Die eigene Leistung, seine Schwächen und der Lieblingsverein

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer bisherigen Saisonleistung?

Es waren ein paar ordentliche Spiele dabei. Natürlich gab es auch Partien, mit denen ich nicht so zufrieden war. Aber ich habe bisher immer gespielt und bin verletzungsfrei geblieben. Das ist natürlich sehr wichtig. Ich möchte noch mehr Konstanz in mein Spiel bringen und in der Offensive mehr Akzente setzen.

Sie mussten durch Ausfälle Ihrer Mitspieler in den vergangenen Wochen auch auf der linken Verteidigerseite spielen. Welche liegt Ihnen denn besser?

Ich fühle mich auf der rechten Seite wohler. Auch wenn ich bei meinem letzten Verein viel auf links gespielt habe, konnte ich mich daran nicht gewöhnen. Ich schätze mich auf der rechten Seite stärker ein. Zur Not würde ich aber auch in der Innenverteidigung spielen. Nur auf Grund meiner Größe wäre das fürs Team nicht so gut  (lacht).

Wo sehen Sie im sportlichen Bereich Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

Ich glaube, dass ich ein ganz gutes Stellungsspiel habe. Was man bei mir komplett vergessen kann, ist das Kopfballspiel. Ich bin halt nur 1,76 Meter groß (lacht). Und der geborene Torjäger bin ich auch nicht.

Wann haben Sie beschlossen, Fußballprofi zu werden und wann war klar, dass Sie die Rolle des Verteidigers einnehmen?

Ich bin mit zehn Jahren in die Jugend des FC Bayern München gegangen. Wenn man dort gelandet ist, möchte man natürlich auch Profi werden. Bis zu den B-Junioren habe ich im Mittelfeld gespielt. Seit meiner ersten Saison bei der zweiten Mannschaft des MSV Duisburg spiele ich in der Verteidigung. Davor wechselte ich immer mal. Aber ich finde es besser, wenn das Spiel vor mir liegt.

Vier gelbe Karten stehen mittlerweile auf Ihrem Konto. Kann man so etwas als Spieler wirklich immer ausblenden oder zögert man vielleicht doch in gewissen Situationen?

Vor dem Spiel wird es einem natürlich deutlich, dass man aufpassen muss. Vor allem da Rafa (Rafael Czichos, Anm. d. Red.) momentan gesperrt ist, würde es Probleme aufwerfen, wenn ich auch gesperrt werde. Aber im Spiel selber denkt man da überhaupt nicht dran. Lieber kassiere ich die fünfte gelbe Karte, als im falschen Moment zurückzuziehen und ein Gegentreffer zu verschulden.

In Unterhaching sind nicht so viele Zuschauer im Stadion wie es in Erfurt ist. War dies ungewohnt und wie empfinden Sie die Stimmung der Rot-Weiß-Fans?

Gewohnt war ich so viele Zuschauer natürlich nicht. Aber ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Die Stimmung der Fans ist super, wirklich überragend. Vor allem bei den Derbys gegen Halle und Chemnitz war es großartig. Und das man sich so viel Mühe mit einer riesigen Choreo gibt, beeindruckt mich. Super finde ich es auch, dass immer Leute zu den Auswärtsspielen fahren. Ich bin absolut zufrieden.

Mit Sebastian Stolze und Kevin Möhwald haben es zwei Spieler in die Jugendauswahlen des DFB geschafft. Wie hat die Mannschaft diese Nachricht aufgenommen?

Wir haben uns natürlich für beide gefreut, es ist etwas Schönes für die Jungs. Trotz ihres jungen Alters (Stolze 18 Jahre, Möhwald 20; Anm. d. Red.) haben beide schon einen hohen Stellenwert. Vor allem Kevin wird damit für seine starke Saison belohnt. Und das Sebastian im ersten Spiel gleich zwei Tore schießt, ist natürlich überragend (lacht).

Was machen Sie in ihrer Freizeit und gibt es noch anderen Sport, den Sie verfolgen oder betreiben?

Ich spiele Triangel (lacht). Nein, ich unternehme viel mit Freunden und schaue gerne Filme und Serien. Ich habe bestimmt schon alles gesehen, was es gibt. Ich muss aber unter Leute, da ich nicht lange zuhause sein kann, dann wird es mir zu langweilig. Neben Fußball schaue ich sehr gerne Football. Ich drücke den San Francisco 49ers die Daumen. Auch Basketball verfolge ich ein bisschen, habe da allerdings nicht so viel Ahnung.

Wie hat die Mannschaft auf den Weggang von Morten Nielsen unter der Woche reagiert?

Es ist schade, dass er gegangen ist. Ich saß in der Kabine immer neben ihm und habe mich super mit ihm verstanden. Für ihn hat es zuletzt einfach nicht gepasst. Er ist ein toller Fußballer, der sehr gute Anlagen hat. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.

Haben Sie eigentlich einen Lieblingsverein im Fußball?

National ist das der FC Bayern München. Dies liegt bei mir natürlich nahe, da ich lange dort gelebt und gespielt habe. International bewundere ich Manchester United. Es ist ein großartiger Verein. Aber ich bin natürlich Realist genug, um zu wissen, dass dieser Zug für mich abgefahren ist (lacht).

Wo sehen Sie sich in drei Jahren?

Mit Rot-Weiß Erfurt in der 2. Bundesliga. (schmunzelt)

Sie sind in Deutschland geboren, haben aber kroatische Wurzeln. Wenn es bei der WM 2014 in Brasilien zu einem Finale zwischen beiden Teams kommt, wem drücken Sie dann die Daumen?

(lacht) Ich wäre für Kroatien. Meine gesamte Familie lebt dort und ich fühle mich dem Land sehr verbunden. Natürlich fühle ich mich auch als Deutscher. Schließlich bin ich auch hier aufgewachsen und spreche besser Deutsch als Kroatisch.

Sie haben am Freitag Geburtstag und werden 24 Jahre alt. Was wünscht man sich da?

Ganz einfach: Drei Punkte gegen Darmstadt! (lacht)

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

 

   

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