1. FC Magdeburg: Der lange, beschwerliche Weg nach oben

Es ist endlich geschafft, die Erleichterung bei der Mannschaft und den Fans ist spürbar. 2015 ist das Jahr des 1. FC Magdeburg. Nachdem der Traditionsverein nach furioser Aufholjagd in der Liga Meister wurde, schlug man in der Relegation die Kickers Offenbach überlegen und findet sich erstmals erstmals im bundesdeutschen Profifußball wieder. Die Geschichte des 1. FC Magdeburg beginnt mit vielen kleinen Vereinen im Jahr 1945, bis sich schließlich 1957 der SC Magdeburg entwickelte. Nur acht Jahre später wurde die Fußballabteilung ausgegliedert. Die Mannschaft von Heinz Krügel gewann nicht nur dreimal (1972, 1974, 1975) die DDR-Meisterschaft, am 08. Mai 1974 führte der Zwickauer sein Team zudem zum Europapokal-Sieg gegen den AC Mailand. Hinzukommen sieben FDGB-Pokalsiege. Krügel formte somit die erfolgreichste Mannschaft des 1. FC Magdeburg und die Aufsteiger um Jens Härtel kämpfen sich zurück zu alten Erfolgen.

Steckenpferd DFB-Pokal

Nach der Wende folgte der Absturz der Mannschaft bis zum Zwangsabstieg 2002 in die Oberliga – begründet durch die Insolvenz des Klubs. Umso freudiger wurde beim Public Viewing zum Relegations-Rückspiel vor der MDCC-Arena die Nachricht von den Anhängern empfangen, dass der Verein schuldenfrei ist.

Dank sechs Landespokal-Erfolgen zwischen 1993 und 2007 sicherte man sich die Startberechtigung im DFB-Pokal und beanspruchte dort im Jahr 2000 den Ruf des Pokalschrecks, als man unter anderem den großen FC Bayern München und den 1. FC Köln rauswarf und nur knapp an Schalke 04 scheiterte. Auch in der jüngst abgelaufenen Saison zeigte der FCM mannschaftliche Geschlossenheit und Kampfgeist im DFB-Pokal, als man in der zweiten Runde gegen Bayer Leverkusen, an den eigenen Nerven im Elfmeterschießen scheiterte. Zuvor schossen die Magdeburger den FC Augsburg aus dem Pokal.

„Und dann Reisen wir durch Deutschland …“

2005 folgte der große Umbruch, Startschuss war die Verpflichtung von Bernd Hofmann als Manager. Dank Trainer Dirk Heyne gelang tatsächlich der Durchmarsch bis zur Regionalliga, in der Saison 2006/07 verpasste man mit einem Punkt Rückstand den Sprung in die Zweite Bundesliga. Nach der Einführung der neuen Dritten Liga 2007/08 saß man erneut in der Regionalliga fest und versuchte mit sieben Trainern in vier Jahren erneut im Profifußball Fuß zu fassen. Ein erneuter Rückschlag war der letzte Tabellenplatz 2012, als man nur dank einer Regionalliga-Reform nicht wieder in die Oberliga abstieg.

Daraufhin folgte erneut ein Neuaufbau der internen Vereinsstrukturen – Trainer Andreas Petersen und Sportvorstand Mario Kallnik sollten den Verein in die Dritte Liga führen. Von Petersen trennte man sich nach der Saison 2013/14 wieder, weil dem 54-Jährigen die Fußballlehrer-Lizenz für die angestrebte 3. Liga fehlte. Neuer Trainer wurde zu Beginn der Saison 2014/15 Jens Härtel, inzwischen zählt der 45-Jährige zu den Aufstiegs-Helden des Traditionsvereins. Nach zehn Spieltagen fand man sich nur auf Platz 12 wieder und war seit fünf Spielen sieglos. Schnell forderte die Fans den Rauswurf des 45-Jährigen, doch der Knoten platzte. Mit einem 6:0-Auswärtssieg in Bautzen startete die unglaubliche Serie mit 19 Spielen ohne Niederlage und die Übernahme der Tabellenführung sechs Spieltage vor Saisonende.

Wir sind dann mal oben

In der kommenden Saison freut man sich in Magdeburg besonders auf die Ost-Derbys, ganz nach dem Aufstiegsmotto: „Der Osten rockt durch Liga 3, der FCM ist mit dabei!“ Durch den Aufstieg trifft man unter anderem auf den „Erzrivalen“ Hallescher FC sowie auf Dynamo Dresden, Rot-Weiß Erfurt und den Chemnitzer FC.

   
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