0:1 gegen Bayern II: Unterhaching verpasst die Spitze

Zum Auftakt in den 26. Spieltag empfing die SpVgg Unterhaching den FC Bayern München II zum kleinen Münchner Derby. Die Gäste von der Säbener Straße setzten sich mit 1:0 durch. Gerade im ersten Durchgang stellte die Offensive der Bayern die Haching-Verteidiger immer wieder vor große Probleme, folgerichtig fiel auch der entscheidende Treffer bereits vor dem Halbzeitpfiff. 

Arp belohnt agilen FCB

Selbst wenn man die zweifellos vorhandene lokale Rivalität außen vor ließ – die Freitagspartie in der 3. Liga hatte es in sich. Während Unterhaching bereits ein Zähler für den Sprung an die Tabellenspitze reichte, hatten die jungen Bayern ihren Ruf als bestes Rückrundenteam zu verteidigen. Die Startaufstellung der Spielvereinigung spiegelte wider, dass Trainer Claus Schromm zuletzt nicht allzu viel zu bemängeln hatte. Der Übungsleiter brachte lediglich Bigalke für Stierlin. Anders sah es aufseiten der Bayern aus – allerdings wechselte Coach Sebastian Hoeneß zu Teilen nicht ganz freiwillig. So musste der FCB auf den rotgesperrten Topstürmer Wriedt verzichten, außerdem fanden sich Dajaku und Singh nach der unglücklichen Niederlage in Chemnitz nur auf der Bank wieder. Stattdessen begannen Arp, Welzmüller und Kühn.

Von Beginn an versuchten die Bayern zu belegen, dass das Offensivspiel nicht weniger als Teil ihrer DNA ist – nicht umsonst stellt die Mannschaft gemeinsam mit dem MSV Duisburg die beste Angriffsabteilung der Liga. Haching, ebenfalls für eine stets offensive Marschroute bekannt, störte die Gäste früh und sorgte dafür, dass sich zunächst keine gefährlichen Abschlusssituationen ergaben. Das änderte sich erstmals in der 10. Spielminute: Bayerns Kühn gab die Kugel von links flach in die Mitte, Jeongs Abschluss aus kurzer Distanz parierte Haching-Keeper Mantl gekonnt. Doch der FCB setzte nach, kam nur wenig später zur nächsten Gelegenheit. Dieses mal bereitete Jeong vor und Kühn schloss ab – knapp drüber (14.). Nachdem sich in Person von Endres auch die Hausherren erstmals in der Offensive gezeigt hatten (20.), trat erneut der auffällige Jeong in Aktion.

Von der rechten Seite kommend ließ der Offensivmann zunächst Heinrich aussteigen, zog in den Sechzehner und passte schließlich in das Zentrum. Dort rauschte Arp heran und drückte die Kugel zur Bayern-Führung in die Maschen (24.). Unterhaching schüttelte sich kurz und versuchte sich dann an der schnellen Antwort: Ein Winkler-Freistoß aus dem Halbfeld rutschte durch bis zu Greger, dieser verfehlte das Tor aus der Nahdistanz (27.). Doch den Gastgebern war die Unzufriedenheit über die verpatzte Anfangsphase anzumerken, die Schromm-Elf spielte nun konsequenter nach vorne. Kurz vor der Pause belohnte Sturmtank Stroh-Engel die Bemühungen beinahe: Ein hoher Bigalke-Ball landete beim völlig freistehenden Angreifer – und nach dessen Abschluss aus rund fünf Metern Torentfernung über dem Querbalken (39.).

Haching fehlt die Durchschlagskraft

Claus Schromm gab seiner Mannschaft in der Pause nicht nur taktische Anweisungen mit auf den Weg, sondern nahm auch gleich den ersten Wechsel vor: Für Krauß blieb Schröter in der Kabine. Ansonsten zeigte sich allerdings ein ähnliches Bild wie zu Beginn der ersten Halbzeit. Wieder waren es die jungen Bayern, die das Zepter schnell an sich rissen und nach vorne drängten. Strafraumszenen ergaben sich erst einmal nicht. Dabei blieb es eine ganze Weile – und so setzten dann doch die Hausherren das erste Ausrufezeichen. Mit etwas Glück kombinierten sich Stroh-Engel und Winkler nach vorne, letzterer verfehlte das Tor mit einem Flachschuss von der Strafraumkante nur knapp (56.). Auf der Gegenseite zog Jeong in den Strafraum und schloss aus spitzem Winkel wuchtig ab. Mantl riss die Fäuste rechtzeitig hoch (59.).

Ungeachtet dessen fanden die Gastgeber immer besser in die Partie, auch die Torannäherungen mehrten sich. Über Umwege landete ein Freistoß bei Innenverteidiger Greger, der nach einem harten, aber unplatzierten Schuss seinen Meister in Bayern-Schlussmann Früchtl fand (65.). Früchtls Gegenüber im Tor der Hachinger leistete sich in der nächsten Szene einen Fehler. Mantl spielte die Kugel in den Fuß des eingewechselten Singh, hatte dann aber Glück, dass Bayerns Welzmüller den Ball bei seinem Abschlussversuch nicht richtig traf (67.). Unterhaching schob also an, Bayern II blieb aber jederzeit gefährlich. Den nächsten Beweis dafür lieferte die 71. Spielminute: Nach einem langen Ball von Mai setzte sich Arp gegen die gegnerischen Verteidiger durch, verlor frei vor Mantl jedoch die Kontrolle über das Spielgerät. 

Der Spielvereinigung lief nun die Zeit davon – zumal es die Hausherren kaum einmal schafften, wirklich zwingend vor das gegnerische Tor zu kommen. Hinzu kamen ständige Bayern-Nadelstiche, die das Hachinger Team zusehends entnervten. Den nächsten setzte wieder Welzmüller, Mantl begrub die Kugel unter sich (76.). Die Schlussphase war bereits angebrochen, als es Unterhaching dann doch noch einmal gelang, die Bayern wirklich unter Druck zu setzen. Sogleich wurde es gefährlich: Nach starker Schwabl-Vorarbeit zog Hufnagel im Zentrum direkt ab, zielte jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (83.). Weiter passierte nichts. Unterhaching verpasste durch die Pleite den Sprung an die Tabellenspitze, Bayern II hingegen klopft mit dem erneuten Dreier oben an. Am nächsten Samstag reisen die Hachinger zum formstarken Chemnitzer FC, die Bayern empfangen zeitgleich die akut abstiegsbedrohte SG Sonnenhof Großaspach. 

   
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