2:1 nach 0:1 gegen SVWW: Zwickau kommt Klassenerhalt näher

Mit einem 2:1 gegen Wiesbaden rückt der Klassenerhalt für den FSV Zwickau nach dem dritten Sieg in Folge in greifbare Nähe. Die letzten Aufstiegshoffnungen des SV Wehen müssen hingegen mit 13 Punkten Rückstand auf Platz 3 wohl endgültig ad acta gelegt werden.

Hollerbach stellt Spielverlauf auf den Kopf

Zwar befanden sich die gastierenden Wiesbadener acht Punkte vor dem FSV Zwickau, doch der Trend sprach eindeutig für die Schwäne, die hingegen auf die Stammkeeper Johannes Brinkies (Muskelfaserriss) und Abwehrspieler Steffen Nkansah, der sich kurzfristig erkältet abmelden musste, verzichten mussten. Für Brinkies rückte Matti Kamenz ins Tor. Nach zwei Siegen in Folge scheint der Klassenerhalt nahe, während der SVWW zuletzt drei Pleiten in Folge hinnehmen musste. Entsprechend tauschte Trainer Rehm auf vier Positionen, um neue Impulse zu setzen. Den besseren Start erwischten allerdings die Schwäne, die vom Anpfiff an den Weg nach vorne suchten. Nach einem Vorstoß von Coskun musste SVWW-Keeper Boss erstmals aktiv werden und im eigenen Fünfer zugreifen (4.). Nach Schockstarre in den ersten Minuten wurde dann auch Wiesbaden wach. Ein Schuss von Hollerbach, der von links in den Zwickauer Strafraum einzog, konnte aber geblockt werden (8.).

Es bahnte sich ein offener Schlagabtausch an, denn auch der FSV antwortete prompt mit einem Schuss von König, der in den Armen von Boss landete (11.). Der Keeper stand auch kurz darauf im Fokus, als er eine Flanke genau auf die Füße von Miatke schaufelte und den anschließenden Volley-Schuss von der Linie kratzen musste (13.). Auch weiter ließen die Hausherren den Gast aus Wiesbaden in der Abwehr nicht zur Ruhe kommen, ein Treffer sprang in dieser Druckphase jedoch nicht heraus. Dies gab dem SVWW die Chance, sich etwas zu fangen. So folgte die erste Großchance Wiesbadens, doch Brinkies-Vertreter Kamenz konnte einen Schuss von Nilsson stark entschärfen.

Ein weiterer Aufreger folgte Mitte der ersten Hälfte, als Wurtz bei einer Flanke im Zwickauer Strafraum zu Fall kam und andeutete, dass an seinem Trikot gezogen worden sei (24.). Ein Pfiff blieb allerdings aus. Gänzlich aus dem Spiel blieb aber die FSV-Offensive keinesfalls. So fand eine Flanke von rechts Könnecke in der Mitte, dessen Direktabnahme aber pariert werden konnte (30.). Kurz darauf zappelte das Leder zwar im Wehen-Netz, doch Schröter befand sich bei einem Querpass am herausstürmenden Boss vorbei wohl im Abseits (34.). Während Miatke eine weitere Chance ausließ, das 1:0 zu erzielen (44.), bestätigte sich eine Phrase des Fußballs: Wenn du vorne nicht triffst, bekommst du hinten die Dinger. Quasi mit dem Halbzeitpfiff fiel SVWW-Youngster Hollerbach die Kugel nach einer Klärungsaktion von Frick vor die Füße, sodass der 20-Jährige nur noch zum 1:0 für Wehen einschieben brauchte (45+2.). Es war der Halbzeitstand – auch wenn dies kein FSV-Spieler zu glauben vermochte.

FSV dreht das Spiel spät

Ohne personelle Änderungen ging es in den zweiten Durchgang. Dieser sollte genauso starten wie es auch der erste tat. Erneut liefen die Schwäne an, die aber nun an ihrer Zielgenauigkeit gearbeitet zu haben scheinen. Nach einer Ecke von Schröter stieg Schikora in der Mitte höher als alle Bewacher und konnte mit dem ersten Torschuss im zweiten Durchgang und einem wuchtigen Kopfball den Schock vor der Pause egalisieren und das 1:1 herstellen (52.). Beide Teams rangen nun merklich darum, die Oberhand im Spiel zu gewinnen, was zur Folge hatte, dass sich mehr Szenen im Mittelfeld abspielten und Chancen auf beiden Seiten eher weniger wurden. Die beste in ebendieser Phase gehörte Zwickaus Coskun, der einen Freistoß aus gut 30 Metern direkt in die Hände von Boss schoss (59.).

Anstatt weiterer Torraumszenen folgten diverse Ein- und Auswechslungen sowie Foulspiele und Verwarnungen. Beide Teams neutralisierten sich, während die Zweikämpfe, die hauptsächlich im Mittelfeld stattfanden, immer hitziger wurden. Auch die seltenen Annäherungen wurden dabei immer ungenauer. Exemplarisch eine vollkommen verunglückte Hereingabe von Wiesbadens Hollerbach, der sich zuvor mit einem starken Solo auf dem Flügel durchsetzen konnte (69.). Etwas besser machte es Coskun nach einem geblockten Versuch von Miatke aus 25 Metern, doch er jagte die Kugel in den Zwickauer Himmel (77.).

Auch weitere Halbchancen von Tietz auf der einen (80.) und Schröter per Fallrückzieher auf der anderen Seite (83.) ließen noch die nötige Präzision vermissen. Viel besser machte es Schröter allerdings kurz darauf, als er nach einem Steilpass von Schikora dem herauseilenden Boss die Kugel vom Fuß spitzelte, die späte Führung für die Schwäne erzielen konnte (86.) und sein Team somit für den couragierten Auftritt – vor allem im ersten Durchgang – belohnte. Der SVWW lief noch einmal an, blieb aber ohne weitere Chancen. Stattdessen hatte das spät erzielte 2:1 bis zum Ende Bestand. Die Gäste aus Wiesbaden, die sowieso nur noch bedingt Hoffnungen auf den direkten Wiederaufstieg gehegt haben dürften, müssen wohl alle diesbezüglichen Träume ad acta legen. Nach der vierten Niederlage in Folge steht beim SVWW ein siebter Platz mit 13 Punkten Rückstand auf Platz 3. Der FSV Zwickau holt hingegen den dritten Sieg in Folge. Der Klassenerhalt rückt mit Platz 9 und nun 39 Punkten, die acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze bedeuten, bei noch zwei nachzuholenden Begegnungen hierbei in greifbare Nähe.

   
  • chaot

    Ein verdienter Sieg des FSV gegen Wiesbaden. Auch wenn das 0:1 kurz vor Ende der ersten Hz (nach den vielen Chancen für Zwickau) den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hat. Die erhoffte Reaktion kam probmt nach der Pause. Ein sehr ordentliches Statement von Trainer Rehm von den Gästen, der die Leistung seines Teams, als auch das von Zwickau sehr gut eingeschätzt hat. Erlebt man nicht oft.

  • Jens

    Die Überschrift trifft es nicht ganz richtig Nicolas Bartsch, denn wenn Zwickau die 2 Nachholespiele gewinnt, haben sie 45 pkt und sind 7. also punktgleich mit Platz 4 ( zur Zeit) also in Reichweite wenn von den ersten 3 nicht noch einer oder zwei oder drei schwächeln!

    • Lodenhool Lodenkai

      Ich denke, in Zwickau tut man gut daran, sich auf den Abstiegskampf zu konzentrieren und keine luftschlösser zu bauen. Aber der Verein gehört ja ohnehin zu den geerdesten der Liga. Ganz im gegensatz zu dem ein oder anderen verein vom schuldenhügel. Obwohl träumen ja auch erlaubt ist. DFB-Pokal-Qualifikation und dann in der ersten Runde 8:0 gegen den Schacht…. :-)

      • JR910

        @ Jens
        Denke ihr habt beide Recht und auch wieder nicht.
        Auf der Habenseite von Zwickau stehen 39 Punkte und davon sollte man erst einmal ausgehen, denn die Nachholspiele sind noch nicht gewonnen.
        Abstieg sollte aber auch kein Thema mehr sein.
        Die andere Seite ist, dass alles möglich ist und Zwigge zur Zeit eine tolle Performance abliefert.

      • Phillip

        Dem kann ich nur beipflichten. Das müsste aktuell schon mit dem Teufel zugehen, wenn man diese 6 Punkte nicht noch irgendwie zusammen bekommt. Ein Platz 4 ist trotz der 2 Nachholer in meinen Augen unrealistisch. Dafür wird man was um die 60 Punkte brauchen, was 7 Siege aus noch 11 Spielen hieße. Zwickau ist solide am Punkten, aber das halte ich dann doch für vermessen. Aber schauen wir mal nach Ostern wie es aussieht. :-D

      • Jens

        Nachholespiele Uerdingen und ich glaube Kaiserslautern eigentlich wenn man dann Wiesbaden sieht, naja! Es kann viel passieren aber zwigge ist durch und kann die nächste Saison planen

  • Kunibert78

    Höchsten Respekt . Kein anderes Team war von so vielen Spielabsagen-/Verlegungen betroffen. Zeitgleich noch Verletzungssorgen. Dennoch wurde der Krampf schnell angenommen und sich auf das Wesentliche konzentriert. Für Wiesbaden ist der Zug nun wohl endgültig abgefahren. .

    • Friedrich Herschel

      Dazu tritt Zwickau mit einem der "wertlosesten" Kader (nach transfermarkt.de) an. Die machen da schon gute Arbeit für ihre Verhältnisse.

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