18. April 2013 um 13:18 Uhr

Hansa Rostock hinten schwach und vorne planlos

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Große Hoffnungen hatte man in Rostock nach dem 4:3-Wundersieg gegen Aachen am vergangenen Freitag vor dem Spiel in Babelsberg gehegt, am Ende standen Spieler, Trainer und Fans der Kogge wieder mit leeren Händen da. Und das ausgerechnet gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten. Kein Wunder also, dass die Stimmung auf Seiten der Hanseaten mehr als gedrückt war.

Große Hoffnungen hatte man in Rostock nach dem 4:3-Wundersieg gegen Aachen am vergangenen Freitag vor dem Spiel in Babelsberg gehegt, am Ende standen Spieler, Trainer und Fans der Kogge wieder mit leeren Händen da. Und das ausgerechnet gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten. Kein Wunder also, dass die Stimmung auf Seiten der Hanseaten mehr als gedrückt war. Während die Babelsberger Spieler auf dem Rasen des Karl-Liebknecht-Stadions ausgelassen den Überraschungserfolg feierten, begab sich die komplette Rostocker Mannschaft zum Gästeblock, wo sich vor allem Matthias Holst und Collin Quaner viel Zeit für die abermalige Enttäuschung der zahlreich angereisten Fans nahmen. Diese hatten schon vor dem Spiel erheblich damit zu kämpfen, dass der Ordnungsdienst des SV Babelsberg 03 in Zusammenarbeit mit der Polizei erhebliche Abstimmungsprobleme beim Einlass der Gästefans hatten. So hatten vor allem Hanseaten das Nachsehen, die ihre Tickets nicht vom FC Hansa, sondern direkt beim SV Babelsberg 03 gekauft hatten. Sie wurden vorerst nicht ins Stadion gelassen, erst ein Anwohner informierte fünf Minuten nach Anpfiff sowohl die Polizei als auch die wartenden Fans, dass diese nun doch Zutritt zum Stadion erhalten würden. Konkret hieß das, alle Wartenden wurden ohne Kontrolle ins Stadion geschoben, wo sie das Spiel nun im Gästeblock verfolgen durften, ungeachtet vom Platz und dementsprechend auch vom Wert ihrer vorher gekauften Karte.

Doppeltorschütze Müller

Als nun alle Fans einen Blick aufs Spielfeld hatten, hatte Hansas Schlussmann Kevin Müller, der nach der Verletzung von Johannes Brinkies vor dem Spiel gegen Aachen dessen Platz als neue alte Nummer 1 eingenommen hatte, bereits die erste Großchance der Babelsberger verhindert. Auf der Gegenseite traf Johan Plat aus Nahdistanz nur die Latte, bevor Ken Leemans die Rostocker Mannschaft und den Gästeblock mit einem satten und sehenswerten Distanzschuss in der 25. Minute zum Jubeln brachte. Die Freude verwandelte sich innerhalb der nächsten zwanzig Minuten in allerdings in entnervte Gewohnheit, als Babelsberg mit dem Spielzug Koc auf Markus Müllers Kopf praktisch zweimal das gleiche Tor schoss und vor der Halbzeitpause das Endergebnis bereits aufstellte.

Kevin Müller bester Rostocker

Trotzdem bot die zweite Halbzeit keinerlei Langeweile. Hansa warf nun alles nach vorne und ging zum Teil übermotiviert in die Zweikämpfe, was in der 62. Minute zu einem Elfmeter für Babelsberg führte, welchen Philipp Kreuels allerdings unter dem Jubel des Gästeblocks an den Pfosten setzte. Der Gästeblock war dann auch Schauplatz eines massiven Einsatzes von bengalischen Lichtern, als auch ein Knallkörper auf den Platz flog unterbrach Schiedsrichter Karl Valentin das Spiel sogar kurzzeitig. Insgesamt waren die zweiten 45 Minuten aber vor allem eine Demonstration von mangelhaftem Aufbauspiel seitens der Rostocker. Die gesamte Mannschaft war zwar kämpferisch bissig und sehr engagiert, trotzdem kam man meist nicht über zwei bis drei Pässe hinaus, bis das schlampige Zuspiel oder der Fehlpass eine Kontermöglichkeit für die Babelsberger eröffnete, die diese auch dankend annahmen und noch einige Male gefährlich das Tor von Kevin Müller bedrängten, der sich als bester Rostocker auszeichnen konnte.

Schwachpunkt Außenverteidiger

In der Innenverteidigung zeigte Tommy Grupe ähnliche Unsicherheiten, wie der auf die Bank degradierte Maurice Trapp, die Außenverteidiger Marcos und Mendy, in ihrer Offensivstärke die Geheimwaffen der Hanseaten, wurden neben Grupe von der Babelsberger Mannschaft ein ums andere Mal als defensiver Schwachpunkt ausgemacht und gnadenlos bestraft. Im defensiven Mittelfeld waren Leemans und Humbert insgesamt unauffällig, der Belgier als Führungsspieler aber sehr engagiert. Die Offensivabteilung rochierte anfangs mit Plat, Starke und Weilandt, während Blum seine Position auf der linken Seite eher einhielt. Das führte zu ansatzweise interessanten Angriffen, die in letzter Konsequenz leider zu selten ausgespielt wurden. Als in der zweiten Hälfte mit Quaner und Smetana die „Brechstange“ hervorgeholt wurde, blieb dann auch die Spielkultur ziemlich auf der Strecke, zu sehr wollten die Hanseaten wenigstens den einen Punkt.

Für die Kogge wird es nun nochmal sehr spannend, vor allem das Heimspiel am Samstag gegen Dortmund II wird zum Charaktertest. Gewinnen die Hanseaten dieses Duell, rückt der Klassenerhalt, trotz der Niederlage in Babelsberg, vorerst wieder sehr nah, verlieren sie auch gegen Dortmund II wird es in Anbetracht der Nachholspiele Dortmunds schlagartig sehr ungemütlich, zumal auch die Lizenz für die Saison 2013/14 noch nicht gesichert ist, wie die Ostsee Zeitung heute berichtete. So müsse Hansa noch einige Unterlagen nachreichen, bis die Lizenz erteilt werden könne.

FOTO:  Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de

 

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