10. Dezember 2012 um 16:34 Uhr

DFL-Sicherheitskonzept droht zu scheitern

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Wenn am kommenden Mittwoch, dem 12. Dezember, die 36 Bundesligaklubs über das Sicherheitskonzept „Sicheres Stadionerlebnis“ abstimmen werden, schaut ganz Fußball-Deutschland nach Frankfurt, wo sich die Vereinsverantwortlichen treffen. In den letzten Wochen wurde viel über das Konzept diskutiert - der 12:12 -minütige Stimmungsboykott in den Stadien hat dem Sicherheitspapier dabei ein Mal mehr eine große Aufmerksamkeit bereitet.

Wenn am heutigen Mittwoch, dem 12. Dezember, die 36 Bundesligaklubs über das Sicherheitskonzept „Sicheres Stadionerlebnis“ abstimmen werden, schaut ganz Fußball-Deutschland nach Frankfurt, wo sich die Vereinsverantwortlichen treffen. In den letzten Wochen wurde viel über das Konzept diskutiert – der 12:12 -minütige Stimmungsboykott in den Stadien hat dem Sicherheitspapier dabei ein Mal mehr eine große Aufmerksamkeit bereitet. Verschiedenen Medienberichten zu Folge, droht die Verabschiedung der insgesamt der 16 Einzelanträge, über die jeweils einzeln abgestimmt wird, nun zu scheitern. Dies geht aus einer Umfrage des Nachrichtenmagazins "Focus" unter den Erstliga-Vereinen hervor.  So erklärte der Vorstandschef des Hamburger SV, Carl-Edgar Jarchow, im FOCUS: „Wir hatten zu wenig Zeit, das Konzept mit unseren Fans zu besprechen.“ Viele andere Klubs teilen diese Meinung. Es bringe nichts, wenn man sich einen Zeitpunkt herausgreife, bei dem dann alles entschieden sein müsse, kritisierte VfB Stuttgart-Sportdirektor Fredi Bobic.

"Thema wird hochstilisiert"

Auch wenn das Sicherheitskonzept erst ein Mal nur die beiden Bundesligen betrifft, scheint es nur all zu wahrscheinlich zu sein, dass auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Maßnahmen entsprechend übernehmen könnte und sie damit auch in der 3. Liga angewandt werden. Zwar sind die Drittligisten wie erwähnt nicht in den Abstimmungsprozess eingebunden, sie machen sich aber dennoch Gedanken zu dem Papier. Arminia Bielefeld gab vor einigen Wochen eine Stellungnahme heraus, in der es heißt:  "Wir bewerten die derzeitige, hochstilisierte Diskussionskultur rund um die „Sicherheit im Stadion" sehr kritisch. Die vielen verschiedenen Interessensgrundlagen machen das Thema ohne Frage sehr komplex, die von allen Seiten häufig sehr populistisch ausgetragene Diskussion inklusive einer vielfach unausgewogenen und boulevardesken Überhöhung durch die Medien erzeugen eine Eskalation, die nicht zielführend sein kann. Arminia Bielefeld plädiert dringend für eine Rückführung der Gesamtproblematik auf die reine Sachebene unter Einbeziehung aller betroffenen Gruppen und notwendiger Expertisen."

Saarbrücken lehnt das derzeitige Sicherheitspapier ab

Auch der 1. FC Saarbrücken lehnt das Papier ab. Dies gab der Verein am Montag in einer Mitteilung bekannt.  FCS-Präsident Paul  Borgard und der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Reinhard Klimmt haben die DFL aufgefordert, das Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ zu überarbeiten und die Diskussion um ein Sicherheitskonzept auf eine breitere Basis zu stellen. In der jetzigen Form sei das Papier inakzeptabel. Das gelte vor allem für die Möglichkeit  überzogener Sicherheitskontrollen, aber auch für die Infragestellung von Stehplätzen in  den Stadien. Eine ausreichende Zahl von Stehplätzen ist für die Fankultur, die heute unverzichtbarer Bestandteil des Stadionerlebnisses ist,  eine wesentliche Voraussetzung.  Auch sind die Vereine der 3. Liga aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage weitere Belastungen – etwa für Polizeieinsätze – zu tragen. Ohne Hilfe des DFB und der DFL sind keine weiteren Ausgabensteigerungen mehr zu schultern, so Borgard und Klimmt.

 

 

 

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