Der ewige Männel: Wachablösung im Tor von Erzgebirge Aue?
Vor dem Auftakt in die Rückrunde stellt sich beim FC Erzgebirge Aue eine Frage, die es in den letzten Jahren nur selten gab: Steht Martin Männel im Tor? Aufgrund einer Verletzungspause des 37-Jährigen hütete zuletzt Louis Lord den Kasten – und überzeugte. Cheftrainer Jens Härtel muss entscheiden.
Abschlusstest fiel witterungsbedingt aus
Die Hierarchie zwischen den Pfosten war bei den Veilchen lange Zeit eindeutig. Urgestein und Legende Martin Männel führte Aue als Kapitän auf den Rasen, dahinter engagierte sich Nachwuchstalent Max Uhlig. Aber als beide Keeper verletzungsbedingt fehlten, sprang Louis Lord in den letzten Partien vor der Winterpause ein. Und mit dem 22-Jährigen holten die abstiegsbedrohten Veilchen gleich fünf Punkte. Lord blieb zweimal ohne Gegentreffer und avancierte mehrfach zum Matchwinner.
"Louis hat es wieder ordentlich gemacht", erklärte FCE-Coach Jens Härtel im "kicker" nach den Auftritten gegen Duisburg (0:0) und Schweinfurt (4:0). Wird es jetzt die Wachablösung im Kasten geben? Der abschließende Test der Veilchen gegen Rot-Weiß Erfurt viel witterungsbedingt aus. Dort hätte es einen Hinweis geben können, auf welchen Keeper der Cheftrainer setzen wird. Oder, ob Männel nach seiner Hüftverletzung überhaupt schon wieder soweit ist. "Martin hat von den Ärzten die Freigabe erhalten, wieder alle Trainingsformen mitmachen zu dürfen", so Härtel.
"Das ist nicht ganz so einfach"
Klar ist, dass die Ära des 37-jährigen Stammkeepers irgendwann enden wird. Aber nach 580 Pflichtspielen wäre ein verletzungsbedingtes Aus ein unrühmlicher Abschied für Männel. Gleichzeitig hat Lord aber mit Leistungen überzeugt, während Uhlig ohnehin als große Zukunft der Veilchen gehandelt wird. Argumente hätte Härtel also für alle drei Torhüter. Aber die Entscheidung will der 56-Jährige nicht aus dem Bauch heraus treffen. "Das ist nicht ganz so einfach wie bei einem Feldspieler", fand Härtel für die Position des Schlussmannes. Die Spannung bleibt.