2:1 nach 0:1: Aue landet Auswärtscoup in Ingolstadt

Mit einem überraschenden Auswärtssieg beim FC Ingolstadt hat sich der FC Erzgebirge Aue im Abstiegskampf und im Fußballjahr 2023 angemeldet. Trotz eines frühen Rückstands nach eigenem Fehler gaben sich die Veilchen beim Debüt von Trainer Pavel Dotchev nicht auf, kamen vor der Pause zum Ausgleich und drehten das Spiel im Audi-Sportpark nach dem Seitenwechsel zum 2:1-Endstand.

FCI nutzt Aue-Patzer zur Führung

Die Schanzer von Trainer Rüdiger Rehm waren durch den Sieg von Wehen Wiesbaden gegen Elversberg aus den Aufstiegsrängen gerutscht. Mit drei Änderungen im Vergleich zum 1:0-Erfolg beim MSV Duisburg vor der Winterpause starteten die Oberbayern ins neue Jahr. Für Linsmayer, Kopacz und Doumbouya rückten Butler, Dittgen und Neuberger in die Startelf. Neu-Alt-Trainer Pavel Dotchev dagegen hatte bei seinem Debüt gleich sechs Neuerungen im Gepäck. Männel für Klewin im Tor sowie Jonjic, Majetschak, Schreck, Sijaric und Stefaniak für Besong, Knezevic, Nkansah, Taffertshofer und Thiel hießen die Änderungen.

In einem mit rund 4.000 Zuschauern gefüllten Audi-Sportpark erwischten die Gastgeber den besseren Start. Nach einem Einwurf von der linken Seite von Marcel Costly rutschte die Kugel im Zentrum zum Ex-Auer Pascal Testroet durch, dessen Halbvolley aber noch von einem Auer Verteidiger geblockt werden konnte (4.). Fünf Minuten später klingelte es bereits das erste Mal. Bei einem harmlosen Heber von Rico Preißinger in die Spitze fehlte die Absprache zwischen Korbinian Burger und seinem Torwart Männel. Justin Butler konnte somit dazwischen spitzen, legte das Spielgerät unter dem zu spät herauseilenden Keeper hindurch und vollendete ins leere Tor zum 1:0 (9.). Auch in der Folge blieb die Heimelf spielbestimmend. Eine weite Flanke von Marcel Costly nach einem Konter konnte Linus Rosenlöcher vor dem einstartenden Testroet zur Ecke klären (19.)

Bei den Gästen dauerte es bis zur 20. Minute, ehe sie sich auf dem Chancenzettel anmeldeten. Nach einem öffnenden Pass von Dimitrij Nazarov auf den rechten Flügel sprintete Tim Danhof bis zum Strafraum und flankte ins Zentrum. Antonio Jonjic nahm das Leder in der Luft an und legte 13 Meter vor das Gehäuse zu Marvin Stefaniak ab, dessen Volley aber über die Latte flog (21.). Die Partie gestaltete sich im Anschluss ausgeglichen. Einen abgefälschten Distanzschuss von Tobias Bech konnte Männel mit den Fäusten parieren (30.), und quasi im direkten Gegenzug scheiterte der steil geschickte Sijaric aus 20 Metern frei vor dem Tor an Marius Funk im Kasten der Schanzer (31.). Die Intensität der Partie äußerte sich auch in einem hitzigen Wortgefecht zwischen Calvin Brackmann und Antonio Jonjic, das Schiedsrichter Robert Hartmann mit zwei gelben Karten beendete (35.).

Wiederum auf dem Spielfeld rutschte eine Schussflanke von Bech im Zentrum nur haarscharf am Torschützen Butler vorbei (37.) Kurz vor der Pause hätte der FCI eigentlich auf 2:0 stellen müssen. Nach einem Ballverlust der Auer im Mittelfeld von Schikora spielten Bech und Testroet eine perfekte Kombination an den Fünfer zu Maximilian Dittgen, der nach langer Verletzungszeit zwar wieder auf dem Platz stand, allerdings in dieser Szene nur knapp links neben den Pfosten zielte (45.). So fiel quasi im Gegenzug der Ausgleich der Gäste. Nazarovs Flügelwechsel schloss Stefaniak als Schlenzer ab. Funk konnte noch stark parieren, aber Jonjic drückten den Nachschuss aus fünf Metern über die Linie zum 1:1 (45.+1).

Nazarov macht’s vom Punkt

Der Ausgleich gab den Veilchen mehr Schwung für den zweiten Durchgang. Nach einem Eckball der Gäste sprang der Ball von Calvin Brackelmanns Arm zu Marius Funk zurück, doch ein möglicher Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Hartmann blieb zum Unmut der Dotchev-Elf aus (48.). Kurz darauf wurde ein Freistoß von Stefaniak aus dem rechten Halbfeld von Majetschak nur knapp links am Tor vorbeigesetzt (51.). Auch der FCI meldete sich zehn Minuten nach der Pause wieder an. Ein steiler Pass links in den Lauf von Dittgen wurde von diesem aufs lange Eck abgezogen, doch Männel konnte zur Seite parieren. Den Nachschuss von Bech blockte Rosenlöcher zur Ecke (55.). An dessen Anschluss setzte Preißinger aus 20 Metern zum Tor des Monats an, doch sein Volley landete nur auf dem Tordach (56.).

Die Partie wurde – trotz widriger Wetterbedingungen – immer hitziger. Ein Distanzschuss von Paul-Philipp Besong rutschte knapp einen Meter rechts am Tor der Heimelf vorbei (65.). Kurz darauf versuchte Besong in den Strafraum einzudringen und wurde höchst unsanft vom bereits gelb-verwarnten Sarpei zu Fall gebracht. Schiedsrichter Hartmann zeigte sofort auf den Punkt, ließ den Ingolstädter aber auf dem Platz. Den fälligen Strafstoß verwandelte Nazarov rechts unten sicher zum 2:1 (67.). Keine 120 Sekunden später flipperte eine Ecke der Ingolstädter von der rechten Seite durch den Strafraum und wurde von einem Auer Spieler knapp über das eigene Tor gelenkt (68.). Bei der nächsten Hereingabe konnte Männel gegen einen Kopfball von Bech sicher zupacken (69.). Der Druck der Rehm-Elf nahm weiter zu. Wieder wurde eine Ecke nur unzureichend abgewehrt, sodass Marcel Costly aus 20 Metern zum Volley ansetzte, den Männel aber über die Latte lenkte (73.).

Mit einem Dreifachwechsel wollte Rüdiger Rehm seiner Mannschaft noch einmal einen neuen Impuls geben. Für Brackelmann, Testroet und Llugiqi kamen, Kopacz, Doumouya und Franke ins Spiel (77.). Weiter ging das Auf und Ab in einer ansehnlichen Partie. Auch die zwölfte Ecke der Ingolstädter – diesmal von der linken Seite – sorgte wieder für Gefahr, sodass Männel erneut einen Costly-Kopfball auf sein Gehäuse entschärfen musste (86.). Trotzdem machten die Gäste – angepeitscht von einigen hundert mitgereisten Fans – nicht den Fehler, sich in der Defensive binden zu lassen. Über mehrere Minuten hielt der FCE das Leder weit weg vom eigenen Tor und zog Freistoß um Freistoß in der gegnerischen Hälfte. Trotz der fünfminütigen Nachspielzeit kam Ingolstadt somit nicht mehr zu einer echten Ausgleichschance.

Mit dem überraschenden, aber nicht unverdienten Dreier springen die Veilchen in der Tabelle auf den 17. Rang, punktgleich mit dem Halleschen FC. Der FC Ingolstadt verpasst dagegen den Sprung in die Top3 und rangiert auf dem fünften Platz.

   
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