3. Liga: Musterbeispiel Fortuna Düsseldorf ?

Sie gehörten viele Jahre zum Kern des deutschen Fußballes  und waren aus der Bundesliga kaum wegzudenken. Ende der 90er Jahre wurde der Traditionsverein jedoch sogar bis in die Oberliga durchgereicht. Sie standen kurz vor dem K.O. – sind aber wieder aufgestanden und klopfen nach langer Abstinenz nun wieder an die höchste deutsche Spielklasse im Fußball an. Es erscheint so, als wäre Fortuna Düsseldorf ein Musterbeispiel für viele Vereine der dritten Liga, die dasselbe Schicksal zurzeit teilen. Arminia Bielefeld, Kickers Offenbach oder der 1. FC Saarbrücken würden sich wohl nichts sehnlicher wünschen, als in absehbarer Zeit einen ähnlichen Werdegang vorweisen zu können, wie die Fortuna.  Doch was ist das Erfolgsrezept des Fußballclubs aus Düsseldorf?

Kontinuierlicher Weg

Fortuna verfolgt eine klare Strategie. Mit Norbert Meier halten sie bereits seit 2008 an einem Trainer fest, was heutzutage eher die Seltenheit ist.  Dazu gelingt der sportlichen Führung jährlich auf ein Neues eine gelungene Kaderzusammenstellung. Eine Mischung aus talentierten und erfahrenen Spielern macht die Düsseldorfer unberechenbar. Abgänge von etablierten Spielern wie Martin Harnik oder Bamba Anderson konnten erstaunlicherweise immer wieder kompensiert werden. Erfahrene Spieler wie Jens Langeneke oder Andreas Lambertz gehörten zudem bereits in der Regionalliga zum Kader. Dazu besticht die Fortuna mit Neuverpflichtungen, wie z.B. Sascha Rösler oder Maximilian Beister, die jeder Mannschaft helfen können. Es wirkt, als würde der Verein der Landeshauptstadt NRWs Schritt für Schritt an alte Zeiten anknüpfen wollen.

Aus Fehlern gelernt

Reiner Calmund sprach in einem Bild-Interview von 2009 von vielen „Großkotzern“ in den Jahren zuvor, die die Fortuna bei Kaviar in die Champions-League bringen wollten. Eine Entwicklung, die seit Beginn des Aufschwungs keinen Stellenwert mehr für die Fortuna hatte. „Mannschaft, Gremien und Vorstand haben sich weiterentwickelt. Der Aufstieg ist geschafft, das ist eine maximal positive Entwicklung.“ sagte Calmund in dem Interview von 2009. Doch damit war die positive Entwicklung nicht am Ende. Im Gegenteil. Die Fortuna gewinnt wieder mehr und mehr an Bedeutung im Profifußball. Der übertriebene Größenwahnsinn ist passé, es wird von Tag zu Tag akribisch gearbeitet. Ein Weg, auf dem die Vereinsführung gut fährt.

Die Fans bleiben – egal was passiert

Die Fans der Fortuna stehen immer hinter ihren Verein. So wurde zum Beispiel der Aufstieg in die zweite Liga vor einer Kulisse von 50.095 Zuschauern gefeiert, was zeitgleich auch einen Ligarekord für die neue dritte Liga bedeutete. In der Regionalliga konnte die Fortuna einen Zuschauerschnitt von ca. 12.500 aufweisen – einen Wert, den keiner der jetzigen Drittligisten, die sich wohlgemerkt eine Liga über der Regionalliga befinden, erreicht. So entstand in Düsseldorf eine neue Aufbruchsstimmung um den Verein, die immer noch anhält.

Parallelen auffindbar

Viele Vereine aus der dritten Liga würden sich wohl einen ähnlichen Werdegang wünschen. Vereinzelte Parallelen sind zum Teil auffindbar. Arminia Bielefelds Fanszene erweist z.B. ebenfalls Durchhaltevermögen, auch in den schwierigsten Zeiten. Zudem könnte mit Stefan Krämer der Typ Trainer gefunden worden sein, den man lange auf der Alm vermisste. Auch die Vereinsführung hat sich neu aufgestellt. Positive Ansätze sind somit erkennbar. Dennoch wird es ein steiniger Weg, auf den so mancher Verein noch stolpern und umfallen wird.

   
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