3:2 gegen nach 0:1 gegen Verl: Heider hält VfL-Träume am Leben

Mit einem späten 3:2-Heimsieg über den SC Verl hat der VfL Osnabrück am Montagabend seine Hoffnungen im Kampf um die 2. Liga am Leben gehalten. Trotz zweier Führungen der Gäste kamen die Lila-Weißen zweimal zurück und erzielten kurz vor Schluss den viel umjubelten Siegtreffer, durch den die Niedersachsen Kontakt zu den Aufstiegsplätzen halten.

Traoré kontert Berlinskis Führungstreffer

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch im eigenen Team mit zwölf Infizierten konnten die Spieler der Osnabrücker erst am Samstag wieder zusammen trainieren. Dennoch musste VfL-Trainer Daniel Scherning seine Startelf im Vergleich zum letzten Spiel nur auf zwei Positionen verändern. Ulrich Bapoh und Lukas Gugannig begannen für Sebastian Klaas und den verletzten Timo Beermann. Auf Seiten der Ostwestfalen aus Verl rotierten Cyrill Akono und Daniel Mikic für Leandro Putaro und Ochojski in die Elf von Trainer Kniat.

Keine 60 Sekunden waren an der Bremer Brücke absolviert, da hätten die Gäste aus Verl schon in Führung gehen können. Schwermann schickte auf der linken Seite Akono in den Strafraum, der sofort aus 13 Metern abzog und einer starken Abwehr von Kühn scheiterte (1.). Auch die Lila-Weißen versuchten ihr Heil in der Offensive zu suchen. Opoku leitete das Spielgerät auf den linken Flügel zu Kunze. Der nahm noch seinen Offensivkollegen Marc Heider mit, von dessen Fuß eine Flanke ins Zentrum geschlagen wurde, die wiederum von links nur das Außennetz traf (4.). Es blieb ein sehr ansehnliches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Eine Flanke von Bapoh köpfte Kunze nur Zentimeter neben den linken Pfosten (8.) und eine Hereingabe von links von Berlinski konnte Joel Grodowski im 1-gegen-1 gegen Philipp Kühn nicht verwerten (12.).

Nachdem sich das Spiel im Anschluss eine kleine Verschnaufpause nahm, schlug Verl gute zehn Minuten nach der Grodowski-Chance erstmals zu. Akono legte auf den linken Flügel zu eben jedem Grodowski heraus, der aus dem linken Halbfeld flach an den ersten Pfosten flankte, wo Ron Berlinski eingelaufen kam und das Leder links unten in die Maschen drückte (21.). Der Treffer tat dem Sportclub merklich gut, während Osnabrück verunsichert wirkte. Eine Halbfeldflanke von Mikic von der rechten Seite versuchte Berlinski per Fallrückzieher aufs Tor zu bringen. Da der Offensivmann das Leder verpasste, wäre beinahe Lannert am zweiten Pfosten ans Leder gekommen, ging aber nach einem Gegnerkontakt etwas zu leicht zu Boden (29.).

So kam der VfL etwas aus dem Nichts zum Ausgleich. Nach einem vermeintlichen Handspiel im Strafraum der Verler nach einem Opoku-Abschluss schalteten die Gastgeber nicht ab. Kleinhansl flankte den Rebound aus dem linken Halbfeld ins Zentrum zu Traoré, der die Kugel gegen seinen Mitspieler abschirmte, in den Strafraum zog und flach unten links zum 1:1 vollendete (31.). Der VfL wurde vom Ausgleich regelrecht beflügelt und drängte die Verler in der Folge des Ausgleichs in den eigenen Strafraum. Eine Ecke von der linken Seite landete am hinteren Fünfereck bei Köhler, der die Kugel auf die Oberkante der Latte köpfte (36.). Das spielerische Übergewicht der Heimelf blieb auch bis zum Pausentee eindeutig, doch weitere Chancen sprangen für die Scherning-Elf vor der Halbzeit nicht mehr heraus.

Heider bringt Bremer Brücke zum Beben

Mit Beginn der zweiten Hälfte schaltete sich auch die aktive Fanszene der Heimelf nach einem Protest gegen die Montagsspiele akustisch ins Spiel ein. Beide Seiten ließen sich von der Flutlichtatmosphäre in der Folge anstacheln. Eine Hereingabe von Traoré von der rechten Seite, wurde gerade noch von Pernot geklärt (49.), während auf der Gegenseite Trapp mit einer Risikogrätsche in allerhöchster Not gegen Joel Grodowski das mögliche 1:2 verhinderte (52.). Wieder auf der Gegenseite tankte sich der quirlige Simakala rechts bis in den Strafraum durch und versuchte zu Opoku querzulegen, doch wiederum war es Pernot, der in der Innenverteidigung klären konnte (54.). Nach knapp einer Stunde begannen beide Trainer damit, in ihren Reihen neues Personal zu bringen. So kamen bei den Osnabrückern Klaas und Oduah für Simakala und Bapoh (55.), sowie Baack für Schwermann (57.) und Petkov für Berlinski (63.). beim SCV.

In der Schlussphase zogen beide Seiten noch einmal merklich das Tempo an. Nach einem schweren Rückpassfehler von Sapina in der eigenen Hälfte konnte der eingewechselte Oduah frei aufs Tor zulaufen, verlor jedoch vor Thiede im 1-gegen-1 die Nerven und stolperte (65.). So ging zwei Minuten später wieder der Gast in Führung. Eine Ecke von der rechten Seite legte Petkov mit Übersicht wieder vor das Tor zu Aaron Berzel, der das Spielgerät volley in die Maschen Drosch (67.). Osnabrück antwortete postwendend. Nach einem Zweikampf von Oduah und Berzel im Strafraum gelangte das Leder in den Strafraum zu Marc Heider, der von Sapina am Fuß getroffen wurde und fiel. Den fälligen Elfmeter verwandelte Sebastian Klaas rechts unten zum 2:2 (73.).

Für beide Teams standen in der letzten Viertelstunde die Zeichen auf Sieg und so agierten sie mit offenem Visier. Opokus Flanke legte Heider am Fünfer in den Rückraum zu Kunze ab, der aus acht Metern den linken Pfosten nur haarscharf verfehlte (78.). Immer mehr drängten vor allem die Osnabrücker die Gäste in die eigene Hälfte. So kam es fünf Minuten vor dem Ende doch noch zu einem Treffer. Der bereits von Schmerzen geplagte Marc Heider bekam von der linken Seite im Strafraum nochmal eine halbhohe Flanke des bärenstarken Sebastian Klaas und nickte diese im Fallen ins kurze Eck zum 3:2 ein (85.). Von dem späten Nackenschlag erholten sich die Ostwestfalen nicht mehr und kamen auch nicht mehr gefährlich vor das Tor der Scherning-Elf. So blieb es am Ende beim knappen 3:2-Sieg der Niedersachsen. Durch den Dreier bleibt der VfL bei zwei Spielen weniger in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen und liegt sieben Punkte hinter Rang 3, während Verl ein wenig den Anschluss im Abstiegskampf verliert und 17. bleibt – mit vier Punkten Rückstand auf das rettende Ufer (ein Spiel weniger).

   
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