"Zu viele Fehlentscheidungen": Wieder Schiri-Diskussion bei Hansa
Wichtiges Signal im Aufstiegskampf: Nach vier sieglosen Spielen hat sich Hansa Rostock mit dem 3:2-Erfolg gegen Rot-Weiss Essen im Rennen um die 2. Liga zurückgemeldet. Diskutiert wurde im Nachgang aber einmal mehr über den Schiedsrichter.
Brinkmann sieht "hochverdienten Sieg"
Fast schienen sich die Negativereignisse der letzten Wochen für Hansa auch gegen Essen zu wiederholen. Schließlich verspielte die Kogge eine 2:0-Führung und musste auch noch einen strittigen Elfmeter hinnehmen. Doch weil es dieses Mal auch auf der anderen Seite einen Strafstoß gab, nahm Rostock nach einer wilden zweiten Halbzeit doch noch drei Punkte mit. Trainer Daniel Brinkmann musste nach Spielende erstmal "einen kleinen Moment" durchatmen, wie er bei "MagentaSport" sagte.
Als er das getan hatte, sprach er von einem "schönen Spektakel für die Zuschauer" und einem "hochverdienten Sieg" für seine Mannschaft, "weil wir mehr investiert und die besseren Chancen gehabt haben". Nach der Niederlage in München am vergangenen Spieltag seien die Probleme unter der Woche offen angesprochen worden. "Wir waren einfach nicht mutig und zielstrebig genug. Das war heute besser", zeigte sich Brinkmann mit dem Auftritt zufrieden.
Schiri-Diskussionen: "Fehler ganz schnell abstellen"
Für Diskussionen sorgte allerdings einmal mehr eine Schiedsrichter-Entscheidung. Nachdem Hansa bereits gegen 1860 einen unberechtigten Elfmeter gegen sich bekommen hatte, war der Strafstoß für Essen in Minute 81 ebenfalls umstritten, nachdem Cuber Potocnik gegen Gürleyen zu Fall gegangen war. "Es fängt schon damit an, dass der Ball vorher im Aus war", echauffierte sich Andreas Voglsammer, als er die Szene in der Wiederholung sah.
Die TV-Bilder lieferten zwar keinen eindeutigen Beleg dafür, dass der Ball mit vollem Umfang hinter der Seitenauslinie war, legten den Verdacht allerdings in der Tat nahe. "Der Linienrichter steht ja auf der Linie, er muss es ja sehen", meinte Voglsammer – und setzte zu einer Grundsatzdebatte an: "Die machen ihre Fehler, wir machen unsere Fehler, aber es sind zu viele Fehlentscheidungen in den letzten Wochen gegen uns. Sonst hätten wir mehr Punkte auf dem Konto. Da muss man schauen, dass man das ganz schnell abstellt von allen Seiten." Laut liga3-online.de-Experte Babak Rafati wurde die Kogge vor dem Spieltag allerdings genauso oft benachteiligt wie bevorzugt – nämlich jeweils zehnmal.
"Es ist mühsam, wenn wir Woche für Woche kämpfen, 2:0 führen und dann durch irgendeine Szene, die dann eventuell durch einen Fehler entschieden wird, nur einen Punkt holen oder sogar verlieren. Und dann stehen wir da und sind alle bedient", meinte Voglsammer. "Man hört das Woche für Woche und Spiel für Spiel, das zieht sich durch alle Ligen. Überall gibt es strittige Szenen, es ist immer das Gleiche. Wir müssen einfach wieder zu den Basics zurück, dann haben wir alle mehr Spaß dran", forderte Voglsammer, nachdem schon Trainer Daniel Brinkmann zuletzt eine Verschwörung gegen die Kogge gewittert hatte.
"Die längsten drei Sekunden in meinem Leben"
Bei allem Ärger über den Elfmeter räumte der Stürmer aber auch ein, "dass wir uns nicht so plump anstellen dürfen im Sechzehner." So hielt das 2:0 gerade mal zwei Minuten, nachdem Voglsammer aus 30 Metern per Lupfer getroffen hatte. "Das waren die längsten drei Sekunden in meinem Leben", beschrieb der 34-Jährige die Phase, während der Ball in der Luft war. Durch den ersten Sieg nach zuvor vier Spielen zieht Hansa an Essen vorbei und ist nun Sechster – bei vorerst nur noch drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz.
Brinkmann sprach von "Big Points", richtete die Blicke aber bereits auf den kommenden Mittwoch, wenn die Kogge beim TSV Havelse gefordert ist. "Es geht jetzt darum, dass wir gut regenerieren und nachlegen. Das ist das einzige, was zählt. Denn da können wir uns dann endgültig zurückmelden." Vielleicht wird im Nachgang dann nicht wieder über den Schiedsrichter diskutiert.