0:0 gegen Mainz ist zu wenig für den SSV Jahn

Das Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II war wohl der letzte Strohhalm für den SSV Jahn Regensburg in Sachen Klassenerhalt. Das 0:0 dürfte am Ende aber zu wenig gewesen sein, was den Ligaverbleib betrifft. Dabei fing der SSV schlichtweg viel zu spät an, Risiko zu gehen. „In so einer Phase spielen auch die Nerven mit. Wir haben vor dem gegnerischen Sechzehner daher oft die falsche Entscheidung getroffen“, analysierte Jahns Trainer Christian Brand das Remis. Mit dem Abstieg möchte er sich aber noch nicht abfinden.

Harte Realität statt Traum-Drehbuch

Es wäre ein traumhaftes Drehbuch gewesen, dieser Abstiegskampf für den SSV Jahn Regensburg. Ein Sieg gegen die Konkurrenten aus Großaspach und Mainz und die Rothosen wären wieder ganz dick im Geschäft. Dann ein Finale im letzten Heimspiel gegen Köln, das allerletzte Spiel im altehrwürdigen Jahnstadion, wo es noch um alles geht. Doch die harten Tatsachen sehen anders aus. Nach der unverdienten Niederlage in Aspach konnte nun auch die Mainzer U23 nicht bezwungen werden. In der ersten halben Stunde gab es eigentlich kaum nennenswerte Aktionen. Der FSV verstand sich aufs reagieren, der SSV traute sich nicht zu agieren. Erst Kolja Pusch konnte mit einem Schuss aus der zweiten Reihe ernsthaft Torgefahr ausstrahlen (32.). Marco Königs köpfte einmal über die Latte (45. +1), aber die erste Halbzeit plätscherte eigentlich nur so dahin. Wenn es geklingelt hätte, dann auf der anderen Seite, als Klement die Regensburger Latte traf (44.). Auch im zweiten Durchgang änderte sich zunächst wenig.

Jahn geht zu spät ins Risiko – am Ende versagen die Nerven

Erst Mitte der zweiten Halbzeit gingen die Regensburger mehr Risiko, stellten von der Vierer- auf eine Dreierkette um, wechselten Offensivkräfte ein. Es entstand auch endlich mehr Druck, Mainz konnte sich nur selten befreien. Aber es gelang auch lange nicht, diese offensivere Spielweise in Torchancen zu verwandeln. Am Mainzer Strafraum war Schluss, es schien, als traute sich die Jahnelf nicht, den Abschluss zu suchen, einfach mal drauf zu schießen.  Aosman (88.) und Kurz (90.) hatten zwar noch den späten Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterten aber auch an ihren Nerven. Freistehend und direkt – das können sie eigentlich, aber in dieser Situation war die sichere Ballannahme der Moment, der zu lange gedauert hatte. Chance vertan, keine Tore gegen Mainz. Der Punktgewinn ist gleichzeitig eine Niederlage. Von sieben Punkten wuchs der Rückstand auf das rettende Ufer auf acht Zähler an. Der SSV Jahn ging im Spiel gegen die Rheinland-Pfälzer zu spät ins Risiko. Denn ob am Ende die Niederlage gestanden hätte oder das Remis ist in dieser Situation eigentlich egal. Ein Sieg wäre die letzte Hoffnung gewesen, doch er wurde nicht erzwungen.

 Abstieg kann am Samstag feststehen

Sportlich ist der Klassenerhalt kaum noch zu schaffen. Die acht Punkte auf den Tabellen-17., derzeit die SpVgg Unterhaching, sind wohl zu viel. Deren zwölf werden in dieser Saison noch vergeben, aber die Aufgaben sind nahezu unmöglich zu bewältigen. Vor allem bei der Auswärtsschwäche dürfen sich die Regensburger höchstens Hoffnungen auf Heim-Punkte machen. In Bielefeld und Halle wird es, wenn alles seinen geregelten Gang geht, keine Punkte geben. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass das Team zwar will, aber wohl nicht kann. Die Nerven spielen nicht mehr mit. Trainer Brand möchte sich aber noch nicht damit abfinden: “Sicher ist es schwer, aber ich werde nicht sagen: Das war´s! Wir werden weiter alles versuchen.“  Bereits am Samstag kann der Abstieg allerdings schon rechnerisch feststehen.

Brand und Keller sollen bleiben – Meisterschaft wird angestrebt

Die Planungen für den wahrscheinlichen Abstieg laufen bereits. So will der Jahn definitiv an Sportchef Dr. Christian Keller festhalten. „Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die aller relevanten Entscheidungsträger des SSV Jahn Regensburg“, erklärte Vorstandsvorsitzender Hans Rothammer. Auch an Trainer Christian Brand möchten die Oberpfälzer festhalten. Mit Kapitän Markus Palionis, Kolja Pusch und Marco Königs (als Option) haben drei Spieler einen Vertrag für die vierte Liga. Insgesamt soll aus dem jetzigen Kader ein Gerüst von zehn bis 15 Spielern gehalten werden, um die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern gleich zu schaffen. Der Etat soll nach verschiedenen Angaben in etwa gleich hoch sein, wie zu Beginn der Saison 2014/15. Also circa 1,5 Millionen, was einer der höchsten in der Liga sein wird.

   
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