1:0! Last-Minute-Sieg für Heidenheim gegen Stuttgart

Am Ende stand ein mehr als verdientes 1:0 auf der Anzeigetafel in der Heidenheimer Voith-Arena. Der goldene Treffer, erzielt von Mathias Wittek, brachte die Ostwürttemberger wieder einen Schritt näher an die Aufstiegsplätze, da die Konkurrenz bis auf Bielefeld nicht dreifach Punkten konnte. Lange sah es auch im Spiel des 1. FCH gegen den VfB II danach aus, dass es ein Remis werden wird. Dieser Eindruck lag überwiegend am sehr gut aufgelegten Gästetorhüter Vlachodimos.

Vlachodimos nicht zu überwinden 

Schon zu Beginn rückte Vlachodimos in den Fokus der 8.000 Zuschauer. Zuerst konnte er einen Versuch von Schnatterer entschärfen (7.) und kurz darauf parierte er einen Kopfball von Wittek (11.).  Der Spielfluss wurde von vielen kleinen Fouls unterbrochen, sodass sich Chancen meist nur aus Standardsituationen ergaben. Aus solch einer ergab sich auch die nächste Chance der Rot – Blauen. Ein langer Ball von Schnatterer fand Malura, der jedoch nur das Außennetz traf (20.). In der 25. Minute dann die erste Offensiv-Aktion der Gäste, aber der Kopfball von Vier stellte Sabanov vor keinerlei Probleme. Danach eine Chance aus dem Spiel, Malura flankte von rechts, doch der abgefälschte Kopfball von Niederlechner landete nur auf dem Tornetz (30.). Die Stuttgarter fanden überhaupt nicht mehr statt, so probierte es Innenverteidiger Kraus mit der Hacke, doch auch diesen Versuch entschärfte Vlachodimos. Beim kurz darauffolgenden Kopfball von Niederlechner, war wieder jener Vlachodimos der Sieger.

Der 1. FCH drückt auf den Führungstreffer 

In der zweiten Halbzeit ändert sich nichts. Nach einem Eckball konnte Vlachodimos 2-mal glänzend gegen Niederlechner parieren (47.). Nur wenige Minuten später war es wieder Niederlechner gegen Vlachodimos. Am Sechzehnmeterraum behielt wieder Vlachodimos die Oberhand gegen Niederlechner und auch der Nachschuss von Titsch-Rivero wurde vom überragenden Gästetorhüter entschärft. Es waren aber noch andere VfB-Akteure auf dem Platz, denn nach einem Rathgeb-Eckball nahm Janzer den Ball volley, doch die gefährlichste Chance der Gäste ging gut und gerne drei Meter am Tor vorbei (69.). Diese Aktion sollte bis zum Schluss die letzte gewesen sein, denn nun drückten wieder die Hausherren und wieder über einen Standard von Schnatterer. Diesmal war es Wittek der von der Gäste-Defensive vernachlässigt wurde, jedoch aus acht Metern den Ball am Tor vorbeiköpfte (73.).

Wittek erlöst die Fans 

Chancen über Chancen wurden vergeben, auch vom so erfahrenen Michael Thurk, dessen Drop-Kick zehn Minuten vor dem Ende am Winkel vorbeistrich. Doch sowohl die Fans als auch die Spieler ließen die Köpfe nicht hängen und probierten es immer weiter. Das Anrennen sollte sich am Ende noch auszählen, denn es war wieder ein Standard der die Entscheidung brachte. Der nun schon 13. Eckball der Hausherren führte dann zum Erfolg, Schnatterer brachte den Ball gefühlvoll in die Mitte und im zurücklaufen kam Wittek zum Kopfball und so flog der Ball über Vlachodimos hinweg in die lange Ecke, der zwar auch hier mit den Fingerspitzen herankam, doch den Ball nicht entscheidend ablenken konnte (87.). Der Jubel auf den Tribünen kannte keine Grenzen mehr, doch noch waren drei Minuten zu spielen. Doch der VfB war zu harmlos und so ergaben sich keine weitere Torchancen und der 1. FCH konnte sich kurz über drei mehr als verdiente Punkte freuen, denn schon am nächsten Samstag kommt es zum Spitzenspiel in Osnabrück.

 

Stimmen zum Spiel 

FCH-Cheftrainer Frank Schmidt: "Wenn der Jürgen sagt, dass wir in der zweiten Halbzeit wenig Struktur gehabt haben, dann muss ich ihm da widersprechen. Ich glaube wir hatten 15 Ecken, die man nicht geschenkt bekommt. Wir wollten immer wieder über die Flügel kommen, ohne – da gebe ich Jürgen Recht – den klaren Torabschluss gehabt zu haben. Das habe ich auch in der Halbzeit angesprochen. Der letzte Pass, die Genauigkeit hat gefehlt. Dem VfB ist das Laufen eventuell auch etwas leichter gefallen. Sie sind im Schnitt fünf Jahre jünger. Wenn man dann sieht mit welcher Energieleistung der Gegner bekämpft, bearbeitet und bespielt wurde, wohlwissend wie organisiert der VfB in Defensive ist, dann kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment aussprechen. Wir haben 90 Minuten lang immer wieder gegen eine organisierte Deckung anrennen müssen. Deshalb freut es mich, dass wir uns zum Schluss dafür belohnen konnten. So funktioniert Fußball – nie aufgeben, bis zum Schluss daran glauben, dass man ein Spiel gewinnen kann. Der Sieg war hochverdient. Ich kann mich an zwei Chancen erinnern, bei denen der Gegner gefährlich war, ansonsten hatten wir alles unter Kontrolle und haben nach vorne gespielt. Deshalb Glückwunsch an meine Mannschaft, dass sie nach drei Wochen Pause so ein Spiel hingelegt hat."

VfBII-Coach Jürgen Kramny: "Wir sind sehr enttäuscht über das Ergebnis. Aufgrund der ersten Halbzeit hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn wir schon früher in Rückstand geraten wären. Heidenheim war sehr gefährlich durch Standardsituationen, aber das wussten wir schon vorher. Da meine Mannschaft im Schnitt fünf Jahre jünger und 15 Zentimeter kleiner ist, hatte Heidenheim mit ihren überragend geschlagenen Standards von Schnatterer immer eine Waffe. Dann brennt’s auch mal lichterloh. So war es in der ersten Halbzeit. Mein Torwart hat zweimal ganz gut gehalten und wir waren mit dem Punkt zur Halbzeit zufrieden. Im zweiten Durchgang ist Heidenheim nicht mehr viel eingefallen. Wir hatten ein paar ganz gute Umschaltsituationen, doch wir haben die Bälle verspringen lassen. Wir waren mit dem 0:0 zufrieden. Aber dann passiert es wie so oft. In der 88. Minute kommt der Gegner nach einem Standard frei zum Kopfball und köpft ihn spielentscheidend ein. Unter dem Strich vielleicht ein verdienter Sieg. Wir haben drei Spieler in unseren Reihen, die jetzt einige Blessuren haben. So spielt man eben, wenn man das Ziel hat oben dabei zu sein und angreifen möchte. Das will Heidenheim und das hat man heute gesehen."

FOTO: Flavia Heidenheim 

 

   

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