F95 gewinnt ganz spät, SVWW siegt erneut, Viktoria verspielt 2:0

Auch die zweite Hälfte des 9. Spieltags hatte jede Menge Dramatik zu bieten. Während Fortuna Düsseldorf ganz spät noch einen 2:1-Erfolg in Münster feierte, verspielte Viktoria Köln eine 2:0-Führung gegen Großaspach (2:2). Wiesbaden (gegen Aachen) und Ingolstadt (in Mannheim) siegten jeweils 3:0 und machten im Keller Boden gut. Verl gegen Regensburg endete zudem 2:2.

Münster 1:2 Düsseldorf: Hottmann gelingt der Lucky-Punch

Gegen Fortuna Düsseldorf traf der SC Preußen Münster auch auf seine eigene Vergangenheit, werden die Rheinländer doch vom ehemaligen SCP-Coach Ende betreut und haben einige Ex-Adlerträger in ihren Reihen. Entsprechend viele Emotionen waren an der Hammerstraße erwartet worden, im ersten Durchgang passierte allerdings nicht allzu viel. Die Gäste wirkten in einer Halbzeit ohne echte Torraumszenen dabei noch ein wenig aktiver, Müller setzte einen Schuss aus der Distanz immerhin mal ein wenig knapper am rechten Winkel des Münsteraner Gehäuses vorbei (34.). Ansonsten war die Nullnummer zur Pause aber durchaus angemessen.

Umso feuriger ging es mit Wiederanpfiff los. Nach einer tollen Kombination auf der linken Seite zwischen Varelmann und Ndikom brachte Letzterer den Ball hoch in den Fünfmeterraum, wo sich Higl im Kopfballduell durchsetzte und zum etwas überraschenden 1:0 für die Hausherren einnickte (53.). Die Gäste zeigten sich aber nur kurz geschockt und schlugen dann zurück. Slimani spielte den Ball von der linken Seite flach in den Fünfmeterraum, wo der unbewachte Müller angerauscht kam und den Ball zum 1:1 in die Maschen drosch (65.). Die Fortuna blieb dran und versuchte weiterhin alles, bis kurz vor Schluss konnte Preußen aber zunächst einen zweiten Einschlag verhindern. In der Nachspielzeit konterte Düsseldorf nach einem langen Ball von Bouchama aber, Hottmann umkurvte Behrens und schob zum 2:1-Siegtreffer ein (90.+2). Düsseldorf überholt damit Münster und ist nun Sechster, die Adlerträger belegen nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge nur noch Rang neun.

Wiesbaden 3:0 Aachen: Zweiter Sieg unter Seitz

Gegen angeschlagene Aachener, die zuletzt daheim eine 2:5-Pleite gegen Viktoria Köln kassierten, wollte Wiesbaden punkten, um sich so auch aus der Abstiegszone zu befreien. Zunächst aber bekamen die Zuschauer einen überschaubaren Herbstkick zu sehen, der aber nach 24 Minuten von einem echten Highlight unterbrochen wurde. Aachen verlor im Aufbauspiel den Ball und Schleimer zog aus rund 50 Metern einfach mal ab. Zwar flog der Ball über den zu weit vor seinem Kasten stehenden Riemann hinweg, trudelte aber auch knapp am linken Pfosten vorbei – es wäre ein absolutes Traumtor gewesen. Auf der anderen Seite schoss Starodid dann aus guter Position Mitspieler Scepanik an (28.). Torlos ging es dennoch nicht in die Pause, denn quasi mit dem Halbzeitpfiff traf dann noch Schleimer, der bei einer halbhohen Hereingabe von einem Zusammenprall zwischen Bagkalianis und Fechner profitierte, als er in deren Rücken nur noch einzuschieben brauchte (45.).

Mochte Aachen sich auch noch so viel für den zweiten Durchgang vorgenommen haben, nach wenigen Minuten war das schon wieder Makulatur. Nach einem schlampigen Ball von Riemann kam Loune im Strafraum gegen Müller zu spät und verursachte einen Strafstoß. Fechner trat an und traf locker unten links zum 2:0 (51.). Die Alemannia musste nun dringend das Heil in der Offensive suchen, Wiesbaden stellte sich aber hinten rein, machte die Räume geschickt dicht und wartete auf Kontersituationen. May prüfte so einmal Riemann mit einem Schuss aus 25 Metern (73.). Im direkten Gegenzug dann Silva Kiala mal mit einem Lebenszeichen der Gäste, sein Distanzschuss wurde von Stritzel aber stark an die Latte gelenkt (74.). Schließlich machte Massimo aber den Sack zu, blieb nach einer Kopfballverlängerung von Flotho vor Riemann cool und vollendete zum 3:0-Endstand (77.), Wiesbaden zieht nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel unter Seitz somit nach Punkten gleich mit der Alemannia und belegt nun Rang 13. Aachen ist nach der zweiten Niederlage hintereinander nur noch Zwölfter.

Mannheim 0:3 Ingolstadt: Schanzer stoppen ihre Negativserie

Für den FC Ingolstadt ging es zu Gast in der Quadratestadt in erster Linie darum, den Negativtrend zu stoppen und das mögliche Abrutschen auf die Abstiegsplätze zu verhindern. Die Mannheimer kamen dem Team vom neuen Trainer Beierlorzer dabei ein Stück weit entgegen und dezimierten sich in der Anfangsphase selbst. Thalhammer rutschte in einem Zweikampf mit Kanuric unglücklich weg, traf ihn mit gestreckten Beinen am Schienbein und wurde dafür mit der Roten Karte vom Feld gestellt (14.). Dennoch gehörte die erste bessere Möglichkeit den Hausherren, Mickels fand mit einem Schuss aus der Distanz aber in Klein seinen Meister (18.). Die Schanzer blieben auch in Überzahl zunächst zu harmlos, einzig Lokotsch (26.) und Kanuric (45.+2) kamen mit ihren Abschlüssen im ersten Durchgang zumindest mal in Tornähe.

Deutlich engagierter kamen die Schanzer nach der Pause aus der Kabine zurück. Und das sollte belohnt werden. Lokotsch wurde von Bennets per Steckpass in Szene gesetzt und musste nur seinen Fuß reinhalten, um das Leder so zur Führung in die Maschen zu lenken (59.). Fünf Minuten später hielt Nijhuis zunächst noch stark gegen Ugondu, doch Plath stand goldrichtig und staubte ab – 2:0 (64.). Mannheim wirkte nun geschlagen, konnte kaum offensive Aktionen verzeichnen und hatte schließlich sogar noch Glück, dass Antzoulas nach einer Ecke Torhüter Nijhuis anköpfte uns Lokotsch den Abpraller nur ins Außennetz setzte (82.). Dafür nutzte Ugondu kurz vor Schluss aber noch einen Patzer von Nijhuis und stellte auf 3:0. So feiert Ingolstadt nach drei Niederlagen in Serie aber mal wieder einen Sieg und beendet den 9. Spieltag auf Rang 13, Mannheim grüßt von Rang acht.

Viktoria Köln 2:2 Großaspach: Domstädter verspielen 2:0-Führung

Den zuletzt vier Siegen in Serie wollte die Viktoria noch einen fünften folgen lassen und legte dafür schon früh den Grundstein. Nach einer Umschaltaktion über die rechte Außenbahn legte Fallmann am gegnerischen Strafraum auf Castelle quer, dessen Abschluss aus gut 16 Metern die Unterkante der Latte touchierte und dann zum 1:0 im linken Winkel einschlug (5.). Kurz darauf traf Castelle zunächst den Pfosten (10.) und glänzte nur Sekunden später als Vorbereiter, wobei Wolf keine Mühe mehr hatte, den Ball aus nächster Nähe über die Linie zu drücken (11.). Der Sonnenhof wirkte in der Defensive vollkommen von der Rolle und hatte Glück, nicht noch mit einem höheren Rückstand in die Pause zu müssen. Einmal hielt Reule stark gegen Castelle (13.), ein anderes Mal kam Otto vollkommen frei zum Kopfball, setzte diesen aber neben den gegnerischen Kasten (39.).

Nach dem Seitenwechsel sollte sich die Partie zunächst ein wenig beruhigen, gefährlicher blieben aber dennoch weiterhin die Hausherren. Ein wuchtiger Abschluss von Otto ging aber genau auf Reule und wurde somit von diesem pariert (59.). Und wenig später fiel dann doch aus dem Nichts der Anschlusstreffer. Maier brachte einen Ball von der rechten Seite in den Strafraum, wo der eingewechselte Eisele am schnellsten reagierte und zum 2:1 einschob (70.). Nun war plötzlich wieder Feuer drin, und die Gäste schnupperten am 2:2. Pollex scheiterte allerdings im Eins-gegen-eins an Schulz (74.), der auch bei einem Kopfball von Celiktas die Oberhand behielt (76.) und bei einer weiteren Möglichkeit des Gäste-Kapitäns Glück hatte, dass diese über den Querbalken ging (77.). Zu allem Überfluss scheiterte Eisele mit einem von Kloss verursachten Foulelfmeter sogar noch an Schulz (86.). Den verdienten Ausgleich sollte es aber dennoch geben: Eine Flanke an den zweiten Pfosten legt Eisele nochmal quer, dort steht Loris Maier und befördert den Ball aus kurzer Distanz ins Netz (88.). So beendet Köln den Spieltag zwar auf Rang zwei, wird sich aber ärgern. Großaspach rutscht nach dem fünften sieglosen Spiel in Folge auf Rang 18 ab.

Verl 2:2 Regensburg: Waidner retten den Ostwestfalen einen Zähler

Nach dem deutlichen 5:0-Erfolg gegen den TSV Havelse ging der SSV Jahn Regensburg mit viel Rückenwind in das Spiel beim SC Verl und übernahm nach einer ersten Abtastphase das Zepter. Boujellab setzte einen Ball aber noch über die Querlatte (28.) und Hermes traf aus wenigen Metern nur den rechten Innenpfosten (31.). Besser machte es der Regensburger wenige Minuten später, als er eine Flanke von Philipp aus wenigen Metern zur verdienten Führung der Gäste einköpfte (38.). Die Oberpfälzer wussten vor der Pause nun sogar noch nachzulegen, Schönfelder stellte nach Vorarebit von Boujellab auf 2:0 (43.).

Wenig sprach mit Beginn des zweiten Durchgangs noch für die Ostwestfalen, zumal Boujellab sogar noch das 3:0 auf dem Fuß hatte und nur an einer starken Fußabwehr von Torhüter Schlieck scheiterte (54.). Verl hatte aber noch nicht aufgegeben und schnupperte schließlich Morgenluft. Mesanovic schoss nach einem Dribbling gegen drei Verteidiger erst Heike an, Waidner brachte den Abpraller aber aus halbrechter Position zum Anschlusstreffer im langen Eck unter (65.). Der Mittelfeldspieler war es auch, der nach Steckpass von Leipold im Anschluss an eine Ecke schließlich auf 2:2 stellte (73.). Nun war wieder alles drin und Verl hätte sogar noch die kompletten drei Zähler daheim behalten können, in der Schlussphase verpasste Waidner aber noch einen lupenreinen Hattrick (87.) und auch Heike setzte den Ball knapp neben das gegnerische Tor (90.+3). So kam es zu der Punkteteilung, nach der Verl auf Rang zehn zu finden ist, während Regensburg Platz 17 bekleidet.

   

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