22. Oktober 2013 um 20:02 Uhr

Reportage: Wie die Rostocker Ultras ihren Verein veränderten

Von
HansaFans8agroß

Der NDR titelte am 21.10.2013 in einem Online-Artikel: „Steuern die Ultras Hansa Rostock?“ Dabei wurden verschiedenste Vorgänge der letzten Monate rund um die Fanszene Rostock und den Verein in einen verzerrten Kontext gebracht. Doch trifft die Schlussfolgerung zu, dass sich der F.C. Hansa Sorgen machen muss, von seinen Ultras übernommen zu werden? Ein Kommentar:

Subkulturen. Seit jeher im stetigen Kampf mit dem Establishment. Das Leben nach einer alternativen Idee auszurichten, anders zu sein, die „Normalität“ abzulehnen, Engagement zu zeigen, für ein Ziel oder eine Sache – Darum ging es den Hippies, den Punks, den Gothics, den Ravern  und darum geht es im 21. Jahrhundert den Ultras, der momentan wahrscheinlich größten und allumfassendsten Subkultur Europas. Zwischen Finnland und Italien, zwischen Portugal und Russland gibt es keine Bewegung, die so engagiert und vernetzt vorangetrieben wird, wie die der Ultras. Man hat eigene Kleidung, eigene Musik, eigene Bücher, eigene Filme. Die deutsche Ultraszene hat Glück, denn im Jahr 2013 ist Deutschland weitestgehend über sie aufgeklärt. Sie ist Teil von Dokumentationen, Gesprächsrunden, man versucht den Begriff „Ultra“ mit vereinten Kräften zu enttabuisieren, Ultras selbst, Journalisten und Regisseure tragen zu dieser Aufklärung bei und als Resultat sendet selbst ein kritisierter Bezahlsender eine formidable Dokumentation über das Phänomen der aktiven Fußballfans. Man kämpft geschlossen gegen verspätete Anstoßzeiten, Montagsspiele, Repressionen durch die Polizei und das Verbot von Pyrotechnik im Stadion.

Das Kreuz der Einzigartigkeit

In Mecklenburg-Vorpommern sieht die Situation anders aus. Der F.C. Hansa Rostock und mit ihm seine aktiven Fans tragen ein Kreuz mit sich, was die deutschlandweite Aufklärung zum Thema „Ultra“ im Bundesland nahezu ausschließt: Das Kreuz der Einzigartigkeit. Auch wenn die TSG Neustrelitz in der Regionalliga Nordost für Furore sorgt, so ist der F.C. Hansa nach wie vor und seit jeher der einzig relevante Verein in „Meck-Pomm“. Das führt dazu, dass jeder Schritt und vor allem jeder Fehltritt des Vereins und der Fans in der norddeutschen Medienlandschaft penibel genau verfolgt und kommentiert wird. Dazu kommt die große Geschichte der „Kogge“. Als letzter DDR-Meister der jahrelange „Leuchtturm des Ostens“ und noch heute der beste Ostverein in der ewigen Tabelle der Bundesliga, war der F.C.H. für viele Ostdeutsche das Aushängeschild der ehemaligen Republik, der Beweis, dass man es auch ohne große Sponsorengelder Jahr für Jahr schaffen kann, in der ersten Bundesliga zu bestehen.

„Hansa und seine Fanproblematik“

Nun ist der F.C. Hansa in den letzten Jahren weit hinter Vereinen wie Energie Cottbus, Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue und Union Berlin zurückgefallen. Was geblieben ist, ist jedoch die exklusive Berichterstattung an der Ostsee: Während im Ruhrpott oder in Berlin kleinere Fehltritte der Vereine eine kurze Meldung wert sind, wird in Rostock jeder Schritt verfolgt und kommentiert. Gleiches gilt für die aktive Fanszene, die Ultras des F.C. Hansa. Die Medienhäuser in Mecklenburg-Vorpommern könnten ganze Chroniken über den Werdegang von anfangs einigen lautstarken Jugendlichen bis hin zur Fanszene Rostock e.V. verfassen, so intensiv wurde das Geschehen über die Jahre verfolgt und zumeist kritisiert.

Kein gutes Wort findet seinen Weg in die Zeitungen, Radiosendungen und Fernsehbeiträge, stattdessen gilt die Phrase: „Hansa und seine Fanproblematik“. Zuletzt musste der Verein eine Gegendarstellung zu einem Bericht der „Ostsee Zeitung“ verfassen, der über angebliche, durch die Fans des F.C.H. verursachte Kosten für die Steuerzahler berichtete. Der NDR ging gestern nun einen Schritt weiter und ließ den Richter des Oberlandesgerichts Rostock Kai-Uwe Theede zu Wort kommen. Theede, der bis vor kurzem Mitglied der Task Force zur Fanproblematik in Rostock war, kritisierte, dass der Verein gar nicht mehr an einer Zusammenarbeit mit der Task Force interessiert sei. Der NDR schlussfolgerte: Die Ultras steuern den F.C. Hansa.

Die Südtribüne, Heimat der aktiven Fans, war ein Jahr lang gesperrt.

Hofmann bittet um Hilfe

Um die Sachlage zu verstehen, muss man zunächst einmal Theedes Position begutachten: Die Task Force zur Fanproblematik wurde am 01.12.2011, unmittelbar nach den Vorkommnissen beim Heimspiel gegen den FC. St. Pauli gegründet. Damals hatten sich dem F.C. Hansa zugehörig fühlende Personen Leuchtraketen in den Gästeblock geschossen, die Südtribüne, Heimat der aktiven Fanszene, wurde daraufhin ein Jahr lang vom Verein geschlossen. Initiator der Task Force war seinerzeit der damalige Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann. Hofmann zeichnete sich dadurch aus, mit den Ultras des F.C. Hansa ähnlich undifferenziert umzugehen, wie es die norddeutschen Medien taten. Er wandte sich nach den Vorkommnissen des Spiels gegen St. Pauli an ebendiese und bat um Hilfe, weil der Verein die „Fanproblematik“ nicht in den Griff bekäme.

Ein klärendes Gespräch mit den bekannten Führungspersonen der Fanszene blieb unter Hofmann aus. Daraufhin folgte ein halbjähriger Protest der Ultras, was die Heimspiele des F.C. Hansa zu einer ziemlich ruhigen Angelegenheit machte. Man verzichtete in dieser Zeit aber nicht nur auf den Support, sondern auch auf jeglichen Einsatz von Pyrotechnik, eine Maßnahme, die mit den Idealen der Ultrakultur eigentlich nicht vereinbar ist. Man wollte damit die Tür für Gespräche offen lassen. Nach der überwältigenden „JA zum FCH“-Aktion, die auch Bernd Hofmann sehr zu seinen Gunsten nutzte, kamen diese Gespräche wieder in Gange, allerdings weigerte sich der Verein, den Ultras auf Augenhöhe gegenüberzutreten. Stattdessen wollte man die Bedingungen bestimmen, der Fanszene bleib ein Ja oder ein Nein als Reaktion und kein Spielraum für konstruktive Debatten.

Interessante politisch-philosophische Gedanken und unermüdliches Engagement

Um seine Seele nicht zu verkaufen, zog man sich von den Gesprächen zurück, die Tribüne blieb geschlossen. Nun allerdings wurde die Fanszene des F.C. Hansa selber aktiv. Obgleich die Aufklärung über die Ultrakultur in Deutschland sehr weit fortgeschritten ist, bleibt für viele das Bild des schwarz gekleideten Jugendlichen mit Basecap, Turnschuhen und wenig im Kopf außer Suff und Fußball. Das trifft aber nur stark bedingt zu, gerade in den Spitzen der deutschen Ultragruppen arbeiten erwachsene Männer mittleren Alters, mit interessanten politisch-philosophischen Gedanken und einem schier unermüdlichen Engagement. Bekannte und führende Ultras wie Jan-Hendrik Gruszecki (Dortmund) oder Philipp Markhardt (HSV) sind gute Beispiele dafür. Auch in Rostock standen und stehen kluge Köpfe an der Spitze der Fanszene. Diese begannen zum Saisonbeginn und in Anbetracht der nahenden Aufsichtsratswahl simple Politik zu betreiben. Man machte keinen Hehl daraus, dass man mit der Kommunikation zwischen Verein, in Person von Bernd Hofmann, und Fans nicht zufrieden war und alles daran setzen wollte, das zu ändern. Ein völlig legitimer und eigentlich lobenswerter Ansatz. Wenn dich ein Zustand stört, steh auf, geh raus und engagiere dich dafür, dass sich etwas ändert.

Demokratische Meinungsbildung

Das taten die Ultras des F.C. Hansa und einige Tage vor der Aufsichtsratswahl, als die Kandidaten längst feststanden, erklärte die Szene den übrigen Fans ihre Ziele und gab ebenso Informationen darüber bekannt, welche Wahlkandidaten diese Ziele ebenfalls anstreben wollen würden. Einfacher Wahlkampf. Der NDR hingegen wetterte, man habe damals „massiv Stimmung gemacht“. Vorstandsmitglied Rainer Friedrich, immerhin ebenfalls Mitglied der Task Force und nicht gerade beliebt bei den Ultras, kennzeichnete den Vorgang zwar ebenfalls als „demokratische Meinungsbildung“, trotzdem fragte der NDR: „Steuern die Ultras den F.C. Hansa?“ Ebenfalls kritisiert wurde das Gerücht, dass es Absprachen gegeben habe, bei erfolgreicher Wahl die Südtribüne wieder zu öffnen. Und tatsächlich wurde nur wenige Monate nach der Mitgliederversammlung die Südtribüne unter verschiedensten vertraglich festgehaltenen Bedingungen wiedereröffnet. Ein Kritikpunkt? Für den NDR zumindest ein Anhaltspunkt, dass der Einfluss der Ultras im Verein wächst, wirtschaftlich gesehen aber für den finanziell arg gebeutelten Verein die einzig richtige Entscheidung. Zudem entschlossen sich die Ultras eine Preiserhöhung auf der „Süd“ anzuregen, um den Verein auch finanziell zu unterstützen.

Vorbild Union Berlin

Überhaupt: Mit der Wahl des neuen Aufsichtsrates wehte plötzlich ein frischer Wind durch das Vereinsgelände in Rostock. Der Verein begann mit seinen Mitgliedern und Fans zu kommunizieren. Mittlerweile wendet sich die Vereinsführung nahezu monatlich in einer E-Mail an die Mitglieder, kommuniziert Hintergründe in der täglichen Vereinsarbeit, thematisiert interne Krisensituationen, wie ein Fall von Veruntreuung im Kartenverkauf und verfasst zum Teil deutliche Gegendarstellungen zu übermäßig kritischen Berichterstattungen. Die aktive Fanszene hat sich ebenfalls professionalisiert, gründete mit der „Blau-Weiß-Roten Hilfe“ eine Anlaufstelle für Fans des Vereins, die auf ihren Reisen oder im Stadion Probleme mit der Polizei hatten. Unabhängig von der sportlichen Situation ist alles besser geworden an der Ostsee.

Und so ganz Unrecht hat der NDR nicht mit seiner Schlussfolgerung: Die Ultras haben tatsächlich ein Mitspracherecht im Verein. Aber die Konnotation stimmt nicht, denn die besagte Tatsache ist gänzlich zum Positiven für Fans und Verein. Das beste Beispiel dafür ist der 1. FC Union Berlin, gerade auf dem besten Weg im kommenden Jahr die Bundesliga zu bereichern. Hier gibt es seit Jahrzehnten einen engen Kontakt zwischen Fans und Verein, auch zwischen Ultras und Verein. Man diskutiert über Probleme, organisiert zusammen Sonderzüge und erarbeitet Strategien für Fans mit Stadionverbot. Diese arbeiten dann z.B. gemeinnützig in der Jugendarbeit des Clubs mit und können damit ihre Strafe verringern. Auch zum Thema Pyrotechnik hält man einen offenen Dialog, in dem alle, normale Fans, Ultras und der Verein zu Wort kommen können. Die Fans sind kein Gimmick, sondern das größte Gut für den Verein. Dieses Ziel verfolgt auch der F.C. Hansa, wenn auch (noch) in Kinderschuhen und den größten Anteil daran tragen die Ultras der Kogge. So ist auch die besagte Task Force, das Relikt aus kommunikationslosen Hofmann-Zeiten im Grunde gar nicht mehr nötig. Im Gegenteil, der Fanszene regt gerade die Selbstregulierung an, die sich die meisten Fans schon gewünscht haben, als viele Anhänger des Vereins auswärts wie zuhause noch dem puren Anarchismus frönten. Was für Kai-Uwe Theede ein Unding ist, stellt sich bei näherem Betrachten als logische Schlussfolgerung heraus, womöglich auch aus der Arbeit der Task Force. Es sollte in seinem Sinne sein, dass die Task Force nicht mehr in die Vereinsarbeit eingebunden werden muss.

Hansa-Fans beim Auswärtsspiel in Osnabrück

Ultras kriminell?

Die Frage muss erlaubt sein, wie stark Theede, der NDR und auch Teile der Gesellschaft die Ultras im Allgemeinen und die Fanszene Rostock im Speziellen kriminalisieren können. Pyrotechnik oder das „Stehlen“ einer Zaunfahne sind unrechtmäßige Handlungen, aber rechtfertigen sie die Charakterisierung der Ultras in Rostock als „Problem“ oder gar als „kriminell“? So sehr, wie das Abbrennen von Pyrotechnik verboten ist, ist es Teil der Ultrakultur und daran wird sich nichts ändern. Das ist rechtlich gesehen falsch, ebenso falsch ist es aber, diese Handlungen aus dem Kontext zu reißen und sie stur als nicht rechtens zu charakterisieren. Strafen muss und wird es dafür geben, sowohl für Einzelpersonen, als auch für die Vereine, aber ebenso muss es ein Bewusstsein dafür geben, in welchen Zusammenhängen diese Handlungen geschehen, dass es Teil der Identität einer Subkultur ist, die Millionen von Anhängern auf der Welt hat. Und es muss ein Bewusstsein dafür geben, dass dies nur ein winziger Aspekt dieser Subkultur ist, die sich vor allem durch Engagement, Kameradschaft und umfassendes Interesse auszeichnet. Diese Generation ist nicht leer und träge, sie ist voller Energie und will etwas bewegen. Ihr geht es nicht darum, einen – ihren – Verein zu unterwandern, sondern ihr geht es darum, optimale Bedingungen dafür zu haben, alles für ihren Verein geben zu können.

FOTOS: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de //  Flohre Fotografie

 

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  • HRO-CCO

    Muss „ulysses25“ hier in allen Punkten zustimmen!

    Dieser Artikel ist einfach nur ein ungerechtfertigter Lobgesang auf die Ultras.

    Die Herrschaften haben dem Verein geholfen?! Wenn überhaupt dann dabei, permanent in den Medien und schneller am finanziellen Abgrund zu sein.
    Und wir reden hier nicht nur von den unnützen und völlig bekloppten Pyroaktionen oder irgendwelchen „Fahnenklaus“. Letzteres, der sogenannte „Trophäenraub“ ist den meisten Fällen übrigens ein „Raub“ (wie das Wort schon sagt)…da die Sachen mit Gewalt an sich genommen werden. Der Spaziergang auf der Stadionmauer war da eher die Ausnahme.
    Aber es wurde auch auf Gästefamilien (mit Kindern!) losgegangen, um deren Schals o.ä. zu erlangen oder Fahrzeuge von Gästefans wurden bei voller Fahrt auf der Stadtautobahn „bepflastert“!!!
    Ganz zu Schweigen von den unzähligen Graffitiaktionen gegen den Verein, gegen die Polizei!
    Ich sag nur „Den langen Arm des Gesetzes brechen, Hansa Fans werden sich immer rächen!
    Großartig …die Rache! Ganz großes Kino! Wie erst vergangenes Wochenende wieder: Vermummt aus dem Wald heraus mal eben mit 150 Mann die Polizei bepflastern. Ihr seid Helden!
    Solche Ereignisse werden aber gern verschwiegen bzw. nach Veröffentlichung in sozialen Netzwerken gern gelöscht. ….ich bin gespannt;-)
    Bei aller Liebe….unstrittig ist, dass der FCH sicher die treuste Fanszene hat….die Zahlen bei Auswärtsspielen sind einzigartig in dieser Liga und waren es auch in der 2.
    Aber wie dämlich sind diese Herrschaften denn, dass sich das mit solchen Aktionen immer wieder zerstören.
    Vor allem muss man abgesehen, von den finanziellen Schäden für Verein, DKB und andere auch mal an die Leute selbst denken, denen da von 5-10 teils vermummten Idioten das Trikot vom Leib gerissen oder der T4 auf der Stadtautobahn „entglast“ wird.
    Und es dann immer auf die Medien zu schieben, die die Vorkommnisse angeblich völlig übertrieben darstellen, ist leicht getan aber unpassend….zumal ich zu dieser Problematik bisher wenig Beiträge gesehen oder gelesen habe, die nicht den tatsächlichen Umständen entsprechen.
    Abgesehen von dem meinen Kommentar auslösenden Artikel;-)
    Mir selbst ist vor Jahren schon aufgrund dieser Chaoten die Lust am FCH vergangen und wenn ich privat von Urlaubern nach dem Weg zum Stadion gefragt werde, rate ich davon ab, diesen Weg aus eben beschriebenen Gründen zu gehen und verweise lieber auf den Strand o.ä. Denn leider kann es ja anscheinend bei jedem Spiel passieren, dass man als Unbeteilitger plötlzich mitten im Tumult ist.

    Dem Verein ist nur zu wünschen, dass die finanziellen Probleme gelöst werden können und dass man zusammen mit der Polizei die „Fanproblematik“ in den Griff bekommt.

    Und was die armseligen Drohungen, Beschimpfungen und Anfeindungen gegen die Cops betrifft: eines Tages werdet auch ihr ach so mutigen und starken „Jungs“ die Cops brauchen und dann….?
    Haltet durch, liebe Cops! Ihr macht großartige Arbeit.

    In diesem Sinne…..

  • Han Solo

    Hallo,

    also insgesamt finde ich den Artikel sehr interessant. Ich folge und unterstütze auch vollkommen die These, dass es nichts schlimmes ist, wenn „die Fans“ einen Verein steuern. Das ist mir allemal lieber als ein Scheich Oligarch oder eine Marketinkgfirma..
    Aber mit der Argumentation für Pyrotechnik komme ich nicht ganz klar.

    Mit der argumentation „das sei nun mal Teil der Subkultur und wird sich auch nicht ändern“ aber ja nur ein kleiner Teil der Subkultur, ansonsten ist sie total toll … Mit dieser Logik kann man ja wirklich alles rechtfertigen, von Teletubbies bis Neo Nazis.

    FAKT ist: Pyrotechnik im Station ist GEFÄHRLICH! Und deshalb zu recht verboten.
    Fakt ist auch, diese grösseren und kleineren „Vorfälle“ nutzen _vielleicht_ dem Ego von wenigen Einzelnen, aber sie Schaden massiv dem Fussball insgesamt, dem jeweiligen (angeblich geliebeten) Verein im Besonderen und am allermeisten der Ultra Szene selbt.

    Was es braucht ist NICHT das Bewusstsein aller anderen in welchem Kontext einige Personen gerne viele andere gefährden, es braucht ein Bewusstsein in der Ultra Szene, dass dieser angeblich „kleine Teil der Identität der Subkultur“ andere gefährdet, ein krasser wiederspruch zur „Liebe zum eigenen Verein“ ist und vor allen Ihnen selbet schadet.

    Gäbe es dieses Bewusstsein verstärkt könnten die Ultras die breite Anerkennung bekommen, die sie in den grössten Teilen ganz sicher verdienen.

    Ich finde es sehr schade, dass die sogenannten Ultras sich im Grunde Ihre eigene harte Arbeit und Leidenschaft selbst zerstören und sich danach auch noch als Opfer darstellen.

  • Fletcher

    „Damals hatten sich dem F.C. Hansa zugehörig fühlende Personen Leuchtraketen in den Gästeblock geschossen, die Südtribüne, Heimat der aktiven Fanszene, wurde daraufhin ein Jahr lang vom Verein geschlossen. Initiator der Task Force war seinerzeit der damalige Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann.“

    Ich war da, hab es gesehen (von der Nord mit bestem Blick), es waren Leuchtraketen AUS DER SÜD (aus der Mitte der sogenannten aktiven Fanszene) die in den Gästeblock gefeuert wurden. Es war absolut jedem, der bis drei zählen kann klar, was das bedeutet. Strafe und Sperrung der Süd. Hat die sogenannte „aktive Fanszene“ etwas dazu beigetragen die Täter zu identifizieren und somit die Wogen zu glätten? Nein. Man stigmatisierte sich hinterher als Opfer des bösen Bernd. Eigenes Fehlverhalten wird nicht gesehen, Einsicht oder gar Rücksicht auf den Verein wird nicht genommen. Hemmungslos werden die eigenen Bedürfnisse (anscheinend ist das Abbrennen von Pyros bis hin zum beschießen ungeliebter Gästefans ein solches) ausgelebt. Den Verein kostet es Strafe? Egal. Hauptsache ich kann die Ego-show durchziehen. Wer sich also benimmt wie ein Kind (sofortige Triebabfuhr ohne Affektkontrolle), der wird auch so behandelt. Androhung von Sanktion – strafbare Handlung – Durchführung der Sanktion. Das nennt sich Konsequenz und ist die einzige Möglichkeit solchen DIngen zu begegnen. Wenn die Konsequenz aufgeweicht wird, fühlen sich die Fehlverhaltenden lediglich in Ihrem Handeln bestärkt, denn sie kommen damit durch.

    Traurig finde ich vor allem, dass sich Teile der „aktive Fanszene“ benehmen wie eine Horde Kleinkinder, denen man mit Argumenten nicht beikommt und die den „Zusammenhalt“ mit Ihresgleichen und das durchsetzen Ihrer ganz persönlichen Interessen über das Wohl des Vereins stellen (der mit Verlaub bis zum Hals in der Scheiße steckt).

    Grundproblem in der SIcherheitsfrage ist für mich, dass die Süd neben dem Gästeblock liegt. Da hopst dann auf beiden Seiten des Zauns der harte Kern. Sowas geht selten gut. Der Sicherheitskorridor ist ein verdammter Witz.

    Und dem NDR die Schuld für fehlende Sponsoren etc. in die Schuhe schieben zu wollen ist ein elender Witz. Diese Verfolgungswahnnummer ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen. KEIN Sender hat ein Interesse daran einen marginalisierten Drittligisten kaputtzuberichten. Auch der DfB hat kein Interesse daran die „Ostclubs“ kaputtzumachen. Es gibt keine Anti-Hansa, Anti-Ost oder sonstwie Verschwörung. Es gibt ein Übergewicht in den Verbänden durch bestimmte Regionen, es gibt auch schlechte/falsche Berichterstattung, es gibt die strukturelle Benachteiligung der 3. Liga als solche, ABER ES GIBT KEINE VERSCHWÖRUNG und keinen MASTERPLAN!

  • RWEPETER

    Fankultur ist ein muss ! Gerade wir Jungs aus den Osten haben eine andere Verbundenheit mit unseren Vereinen. Hansa Jungs weiter so !

  • Daniel

    Also ich persönlich finden den Artikel im Grunde genommen gut, muß aber auch ganz klar feststellen das es eine Art Beweihräucherung der Ultraszene ist.
    Was mich am meisten an den Ultras strört, ist deren Arroganz zu glauben bzw. davon überzeugt zu sein, dass nur SIE den Verein wahrhaft lieben und unterstützen. Wie ist deren Motto: „Wir sind der Verein“.
    Andere Wege und weniger völlige Hingabe für Hansa ist für sie schon kein „Fan-sein“ mehr. Und das ist in meinen Augen völlig krank…es bleibt schließlich „nur“ ein Verein den man niemals sein ganzen Leben und seine völlige Hingabe widmen muß.
    Ich bin selbst Mitglied bei Hansa und mit Herz und Leidenschaft dabei, aber eine Denkweise wie die der Ultras emfinde ich als vollkommen überzogen.
    Außerdem: wie ist es denn Tatsächlich mit der völligen Hingabe der Ultras zum Verein bestellt?
    Ein guter Verein, der sportlich etwas leisten will bzw. muß braucht im modernen Fußball Geld. Das mag man nicht gut finden…ist aber so!!!!
    – Ultras lehnen jede Form der Kommerzialisierung im Fußball ab
    – Ultras kaufen keine Merchandise Artikel
    – in Rostock wird der einzig verbliebene überregionale Sponsor (DKB Bank) der sich längjährig im Verein engagiert und damals großzügig dem Schuldenschnitt zugestimmt hat und somit zur Rettung des Vereins beigetragen hat, regelmäßig verunglimpft und der Stadionname „DKB-Bank-Arena“ nicht nur abgehnt, sondern aktiv bekämpft
    – in den Stadien selbst sorgen sie durch das Abbrennen von Pyrotechnik für immense Strafen für den Verein
    – Außerdem sorgen Sie mit ihrer Art dafür, dass sich „normale Menschen“ kaum noch dort hin trauen
    …Es ist wirlich der Wahnsinn, was die Ultras so für „ihren“ Verein tun…Respekt!
    Jeder Verein kann wirklich stolz sein, solche Anhänger in so großer Zahl in seinen Reihen zu haben.
    Von diesem Einfluss und Gutmenschentun sollten auch die großen Vereine wie Bayern oder Barcelona z.B. unbedingt mehr bekommen…die werden sich bestimmt freuen.
    Und wie krönt der einzig wahre Hansafan seine Aussagen…AHU

  • Tomislav Piplica

    Banal sollte es im letzten Satz heißen.

  • Tomislav Piplica

    ulysses25: Wenn man sich bereits eingangs damit zu Wort meldet, dass man sich nicht für den Verein interessiert, ist das zwar legitim, jedoch nicht sonderlich schlau im Bezug auf die Tatsacche, dass man die Entwicklung und die Sachlage im Umfeld des Vereins in keinster Weise aus persönlichen Erfahrungen kennt, sondern sich nur auf propagandistische (wie Du es so schön selbst erkannt zu haben scheinst) Berichte aus Medienabteilungen, die selbst nicht in der Lage sind, differenziert zu berichten, stützt. Damit entbehren Deine Aussagen jeglicher Diskussionsgrundlage, denn Du hast – ganz banla formuliert – einfach keine Ahnung!

    • ulysses25

      Ich glaube das, was ich sehe. Und Rostock wird nicht grundlos Strafen zahlen. Und weil ich mich für einen Verein nicht interessiere, heißt das nicht, dass ich nichts davon mitbekomme.

      Danke übrigens, dass du mit deinem Spruch über die propagandistischen Medien noch einmal bestätigst, wie realitätsfern manche Fans sind. Wenn in Rostock alles gut ist, dürfte ja in Zukunft nichts mehr von dort zu hören sein. Ach ne, die deutschen Medien (schlimmer als die Nazis, total) haben ja nichts besseres zu tun, als einen Verein niederzuschreiben, der schon von allein dafür sorgen wird, in der (sportlichen) Versenkung zu verschwinden.

      Und jetzt hört auf zu jammern, Ultras!

  • ulysses25

    Kurzer Nachtrag:

    Die Überschrift ist falsch, da der Artikel keine Reportage ist, weil kein Protagonist und klar als Kommentar tituliert!

  • ulysses25

    Ich persönliche habe keine besondere Meinung zu Rostock, weil mich der Verein schlicht nicht interessiert. Aber zu diesem Kommentar muss ich mich dennoch äußern!

    Erst einmal weht einem die typische „Die bösen Medien“-Einstellung entgegen, die bei den Ultras immer zutage tritt, dieses ewige Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. Außerdem malt der Autor ein Bild der Ultras, als wären das IMMMER friedliche Gruppen voller hochintelligenter Menschen, die einfach keiner versteht.

    Rostock zahlt regelmäßig Strafen, und diese werden bestimmt nicht wegen toller Choreographien vergeben. Ich bin gespannt, wie fair und schlau sich die Rostocker Ultras verhalten, wenn RB Leipzig ins Stadion kommt. Dann können sie ihre große Toleranz beweisen.

    Zum Artikel selbst: Klar, es ist ein Kommentar, deshalb meinungsgeladen, also journalistisch korrekt. ABER: der Autor gibt sich selbst als Ultra zu erkennen, und das macht den Text zu reinsten Propaganda. Ich denke, ein einfacher Familienvater, der die Schnauze voll hat von den Rostocker Randalen, könnte einen ähnlichen Artikel schreiben, der ein genau gegenteiliges Bild der Fankultur in Rostock zeichnen würde!

    • Markus

      Absolut deiner Meinung!
      Ein mehr als parteiischer Kommentar der nicht dem sonst üblichen hohen Niveau dieser Seite entspricht sondern besser auf die Homepage einer Rostocker Ultra-Fan-Seite
      passen würde!

    • Hanseat

      Falsch! Über welche Randale sollte sich der Familienvater, der Samstag nachmittag zum Fussball gucken ins Stadion wandert, denn aufregen? Das einzige Problem, dass Hansafans in letzter Zeit in und um Stadien verursacht haben, ist das Abbrennen von Pyrotechnik. Hierzu äußert sich der Autor ziemlich deutlich.
      Aber hier wird genau das deutlich, was Max Ohlert anprangert: Dass in den Medien ein übertriebenes Bild von Hansafans gezeichnet wird. Wenn man Randale so definiert, wie es eigentlich üblich ist, nämlich in Schlägereien und Sachbeschädigung, dann bleibt vom Randalebild der Hansafans nicht viel übrig. Das kann man aber nicht wissen, wenn man sich für den Verein nicht interessiert. Dann sollte man aber auch keine Einschätzungen abgeben, wie die Lage „wirklich“ ist.

      • ulysses25

        Ich habe keine Einschätzung abgegeben, und für mich zählt Pryotechnik zum unschönen Teil der Ultra-Welt. Braucht niemand!

        Und tu bitte nicht so, als wäre ich irgendein Trottel, der auf die Medien reingefallen ist und dadurch ein schlechtes Bild von Rostock bekommen hat. Im Gegensatz zu den Ultras bin ich in der Lage zu differenzieren. Und das heißt für mich: Abbrennen von Pyrotechnik verdient eine Strafe, ist überflüssig und steht für eine Selbstherrlichkeit, wie sie nur die Ultras vertreten können! Choreographien ja, Pyrotechnik und Gewalt nein!

      • ulysses25

        All das ändert übrigens nicht daran, dass dieses Geschreibe propagandistisch und einseitig ist. Das nächste Mal bitte im Ultra-Forum von Rostock posten, damit die Leute dort sich wieder selbst beweihräuchern können!

  • Baron Lust

    Das hört sich alles sehr schön an. Da haben die Rostocker wohl nach Elversberg geschielt. Auch wir die Ultras Cap Verde stehen da in nichts nach.
    Siehe die 4 Busse nach Urexweiler. Da ist schwer was im kommen.

  • lutz2013

    Sehr gut Herr Ohlert, dieser Kommentar sagt alles was man dazu sagen muss. Nur eins noch, das Land MV hat schon nach der Wende den Fehler gemacht sich dem NDR anzuschließen. Denn die Hamburg, Bremen und Hannover verliebte Sendeanstalt stellt das Nordöstliche Bundesland als ihre dauerhafte Krisenregion dar, und das nicht nur im Fußball sondern auch auf anderen Gebieten. Logisch ist das so etwas Industrie und Sponsoren abschrecken die dann lieber in Hamburg, Bremen und Hannover tätig werden.

  • FCH-Heide

    Gute Aufarbeitung von euch.Und den Richter,der sich bei der MV bei der zweiten Wahl schon verpiselt hatte,kann man eh in die Tonne kloppen.Aber der Pferdesender hat das ja leider nich mehr mit bekommen.

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