4:0! Würzburg schlägt Wiesbaden und springt an die Spitze

Erfolgreicher Heimauftakt für die Würzburger Kickers. Der Aufsteiger bezwang am Freitagabend den SV Wehen Wiesbaden mit 4:0. Während die Hessen ihre Chancen zu Beginn nicht nutzten, zog ihnen Franjic per Traumtor den Stecker.

Franjics Traumtor als Wendepunkt

1.560 Tage war es her, dass am Dallenberg Drittliga-Fußball gespielt wurde. Am 37. Spieltag der Saison 2021/22 gab es zum Abschied eine 1:2-Niederlage gegen den Halleschen FC. Die Rückkehr sollte nun positiver verlaufen. Nach dem 2:2 gegen den FC Ingolstadt veränderte Kickers-Coach Michael Schiele seine Startelf auf einer Position: In der Dreierkette begann Eberle für de Medina, der nicht im Kader stand. Wiesbadens Trainer Daniel Scherning nahm im Vergleich zum 1:3 gegen Preußen Münster ebenfalls eine Änderung vor: Suarez begann für Brandt. Neuzugang Chaikhoun stand noch nicht im Kader.

Vom Anpfiff weg erwischte Wiesbaden den besseren Start und wurde vor allem mit weiten Diagonalbällen gefährlich. So auch in der vierten Minute: Greilinger tauchte nach einem solchen Zuspiel von Gillekens links im Strafraum auf. Statt selbst abzuschließen, legte er jedoch noch einmal quer auf Flotho. Dieser versuchte, den Ball per Sprung mit dem Fuß über die Linie zu drücken, doch Eberle konnte blocken. Fünf Minuten später war es erneut ein weiter Pass, der für Gefahr sorgte. Ati Allah nahm den Ball auf und flankte auf Höhe des Elfmeterpunkts. Karweina setzte zum Fallrückzieher an, traf den Ball jedoch nicht optimal – Hipper konnte den Versuch problemlos aufnehmen.

Danach verflachte die Partie etwas, wobei Wiesbaden weiterhin mehr Ballbesitz hatte. Dann kippte das Spiel. Der Knackpunkt: ein Traumtor von Franjic. Einen Freistoß aus halblinker Position und rund 18 Metern Entfernung schlenzte er an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball ins Tor (17.). Nur vier Minuten später gab es aus nahezu identischer Position erneut einen Freistoß. Dieses Mal trat Geburtstagskind Eberle an – ein Geschenk in Form eines Tores blieb ihm jedoch verwehrt. Sein Schuss strich knapp am Tor vorbei.

Der Gegentreffer zeigte Wirkung: Wiesbaden verlor zunehmend den Faden. Die Kickers verteidigten kompakt und lauerten im eigenen Stadion auf Konter. Abrangao gewann auf der linken Seite das Laufduell mit Gillekens und legte anschließend im Sechzehner zurück in den Rückraum. Dort schloss Kraus technisch ab und traf zum 2:0. Wiesbaden fand anschließend zwar wieder etwas besser in die Spur, kam vor der Pause jedoch nicht mehr gefährlich vor das Tor.

Wiesbaden zerfällt in der Schlussphase

Damit sich das im zweiten Durchgang ändert, reagierte Scherning und brachte zur Pause Stehle und Schleimer für Ati Allah und Karweina. Den besseren Start erwischten jedoch die Kickers. Bonga sprintete nach einem Ballgewinn am Mittelkreis in Richtung Strafraum und zog aus der Distanz ab. Sein Schuss ging allerdings direkt auf Stritzel, der den Ball mit beiden Fäusten nach vorne boxte (49.). Kurz darauf gab es jedoch eine Hiobsbotschaft für die Kickers: Ohne Gegnereinwirkung verletzte sich Hägele. Der Innenverteidiger fasste sich an die Adduktoren und musste ausgewechselt werden. Muteba kam für ihn.

Anschließend fand Wiesbaden immer besser in die Partie. Greilinger legte den Ball links im Sechzehner zurück in den Rückraum, wo Gözüsirin vollkommen frei zum Abschluss kam. Sein Schuss traf jedoch nur einen Würzburger (58.). Die nächste Chance für die Hessen ergab sich nach einem Freistoß: Gillekens zog aus gut 30 Metern direkt aufs Tor. Hipper musste sich erstmals richtig strecken und wehrte den Ball ab (62.). Auch Wiesbaden musste anschließend verletzungsbedingt wechseln. Suarez konnte nicht mehr weiterspielen, Brandt kam für ihn. Bemerkenswert: Greilinger schimpfte offenbar mit seinem Mitspieler, der zunächst am Boden sitzen blieb, da es so zu einer Unterbrechung kam. Letztlich war es sogar ein Gegenspieler, der dem Spanier dabei half, den Krampf zu lösen.

Wiesbaden hatte nun wieder mehr Ballbesitz, während sich Würzburg zunehmend auf die Defensive konzentrierte. Allerdings fanden die Hessen kaum Lösungen mit dem Ball. Für die Entscheidung sorgten schließlich die Kickers eine Viertelstunde vor Schluss. Der kurz zuvor eingewechselte Nischalke sprintete auf der rechten Seite in Richtung Tor. Statt den mitgelaufenen Bonga zu bedienen, zog er selbst ab. Stritzel konnte den Versuch zwar abwehren, lenkte den Ball jedoch direkt vor die Füße von Kiefersauer, der zum 3:0 abstaubte (77.). Es kam für Wiesbaden sogar noch dicker: Bonga setzte sich auf der rechten Seite durch und legte am Ende clever an die Strafraumlinie zurück. Dort schob Franjic aus halbrechter Position souverän zum 4:0 (84.). Auch der Ehrentreffer gelang Wiesbaden nicht. Agrafiotis war nach einem langen Ball auf und davon. Im Eins-gegen-eins scheiterte der Angreifer jedoch an Hipper (90.+5.).

Mit vier Punkten übernimmt Würzburg vorerst die Tabellenführung, während Wiesbaden nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel erstmal die Rote Laterne trägt. Für die Mannschaft von Schiele geht es übernächsten Montag im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln weiter. In der Liga steht am Samstag, den 29. August, das Gastspiel beim MSV Duisburg an (14 Uhr). Wiesbaden empfängt dagegen am Samstag, den 22. August, im DFB-Pokal Bayer 04 Leverkusen. Eine Woche später geht es in der Liga mit dem Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen weiter (14 Uhr).

   

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