13. Januar 2016 um 18:01 Uhr

Hinrundenfazit Kickers: Vom Auf- zum Abstiegskandidaten

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© imago/Baumann

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Die Stuttgarter Kickers belegen nach 21 absolvierten Partien den letzten Tabellenplatz und haben bereits drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Immerhin gelang den Schwaben im letzten Spiel vor der Winterpause noch ein Lebenszeichen, als man in der Schlussminute gegen Osnabrück den 2:2-Ausgleich erzielen konnte. liga3-online.de zieht Bilanz:

Das lief gut

Eigentlich war es eine vollkommen verkorkste Hinrunde der Schwaben. Mit Aufstiegsambitionen gestartet, findet man sich nun auf den letzten Tabellenplatz wieder. Da ist es schwierig der Hinrunde etwas Positives abzugewinnen. Doch schaut man sich die Tabelle nach dem nach achtem Spieltag an, sieht man ein anderes Bild. Nach einem überzeugenden Heimsieg gegen Magdeburg mischte der SVK noch ganz vorne mit. Zu diesem Zeitpunkt hatte Stuttgart erst eine Niederlage hinnehmen müssen und bereits vier Siege ergattert. Zu gern erinnern sich die Fans an diese Momentaufnahme zurück, denn in den folgenden 13 (!) Partien bis zur Winterpause gelang den Blauen kein einziger Sieg mehr.

Das lief schlecht

Dass in der Hinrunde so ziemlich alles schlecht lief, zeigt alleine schon der Blick auf die Tabelle. Nach dem unnötigen Punktverlust gegen Wiesbaden am 9. Spieltag, als man einen 3:1-Vorsprung verspielte, gelang weder Horst Steffen noch Tomislav Stipic die Wende. Aus den letzten 13 Drittliga-Partien holten die Degerlocher gerade einmal drei magere Pünktchen. Unter Trainer Stipic hat sich bislang noch keine Startaufstellung gefunden. Zudem wiesen die Blauen in allen Mannschaftsteilen Schwächen auf. So beispielsweise auch auf der Torhüterposition, wo weder Carl Klaus noch Rouven Sattelmaier bisher vollends überzeugen konnte. Die Routiniers wie Marc Stein, Fabian Baumgärtel oder auch Kapitän Enzo Marchese laufen ihrer Form aus der Vorsaison hinterher. Dass es auch in der Offensive bei den Schwaben nicht läuft, sieht man an der Statistik des Mittelstürmers Manuel Fischer. Dem 26-Jährigen, der auch schon für den VfB Stuttgart in der Champions-League spielte, gelangen in 14 absolvierten Partien weder ein Tor noch eine Torvorlage. Es scheint also so, als hätten etliche Spieler an Qualität eingebüßt. Als Tabellenletzter ist es nun auch wieder schwer Ruhe in den Verein zu bekommen, denn Sportdirektor Michael Zeyer und Trainer Tomislav Stipic geraten mit jeder Niederlage mehr in die Kritik.

Neuzugänge

Die insgesamt neun Neuzugänge konnten die Qualität der Blauen im Vergleich zur Vorsaison bisher noch nicht erhöhen. Viele Neuverpflichtungen blieben hinter ihren Erwartungen zurück, wie beispielsweise Tobias Pachonik. Der deutsche Junioren-Nationalspieler konnte sich noch nicht durchsetzen und kam gerade einmal auf 341 Drittligaminuten. Gratas Sirgedas, der vom VfB Stuttgart II kam, hatte in der kompletten Vorrunde mit Verletzungen zu kämpfen. Einzig Stürmer Erich Berko überzeugte bisher mit neun Scorerpunkten in 20 Einsätzen. Die meisten anderen Spieler erhöhen bisher zwar die Quantität des Kaders, allerdings nicht die Qualität. Mittelfeldstar Besar Halimi, der in der letzten Saison für Furore sorgte, konnte bisher nicht ersetzt werden.

Bester Spieler

Als Tabellenletzter kann man eigentlich schlecht sagen, dass ein Spieler vollends überzeugte. Doch zumindest Erich Berko erfüllte bisher die Erwartungen. Er entwickelte sich zum absoluten Stammspieler und konnte als Außenstürmer schon sieben Tore erzielen. Die Stärken Berkos liegen nicht nur beim Torabschluss, sondern auch in seiner Schnelligkeit. Doch auch der 21-Jährige kann sich noch weiter steigern und sein Spiel verbessern.

Schwächster Spieler

Aus der erfolglosen Mannschaft einen schwächsten Spieler herauszufischen, wäre schlicht und einfach unfair. Sämtliche Akteure laufen ihrer Form der Vorsaison hinterher. Vor allem von den Routiniers der Blauen darf mehr erwartet werden, damit sich die jungen Spieler an ihnen orientieren können. Es ist schwer verständlich, weshalb erfahrene Drittligaakteure wie Stein, Marchese, Baumgärtel, G .Müller und Fischer nichtmehr überzeugen können. Auf der anderen Seite können diese auch nur spielen, da andere Akteure keine (bessere) Alternative darstellen.

Fazit

Der letzte Tabellenplatz und die zuletzt 13 sieglosen Spiele in Folge zeigen, dass bei den Kickers in der Hinrunde einiges schief gelaufen ist. Nach jeder Niederlage wurde das „Kopfproblem“ der Mannschaft größer und das in der Vorsaison gewonnene Selbstvertrauen schwand. Im eigenen Stadion kassierte man Derby-Niederlagen gegen Großaspach und VfB Stuttgart II, gab Führungen wie gegen Würzburg noch aus der Hand und verlor schließlich. Auch gegen junge Mannschaften wie den U23-Teams der Mainzer und Bremer erwies man sich im eigenen Stadion (!) als chancenlos. Auch der Trainerwechsel von Steffen zu Stipic blieb bisher ohne zählbaren Erfolg.

Ausblick

Da bei den Schwaben zuletzt nur wenig zusammen lief, rüstete Sportdirektor Michael Zeyer den Kader in der Winterpause deutlich nach. Mit Nebihi, Gjasula, Ikeng und Mvibudulu verpflichtete der Verein gleich vier neue Spieler. Diese sollen die Qualität des Kaders noch einmal deutlich erhöhen. Davon wird es wohl auch zum großen Teil abhängen, wo die Blauen am Ende der Saison stehen. Tomislav Stipic hatte in der Winterpause Zeit, um der Mannschaft sein Spielsystem näher zu bringen. Doch das Wichtigste wird sein, der Mannschaft wieder Selbstvertrauen zu verleihen. Dies geht am besten mit Siegen, dann ist es auch möglich, noch im gesicherten Mittelfeld zu landen. Doch wenn die Auftaktspiele gegen die Zweitliga-Absteiger aus Aue und Aalen verloren gehen, wird es wohl ganz schwer sich noch einmal aus der Abwärtsspirale zu befreien. Denn eines ist spätestens in der Winterpause allen klar geworden: Jetzt zählt nur noch der Klassenerhalt.

 

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