0:1 gegen Straelen: MSV unterliegt erneut im Landespokal-Halbfinale

Der MSV Duisburg hat die Chance auf Wiedergutmachung nach dem historischen 0:6 in der Liga gegen 1860 München verpasst und scheidet wie bereits im Vorjahr im Halbfinale des Landespokals aus. Am Mittwochabend unterlag der MSV dem Regionalligisten SV Straelen durch einen Kopfballtreffer von Cagatay Kader kurz vor Schluss mit 0:1 und wird somit auch im kommenden Jahr nicht im DFB-Pokal vertreten sein.

Stoppelkamp vergibt beste Chance vor der Pause

Viel wiedergutzumachen hatte der MSV Duisburg am Mittwochabend im Halbfinale des niederrheinischen Landespokals. Nach der historischen 0:6-Pleite gegen 1860 München am vergangenen Spieltag und dem letztjährigen Pokalaus gegen den Wuppertaler SV sollte nun gegen den abstiegsbedrohten West-Regionallisten SV Straelen ein Sieg her. Vor 2.300 Zuschauern, wovon wohl gut 1.000 den MSV unterstützten, gingen die Duisburger mit vier Wechseln im Vergleich zur Klatsche am Wochenende in die Partie: Torhüter Coppens, der alle Pokalspiele absolviert, Stierlin, Bretschneider und Angreifer Ademi ersetzten Stammtorhüter Weinkauf, Kwadwo, Knoll und Bouhaddouz. Der gastgebende SVS wurde indes von Ex-Zebra Kevin Wolze aufs Feld geführt. Ohne große Torchancen, aber mit kniffligen Entscheidungen auf beiden Seiten startete das Spiel. Während Duisburgs Ademi wohl eindeutig nicht strafwürdig im Sechzehner zu Fall kam (6.), war dies bei Straelen-Stürmer Rizzo auf der Gegenseite durchaus grenzwertiger (8.), doch auch hier entschied Schiedsrichter Martin Ulankiewicz auf Weiterspielen.

Der erste Abschluss der Partie gehörte dann ebenfalls den Gastgebern aus der Regionalliga. In der 16. Minute versuchte sich erneut Rizzo, dessen Schuss aber abgefälscht nur im Außennetz landete. Erst nach 26 Spielminuten musste Straelens Schlussmann Paris erstmalig eingreifen, als ein Distanzschuss von Stoppelkamp auf den Kasten flog. Kurz darauf hätte es nach einem taktischen Foul von Wolze an Yeboah durchaus gefährlich werden können, doch Pusch setzte den aussichtsreichen Freistoß in die Mauer (32.). Torraumszenen blieben Mangelware, doch hitzig wurde es dennoch. So gerieten mehrere Spieler beider Teams im Mittelkreis aneinander, weswegen die Duisburger Stoppelkamp und Pusch sowie Shoshi bei den Hausherren verwarnt wurden (37.). Die Mannschaft von Hagen Schmidt tat sich überaus schwer und fand kaum spielerische Mittel, um die wacker kämpfenden Gastgeber in wirkliche Bredouille zu bringen. Die dickste Chance sollte dann kurz vor dem Pausenpfiff erfolgen, doch auch Stoppelkamps Versuch vor der Strafraumgrenze nach Ablage von Ademi ging am Kasten der Hausherren vorbei (45.+1.), sodass es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen ging.

Kader köpft den Underdog zum Sieg

Mit zwei Wechseln ging der MSV in den zweiten Durchgang im Stadion an der Römerstraße. Coach Hagen Schmidt brachte Kwadwo und Bakir für Bretschneider und Pusch, um für frischen Wind zu sorgen und der Favoritenstellung doch noch gerecht zu werden. Die Neuen sollten auch gleich mal eine dicke Chance erspielen. Nach einem Doppelpass mit Bakir schoss Außenbahnspieler Kwadwo jedoch am langen Pfosten vorbei (48.). Der MSV blieb nun dran. In der 53. Minute kam dann auch Ademi erstmals zu einem Abschluss, der leicht abgefälscht auf das Tor zusteuerte, wo Keeper Paris allerdings vor der Linie rettete. Doch auch Straelen gab sich nicht auf. Auf der Gegenseite zwang Mehlich nach einem Ballverlust von Yeboah und anschließendem schnellen Umschaltspiel MSV-Schlussmann Coppens zu einer starken Parade (58.). Mit Ablauf der 65. Spielminute lag der Ball dann plötzlich im Netz der Duisburger, doch der eingewechselte Lunga stand beim Pass von Wolze im Abseits, wodurch der Treffer keine Anerkennung fand. Dennoch war der Drittligist spätestens jetzt vorgewarnt, stets wachsam zu bleiben. Immer wieder mussten in der Offensive ruhende Bälle herhalten. Aus aussichtsreicher Position setzte aber auch Stoppelkamp einen solchen in die Mauer, ehe Kwadwo den zweiten Versuch neben das Gehäuse setzte (66.).

Für die Schlussphase reagierte Trainer Schmidt abermals und schickte Bouhaddouz für Ademi aufs Feld (67.). Wenig später war der Coach dann zum Reagieren gezwungen, da sich Yeboah bei einem Zweikampf mit Lunga an der rechten Wade verletzte und folglich von Hettwer ersetzt werden musste (72.). Es sollte nicht der einzige Schock in dieser Phase sein. Ein wenig aus dem spielerischen Nichts ging der Underdog nämlich kurz vor dem Ende in Führung. Bei einer Flanke stieg Straelens Stürmer Cagatay Kader in der Mitte am höchsten und köpfte den SVS mit 1:0 in Führung, da Coppens den Aufsetzer nicht mehr von der Linie kratzen konnte (74.). Der MSV lief nochmals an, doch einen Schuss von Kwadwo konnte Paris gekonnt parieren (77.). Schmidt entschied sich nun für das Stilmittel 'Brechstange' und schickte den großgewachsenen Velkov für Bakalorz aufs Feld (81.). In der 85. Minute versuchte sich Stoppelkamp nochmals, doch verfehlte deutlich. Die letzte Chance gehörte gar den Hausherren, doch Lunga stand erneut im Abseits (90.+2.). Danach endete das Pokal-Halbfinale. Der MSV kassiert somit nach dem 0:6 am Sonntag die zweite Pleite in Folge und muss in der kommenden Saison zum zweiten Mal in Folge auf die Teilnahme am DFB-Pokal verzichten, nachdem auch im Vorjahr im Halbfinale Schluss war. Der SVS zieht wie im vergangenen Jahr ins Pokalfinale ein. Am kommenden Montag treffen die Duisburger in der Liga nun auf Waldhof Mannheim.

 
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