1. FC Magdeburg: Wollitz kündigt "harte Entscheidungen" an

Nur zwei Punkte aus vier Spielen: Der Trainerwechsel beim 1. FC Magdeburg ist verpufft. Eine Bilanz, über die sich Claus-Dieter Wollitz als Nachfolger von Stefan Krämer enttäuscht zeigt. Damit der FCM wieder in die Spur kommt, kündigt Wollitz "harte Entscheidungen" an.

Wollitz will Dinge verändern

Ein Zähler in Mannheim und ein Punkt gegen Chemnitz: Mehr war für den 1. FC Magdeburg in diesem Jahr bisher nicht drin. Die Folge: Statt wie erhofft nochmal oben angreifen zu können, steckt der Zweitliga-Absteiger nun im Abstiegskampf und hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf die gefährliche Zone. "Ich dachte eigentlich, dass die fußballerische Struktur hier eine Selbstverständlichkeit ist – ist sie aber nicht. Da geht es wirklich um Grundlagenarbeit, das habe ich unterschätzt", gibt Wollitz in der "Volksstimme" ehrlich zu.

Um nicht noch tiefer unten reinzurutschen, muss die Wende her – doch wie? Der FCM-Coach hat einen Plan: "Ich habe bisher viele Abläufe nicht verändert. Doch damit ist Schluss. Jetzt werde ich meine Ideen noch mehr einbringen und umsetzen." Und was heißt das konkret? "Es werden einige Dinge verändert, ich werde harte Entscheidungen treffen. Denn ich bin mir sicher, dass viel mehr drin ist, als das, was wir bisher auf dem Rasen gesehen haben."

Beck auf die Bank?

Das gilt vor allem die Offensive. In den vier Spielen unter Wollitz erzielte Magdeburg lediglich drei Tore, insgesamt stehen nach 24 Partien gerade mal 30 Treffer zu Buche – nur drei Teams trafen noch seltener. Ein Grund: Christian Beck ist derzeit außer Form: Seit Mitte Oktober erzielte der sonst so treffsichere Stürmer in 14 Partien nur zwei Buden. Nicht ausgeschlossen, dass Beck nun vorerst auf der Bank Platz nehmen muss. "Das System, das ich spielen lasse, verlangt einen Spieler, der das anders interpretiert", lässt Wollitz in Richtung des 31-Jährigen durchblicken. Sören Bertram oder Winter-Neuzugang Daniel Steininger könnten für Beck in die Sturmspitze rücken.

Denkbar scheint aber auch ein Systemwechsel: Ließ Wollitz bisher im 4-1-4-1 spielen, könnte er nun auf eine Taktik mit zwei Spitzen umstellen. Dann dürfte Anthony Roczen wohl gute Chancen haben, der diese Rolle bereits gegen Chemnitz nach seiner Einwechslung in der 62. Minute einnahm. Der 20-Jährige, der sich unter Krämer in der Hinrunde nicht durchsetzen konnte, kam für Mittelfeldspieler Marcel Costly, der ebenfalls um seinen Stammplatz bangen muss. Winter-Neuzugang Patrick Möschl scheint bereit, auch Mario Kvesic ist ein Kandidat. Für die Zentrale ist zudem Thore Jacobsen nach abgesessener Rot-Sperre ab sofort wieder eine Option. Es wird spannend zu beobachten sein, für wen sich Wollitz am kommenden Sonntag beim Spiel bei 1860 München entscheiden wird. "Es geht nicht darum, eine Entscheidung gegen jemanden, sondern für die Mannschaft zu treffen", betont er dabei. 

   
  • Schächtel

    Endlich scheint hier mal einer alte Zöpfe abzuschneiden. Das biedere Spiel mit einem völlig ausser Form befindlichen Beck irgendwo in der Spitze konnte nicht mehr greifen. Zu ausrechenbar und stumpf die Waffe. Zudem hat er wohl das Spiel als MS gewohnheits- aber nicht mehr zeitgemäß interpretiert, indem er viel zu oft auf den Außen agierte, anstatt am Elfer die zugegebenermaßen auch nicht sehr präzisen Flanken zu verarbeiten. So war, auch durch weitere Mängel im Offensivspiel, schon lange kaum Struktur nach vorne zu beobachten. Zudem könnte auch die Motivation der vor allem jungen, aber hoffnungsvollen Bankdrücker darunter gelitten haben, dass quasi immer wieder die gleiche Besetzung scheinbar leistungsunbezogen in die ungleiche Schlacht geschickt wurde, sei es unter Krämer oder bis jetzt Wollitz. Nun aber gibt es Grund zu Hoffnung.

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