"Wir wollen aufsteigen": VfL-Coach Schultz macht Kampfansage
Durch den dritten Sieg in den letzten vier Spielen beim 2:0 gegen den TSV Havelse ist der VfL Osnabrück vorerst auf den zweiten Tabellenplatz gesprungen – und will da auch bleiben. Nach wochenlanger Zurückhaltung hat Trainer Timo Schultz den Aufstieg nun als Ziel ausgerufen.
"Wir sind nicht der größte Verein, aber …"
Fast eine Stunde lang musste der VfL im Duell mit dem Tabellenvorletzten auf das erlösende 1:0 warten, in der 59. Minute war es dann soweit. Patrick Kammerbauer brachte den Ball auf Vorlage von Robin Meißner im Tor unter. Und als Letzterer 18 Minuten später dann auch selbst traf – erstmals zudem vor eigener Kulisse -, war der erste Heimsieg seit November unter Dach und Fach. "Über 90 Minuten gesehen, war es ein hochverdienter Sieg", sagte Trainer Timo Schultz am "MagentaSport"-Mikrofon. "Havelse war ein sehr guter Gegner über weite Strecken des Spiels." Zwar hätte sich der 48-Jährige gewünscht, "dass wir eher den Deckel drauf machen, aber es war ein rundum gelungener Nachmittag für alle hier an der Bremer Brücke. So kann es weitergehen".
In der Tabelle stehen die Lila-Weißen nun vorerst auf Platz 2 – und wollen diesen Rang auch nicht mehr hergeben. "Ich habe gar keine Lust und kein Interesse daran, zu sagen: Ah, wir gucken mal, wenn es am Ende… Ne! Wir wollen aufsteigen. Das habe ich von Anfang an gesagt im Winter", formulierte Schultz eine Kampfansage. "Wir sind nicht der größte Verein und auch nicht der Verein, der die dickste Kohle an die Spieler bezahlen kann. Aber wir haben einen guten Spirit, eine gute Energie und eine geile Truppe. Wir sind sicherlich nicht für Tiki-Taka bekannt, aber es macht keinen Spaß, gegen uns zu spielen. Wir werden jedes Spiel um drei Punkte streiten."
Zum 12. Mal ohne Gegentor: "Schon beeindruckend"
Was im Rennen um die 2. Liga für den VfL spricht, ist die Tatsache, dass die Osnabrücker über die beste Defensive der Liga verfügen (erst 22 Gegentore). Gegen Havelse blieb der Klub von der Bremer Brücke bereits zum 12. Mal zu Null, was ebenfalls Liga-Bestwert ist. "Das ist schon beeindruckend, wie sich alle von vorne bis hinten an die taktischen Grundprinzipien halten, auch noch mal den Extra-Meter machen und sich in die Bälle reinwerfen", hob Schultz hervor. "Dementsprechend belohnen wir uns auch mal in Spielen, wo man chancentechnisch auch ein oder zwei Gegentore verdient hätte. Die könnten passieren, aber sie passieren eben nicht. Weil wir das sind, weil wir Bock darauf haben, zu verteidigen, und geil darauf sind, zu Null zu spielen."
Nun warten mit Rostock und Essen zwei direkte Duelle im Kampf um den Aufstieg. Von richtungsweisenden Spielen wollte Schultz aber nicht sprechen. "Danach sind es immer noch 13 Partien." Doch sollten die Lila-Weißen auch diese Spiele erfolgreich bestreiten, könnte sich Osnabrück endgültig ganz oben festsetzen. Meißner gab sich allerdings weiterhin ganz bedacht: "Ich glaube, wir tun gut daran, nur auf uns zu gucken. Vielleicht ein kleiner Blick auf die Tabelle, aber es ist eine Momentaufnahme. Wir wollen weiter an uns arbeiten und Spiel für Spiel das Ganze angehen." Zu diesem Zeitpunkt wusste der Stürmer noch nicht, dass die Zeit der Zurückhaltung im Aufstiegsrennen bei den Lila-Weißen nun vorbei ist.