2:1 nach 0:1 binnen einer Minute: Mannheim schlägt Elversberg

Im Montagsspiel des 25. Spieltages konnte sich der SV Waldhof Mannheim mit 2:1 gegen Ligaprimus SV Elversberg durchsetzen. Dabei drehten die Kurpfälzer das Spiel nach einem frühen Rückstand dank der Treffer von Fridolin Wagner (71.) und Adrien Lebeau (72.) binnen einer Minute und fügen dem Spitzenreiter die vierte Saisonpleite zu. Der SVW schiebt sich derweil auf den fünften Rang vor. 

Riedel-Eigentor krönt offensive Anfangsphase

Laut Tableau erwartete die Zuschauer im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ein wahres Spitzenspiel, traf doch mit der SV Elversberg der Ligaprimus auf den vor dem Spiel Sechstplatzierten. Getrübt wurde diese Einstufung von der derben 0:4-Pleite, die die heimischen Mannheimer in der vergangenen Woche gegen den BVB II einstecken mussten. Entsprechend tauschte Waldhof-Coach Neidhart in seiner Startformation auf drei Positionen und brachte Malachowski, Lebeau und Winkler für Schnatterer, Martinovic sowie den gesperrten Baxter Bahn. Auch die marschierenden Elversberger musste zuletzt erstmals seit Langem wieder ein Remis hinnehmen beim 1:1 gegen Dresden. Trainer Horst Steffen wechselte im Vergleich auf einer Position und beförderte Correia nach abgesessener Sperre für Sickinger in die Startelf. Es entwickelte sich von Beginn an, nachdem sich der Anstoß wegen einer Pyroshow im Waldhof-Block verzögert hatte, ein offensiv geprägtes Spiel. Keine acht Minuten waren gespielt, als SVE-Angreifer Mustafa einen katastrophalen Fehlpass von Riedel abfing und Richtung Mannheimer Tor steuerte, wo ihm aber im letzten Moment die Kugel versprang, sodass Bartels sie aufnehmen konnte.

Nicht einmal 60 Sekunden später bekam Mustafa den Ball wieder in aussichtsreicher Position und steckte diesmal für Woltemade durch, der sich durchsetzte, aber gleich zweifach am glänzend parierenden Bartels scheiterte (9.). Auf der Gegenseite zwang dann Pledl SVE-Keeper Kristof zu einer ersten Parade, bei der er die Kugel gerade noch so über den Querbalken lenkte (10.). Das Scheibenschießen sollte aber schnell einen ersten Treffer hervorrufen. Nach starkem Doppelpass von Dürholtz und Woltemade tauchte Erstgenannter vor Bartels auf und lupfte in Richtung Tor, wo Riedel das Leder im Fallen ins eigene Tor bugsierte (12.). Das 1:0 für den Spitzenreiter. Der SVW schüttelte sich einmal – und wurde dann wieder selbst aktiv. Nach einem Ballverlust von Woltemade machten es die Mannheimer schnell, sodass Winkler im Strafraum auftauchte, es aus spitzem Winkel versuchte, aber den Ball rechts am Tor vorbeisetzte (16.). In der 22. Spielminute versuchte es Wagner dann mal aus der zweiten Reihe, doch Kristof konnte das Spielgerät sicher nach außen abwehren. Immer wieder lauerten die Elversberger nun auf frühe Ballgewinne. Ein solcher gelang Rochelt gegen Jans, der anschließend zum taktischen Foul griff und die erste Gelbe des Spiels sah (24.).

Anschließend verflachte die Begegnung ein wenig, und die vorher so zahlreichen Torraumszenen wurden merklich rarer. Dabei versuchten sich die Hausherren durchaus im eigenen Ballbesitz, doch verschoben die Saarländer taktisch klug und ließen die Mannheimer kaum in Tornähe, während sie sich selbst auf schnelle Umschaltmomente konzentrierten. Etwas kribbeliger wurde es erst in der 39. Minute, als Winkler nach einem verrutschten Kopfball von Antonitsch in den SVE-Strafraum und dort nach rustikalem Einstieg von Fellhauer zu Fall kam. Da der Elversberger aber zuerst den Ball spielte, entschied Schiedsrichter Badstübner zurecht auf Eckball, welcher in der Folge verpuffte. Auf der Gegenseite legte Jans ein weiteres Mal Rochelt und bescherte sich danach etwas sehr ausladend, kam aber gerade noch so um die Ampelkarte herum (43.). In der Folge versuchte Mustafa es für die Gäste von der Strafraumkante, allerdings jagte er die Kugel deutlich über das Tor (45.). Deutlich enger wurde es auf der Gegenseite, als Lebeau die Kugel per Ecke an den ersten Pfosten brachte, wo Keeper Kristof aus kurzer Distanz gegen einen Kopfball von Sohm rettete (45.+1.). Die beste Mannheimer Chance blieb damit ungenutzt. Somit hatte das 1:0 für den Tabellenersten zur Pause Bestand.

Wagner und Lebeau brauchen 53 Sekunden

Ohne personelle Veränderungen ging es dann in den zweiten Durchgang, in dem die Hausherren dort anknüpften, wo sie aufgehört hatten – und die erste Chance nach dem Seitenwechsel verbuchten. Nach einem furiosen Sprint von Lebeau legte der Franzose links raus in den Lauf von Winkler, der es aus spitzem Winkel direkt versuchte, aber lediglich das Außennetz traf (49.). Auf der Gegenseite kam Woltemade nach einem Einwurf zu einem ersten Abschluss, den er allerdings direkt in die Arme von Bartels setzte (51.). Das Spiel blieb nun temporeich. So kam nur wenige Momente Pledl wieder in Schussposition für die Mannheimer, doch konnte sein Versuch in letzter Sekunde von Correia geblockt werden (52.). Der SVW wurde in dieser Phase immer aktiver. Fellhauer stellte sich dem unfair in den Weg und sah auf Elversberger Seite die erste Verwarnung (55.). Es folgten nun die ersten Wechsel der Partie, was die Gastgeber kurz bremste. So kam Neubauer zu einem Abschluss von der Strafraumkante, den Bartels aber sichern konnte (62.). 

Kurz darauf zogen die Mannheimer aber wieder an – und wie! Nach einem Freistoß, dem ein Handspiel von Jacobsen vorausging, brachte Rossipal das Leder stark an den ersten Pfosten, wo sich Wagner durchsetzte und die Kugel mit dem Kopf zum 1:1 ins lange Eck des Elversberger Gehäuse verlängerte (71.). Wer nun dachte, dass sich der Spitzenreiter wieder sortieren würde, sah sich getäuscht. Gerade einmal 50 Sekunden später startete Lebeau nach Vorlage vom eingewechselten Taz in den SVE-Strafraum und zog von der rechten Seite wuchtig volley auf das kurze Eck ab, wo Kristof ohne Chance blieb und dem Leder zusehen musste, wie es zum 2:1 für die Mannheimer in die Maschen flog (72.). Binnen weniger Sekunden konnten die Mannheimer das Spiel damit drehen und sich selbst auf die Siegerstraße manövrieren.

Das Publikum reagierte selbstredend emotional auf das zuvor Gesehene, sodass das Carl-Benz-Stadion zu einer sprichwörtlichen Festung wurde. In der 78. Minute hätten die Hausherren dann beinahe sogar noch erhöht. Wieder segelte eine Freistoßflanke von Rossipal in den Elversberger Strafraum, wo Seegert sich durchsetzte, die Kugel aber wenige Zentimeter am Kasten vorbei köpfte. Es folgten weitere Wechsel, die das Spielgeschehen nun verlangsamen sollte. Vom Spitzenreiter kam nun nicht mehr allzu viel. Jacobsen probierte es per ruhendem Ball nochmal aus der Distanz, aber sein Versuch flog weit am Ziel vorbei (86.). Deutlich knapper wurde es in der Nachspielzeit, als Joker Bobzien sich in die Kugel warf, aber das Leder knapp am Pfosten vorbei bugsierte (90.+2.). Es sollte aber nichts mehr mit dem Ausgleich werden. Somit hatte das 2:1 auch beim Schlusspfiff Bestand. Der SVW fügte dem Ligaprimus so die vierte Saisonpleite zu und schiebt sich auf den fünften Rang. Direkte Auswirkungen hat die Pleite für die SVE angesichts von 14 Punkten Vorsprung auf Rang 4 nicht, dennoch war es nun das zweite sieglose Spiel in Folge. Für Elversberg geht es am kommenden Samstag gegen Meppen weiter. Mannheim reist nach Bayreuth.

   
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