Grünwalder Straße ist es vor allem das Verletzungspech, das den Löwen Sorgen bereitet. Für den Rückrundenauftakt gegen Essen fallen gleich sechs Stammspieler aus, dazu ist Thore Jacobsen gesperrt. Auch der Einsatz von Stammkeeper Thomas Dähne ist noch fraglich. Verstärkt werden soll die Mannschaft aber wohl dennoch nicht.

Positiv: Zwar glich die Hinrunde einer Achterbahnfahrt, insgesamt zeigt der Trend unter Luc Holtz aber klar nach oben. Nach zwei Jahren im Abstiegskampf spricht nun vieles für eine ruhige Saison im oberen Mittelfeld.
Negativ: Mit Kennedy Okpala haben die Buwe ihren Top-Torjäger verloren – Nebengeräusche aufgrund des Transferstreits mit dem SC Paderborn inklusive. Dieser ist zwar mittlerweile beendet, hat die Mannheimer aber zur Unzeit – nämlich mitten in der Vorbereitung – getroffen.

Positiv: In der Hinrunde präsentierten sich die Schwaben nicht nur spielstark, sondern auch recht konstant – und erlaubten sich nur beim 0:5 in Cottbus einen heftigen Ausrutscher. Die Grundlagen für eine ruhige Rückrunde ohne Abstiegskampf sind gelegt.
Negativ: Es droht der Abgang von Christopher Olivier, an dem Fortuna Düsseldorf interessiert ist. Der 19-Jährige zählte zwar nicht durchgehend zu den Stammspielern, gilt aber dennoch eine wichtige Stütze in der Defensive.

Positiv: Unter Daniel Scherning kamen die Hessen vor der Winterpause mit neun Punkten aus fünf Spielen in Fahrt, sodass die Hoffnung auf den Aufstieg im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums weiterhin lebt.
Negativ: Stammkeeper Florian Stritzel fällt mit einer Muskelverletzung weiterhin aus, zudem drohen die Abgänge von Tarik Gözüsirin und Ryan Johansson. Beide werden von höherklassigen Klubs aus dem Ausland umworben.

Positiv: Zahlreichen Abgängen im vergangenen Sommer zum Trotz haben die Kölner eine solide Hinrunde gespielt. Mehrfach bewies Trainer Marian Wilhelm ein gutes Händchen. Knüpfen die Höhenberger auch in der Rückrunde daran an, steht dem Klassenerhalt nichts im Weg.
Negativ: Mit Lex Tyger Lobinger haben die Höhenberger ihren Top-Torjäger an den MSV Duisburg verloren und sind einmal mehr gefordert, kreative Lösungen zu finden, um den Abgang eines Leistungsträgers zu kompensieren. Keine einfache Aufgabe, zumal der Vorsprung auf die Abstiegsplätze "nur" sechs Punkte beträgt.

Positiv: Nach dem schwachen Saisonstart zeigte der Trend beim Jahn vor der Winterpause klar nach oben. Dass sich die Oberpfälzer inzwischen gefunden haben, stellten auch die starken Auftritte in den Testspielen gegen den österreichischen Bundesligisten WSG Tirol (2:0) und die SpVgg Greuther Fürth (2:0) unter Beweis. Die Jahnelf scheint bestens gerüstet für die Rückrunde.
Negativ: Der überraschende Rückzug von Oliver Hein als Vorstandschef des e.V. nach nur einem Jahr hat für etwas Unruhe gesorgt. Generell gab es beim Jahn in den letzten Jahren hinter den Kulissen viel Fluktuation.

Positiv: Bekommen die Schanzer nach der schwankenden Hinrunde nun Konstanz in ihre Leistungen? Die beiden Achtungserfolge in den Testspielen gegen den FC Augsburg (4:2) und den SV Ried (1. Liga Österreich / 4:2) lassen aus FCI-Sicht darauf hoffen.
Negativ: Stammkeeper Markus Ponath fällt nach einem Mittelhandbruch weiterhin längerfristig aus, zudem wurde die Mannschaft mit Georgios Antzoulas bislang nur in der Defensive verstärkt. Ein neuer Stürmer soll noch her. Dem Vernehmen nach wird es den US-Amerikaner Mason Toye zu den Schanzern ziehen.

Positiv: Auch wenn die Ergebnisse unter Schwartz-Nachfolger Jürgen Luginger nicht stimmten (nur zwei Punkte aus vier Spielen), zeigte die Leistungskurve deutlich nach oben. Belohnen sich die Saarländer künftig für den Aufwand, wird der Klassenerhalt kein Problem darstellen.
Negativ: Der Kader ist nicht für den Abstiegskampf zusammengestellt, entsprechend schwer wird es für die Spieler, den Schalter im Kopf umzulegen. Luginger ist zwar ein erfahrener Coach, doch der SV Sandhausen dient als warnendes Beispiel.

Positiv: Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten im Abstiegskampf setzt Erzgebirge Aue bei der Trainerposition auf Kontinuität und vertraut weiterhin auf Jens Härtel. Im Tor steht der 56-Jährige vor einem Luxusproblem und muss entscheiden, ob er weiterhin auf Kapitän Martin Männel oder in Louis Lord und Max Uhlig auf einen seiner starken Vertreter setzt.
Negativ: Lediglich 23 Tore bedeuten den zweitschwächsten Angriff nach Schweinfurt (16 Tore), doch verstärkt wurde die Offensive bislang nicht. Mindestens eine Alternative zu Marcel Bär muss in jedem Fall her. Andernfalls wird der Kampf um den Klassenerhalt mehr als ohnehin schon zum Ritt auf der Rasierklinge.

Positiv: Nach seinem im vergangenen Juli erlittenen Muskelbündelriss ist Kapitän Mika Hanraths zurück im Training und wird wohl Anfang Februar sein Comeback geben. Damit kehrt nicht nur ein Leistungsträger zurück in das Team, sondern auch ein Führungsspieler, den die Aachener angesichts der angespannten Tabellensituation dringend benötigen.
Negativ: Wie schon im Sommer läuft die Suche nach Verstärkung schleppend, bislang wurde mit Innenverteidiger Petros Bagalianis erst ein potenzieller Stammspieler verpflichtet, der zudem kein Deutsch spricht und zunächst in das Team integriert werden muss.

Positiv: Als Reaktion auf die über weite Strecken desaströse Hinrunde hat der SSV bereits viermal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Abu-Bekir Ömer El-Zein, Luca Bazzoli, Niko Vukancic und Streli Mamba verpflichtet. Alle vier Spieler haben das Potenzial, das Niveau des Kaders anzuheben. Und wenn einer weiß, wie Abstiegskampf geht, dann Drittliga-Rekordtrainer Pavel Dotchev.
Negativ: Der Rückstand von sechs Punkten auf das rettende Ufer ist bereits beträchtlich. Knapp 30 Zähler werden für den Klassenerhalt noch nötig sein. "Wir müssen wie eine Spitzenmannschaft spielen, ansonsten wird es nicht reichen", sagte Dotchev zuletzt.

Positiv: Nach dem schwachen Saisonstart mit 14 sieglosen Spielen (Drittliga-Negativrekord) holte der TSV aus den letzten sechs Spielen solide neun Punkte und musste sich nur einmal geschlagen geben. Die Hoffnung, den Klassenerhalt vielleicht doch noch schaffen zu können, sie lebt.
Negativ: Neun Zähler müssen die Niedersachsen zum rettenden Ufer aufholen. Theoretisch ist das zwar möglich, doch während die Konkurrenz zum Teil deutlich aufgerüstet hat, hat sich der TSV kaum nennenswert verstärkt und mit John Posselt auch noch seinen besten Angreifer verloren. Es spricht daher kaum etwas für den Ligaverbleib.

Positiv: Es klingt zwar komisch, doch in der Rückrunde können die Schnüdel befreit aufspielen. Der Klassenerhalt ist angesichts von 16 Punkten Rückstand auf das rettende Ufer längst kein Thema mehr.
Negativ: In der Hinrunde haben die Schnüdel bedenkliche Qualitätsdefizite aufgewiesen, sodass schwer vorstellbar ist, wie deutlich mehr Punkte eingefahren werden sollen als in der Hinrunde. Zumal sich mit Jakob Tranziska auch noch der beste Torschütze verabschiedet hat. Ohnehin stellt der FC05 sowohl die schwächste Offensive als auch die schwächste Defensive.