3:2 in Überzahl! Aue besiegt Halle nach zweimaligem Rückstand

Derby-Sieg für Erzgebirge Aue: Im frühen Sonntagsspiel setzten sich die Veilchen mit 3:2 beim Halleschen FC durch und bleiben oben dran. Dabei spielte der HFC von Beginn an mutig auf, ging zwei Mal verdient in Führung, kassierte aber jeweils den Ausgleich. Der Wendepunkte ereignete sich in der 65. Minute, als Vollert für eine Notbremse Rot sah und einen Elfmeter verursachte, den Stefaniak zum 3:2 verwandelte. 

Drei Tore innerhalb von fünf Minuten kurz vor der Pause

Auf die 0:2-Niederlage am Mittwoch in Unterhaching reagierte HFC-Trainer Ristic mit vier Wechseln. Hug und Nietfeld nahmen die Plätze von Halangk und dem angeschlagenen Behrendt in der Viererkette ein. Lofolomo ersetzte den kranken Casar auf der Sechs, und Berko kam für Halimi rein. Bei Aue gab es nur eine Veränderung im Vergleich zum 0:0 gegen 1860 München: Pepic rückte für Majetschak in das defensive Mittelfeld. Halle startete mit Vorwärtsdrang und hatte nach fünf Minuten die ersten beiden Chancen. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte setzte sich Bonga gut durch und legte im Strafraum quer, wo Danhof in höchster Not vor dem einschussbereiten Berko rettete. Wenige Sekunden später köpfte Baumann die Kugel nach einer präzisen Hug-Flanke knapp am Kasten vorbei. Aue kam nach zehn Minuten erstmals zum Abschluss, als Jakob mit einer Flanke von links Bär bediente, dessen Kopfball-Aufsetzer den HFC-Torwart Schulze vor keine große Probe stellte. Kurz darauf gab es die erwartete Unterbrechung durch das Werfen von Tennisbällen der Heimfans als Protest gegen die Investorenpläne der DFL.

Nach sechsminütiger Spielpause wurde die Partie fortgesetzt. In der 20. Minute brachte ein Geschenk der Gäste die Saalestädter in Front. Vukancic spielte den Ball so ungenau zu Männel zurück, dass Baumann dazwischen spritzen und zum 1:0 einschieben konnte. Der FCE reagierte umgehend mit einem langen Ball auf Bär, der plötzlich alleine vor Schulze auftauchte und das Leder über den Torhüter, aber auch über das Gehäuse hob. Mit dieser Chance erhöhten die Gäste die Schlagzahl und erarbeiteten sich zwei gute Freistoßpositionen auf beiden Flügeln, aber der HFC verteidigte die Hereingaben (24. und 28. Minute). Auf der anderen Seite flog eine Freistoßflanke von Deniz gefährlich durch den Sechzehner an mehreren Rot-Weißen vorbei (31.). Das Geschehen war von vielen intensiven Zweikämpfen und Fouls geprägt. Halle erlangte nach der kurzen Auer Druckphase wieder die Kontrolle. In der 35. Minute ließ der auffällige Bonga auf der rechten Seite seinen Gegenspieler mit einer Finte aussteigen und zielte aus spitzem Winkel nur knapp über die Latte.

Drei Minuten später klingelte es jedoch plötzlich im Kasten der Hausherren. Nach Flanke von Stefaniak stieg Schikora mustergültig hoch und nickte die Kugel in das lange Eck zum etwas überraschenden Ausgleich ein. Doch nur wenige Augenblicke später legte der Gastgeber wieder nach. Einen Freistoß von Gayret aus knapp 30 Metern zentraler Position fälschte Tashchy in der Mauer mit dem Kopf ab und ließ damit keine Chance für Männel (40.). Und die wilden Minuten gingen weiter. Nach einer Hereingabe von Jakob waren sich Lofolomo und Vollert nicht einig, sodass Bär die Situation nutzte und das 2:2 markierte. In der fünften von insgesamt neun Minuten Nachspielzeit feuerte Stefaniak nach einem abgefälschten Freistoß aus dem Rückraum ab, zog jedoch drüber. Nach neun Minuten in der Extraschicht gab es noch einen Freistoß für Halle auf dem rechten Flügel, den Deniz erneut mit viel Effet hereingab und Bonga in der Mitte fand, der das Spielgerät knapp neben das Tor setzte. So ging das rassige und bisweilen turbulente Ostduell mit Gleichstand in die Halbzeitpause.

Stefaniak dreht das Spiel vom Elfmeterpunkt

Die Hausherren kamen wieder besser aus den Startlöchern und reklamierten Handelfmeter im Anschluss an einen Freistoß, doch die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Kurz darauf brachte Berko den Ball von links herein, und Bonga verpasste in der Mitte nur knapp (47.). Die Veilchen näherten sich in der 50. Minute wieder an, aber Tashchys Heber landete im hohen Bogen drüber. Wenige Augenblicke später bewahrte Schulze seine Mannschaft vor dem erstmaligem Rückstand. Nach einer Flanke prallte der Ball zu Sijaric, der frei vor dem Tor stand, aber aus sechs Metern am glänzenden reagierenden HFC-Schlussmann scheiterte (52.). Auf der anderen Seite des Feldes rasselten Baumann und Vukancic zusammen. Nach einer kurzen Behandlungspause musste der Auer Verteidiger durch Majetschak ersetzt werden (56.).

Die Partie nahm sich eine kleine Auszeit, in der bis auf Stefaniaks Distanzschuss in der 60. Minute nicht viel in Richtung beider Tore passierte. Nach 65 gespielten Minuten tauchte Bär nach einer Flanke im Strafraum auf, und Vollert riss ihn am Arm zu Boden. Folgerichtig gab es Elfmeter für die Gäste und glatt Rot für den Hallenser. Stefaniak trat an und verwandelte souverän links unten, wobei die Schulze die richtige Ecke geahnt hatte. Halle gab sich in Unterzahl nicht geschlagen, zumindest probierte es Deniz aus der Distanz, stellte Männel aber vor keine Probleme (70.). Zwei Minute darauf tankte sich Bonga auf rechts durch und Baumanns Schuss wurde zur Ecke abgefälscht. Der anschließende Standard landete bei Baumann, dessen Kopfball aus spitzem Winkel in Männels Händen landete. Aue versuchte, das Spiel zu kontrollieren, lief jedoch in einige Konter.

In der 76. Minute fehlten nicht viel zum Ausgleich, als Skenderovic nach einer Flanke von Hug nur knapp am Gehäuse vorbei köpfte. Die Rot-Weißen blieben am Drücker: Männel musste bei Bongas Distanzschuss zupacken (82.). In der 85. Minute hätte Pepic den Deckel draufmachen, zog aber aus zwölf Metern zentraler Position am Tor vorbei. Drei Zeigerumdrehungen später hatte Meuer eine weitere Chance, aber er setzte den Kopfball nach einer Flanke von Danhof mittig auf Schulze, der zum Eckball parierte. Es blieb beim 3:2, wodurch Aue auf den achten Platz vorrückt und nun sechs Punkte hinter dem dritten Platz liegt. Am nächsten Sonntag steht das Sachsenderby gegen Dynamo Dresden auf dem Programm. Der HFC kassierte die zweite Niederlage in Folge und bleibt nur knapp über dem Strich mit einem Punkt vor Waldhof Mannheim. Als Nächstes sind sie bei 1860 München gefordert.

   
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