Wiemann im Interview: "Jeder fühlt sich als wichtiger Teil des Teams"
Der VfL Osnabrück ist im neuen Jahr noch unbesiegt und klopft nach dem 3:0 gegen Rot-Weiss Essen als Tabellendritter ganz oben an. Mit liga3-online.de spricht Niklas Wiemann über die Gründe für die erfolgreiche Saisonphase, Stärken in der Defensive und das kommende Duell bei Erzgebirge Aue am Samstag.,
"So hat es jeder Gegner schwer, bei uns durchzukommen"
liga3-online: Nur noch zwei Punkte trennen den VfL Osnabrück von der Spitze. Wie bewerten Sie die erfolgreichen letzten Wochen, Herr Wiemann?
Niklas Wiemann: Es stimmt, dass wir aktuell sehr erfolgreich sind. Aber: Im Anschluss an die Winterpause haben wir zu Beginn nicht nur gute Leistungen gebracht. Die Ergebnisse waren teilweise besser als unsere Auftritte. In den letzten Wochen haben wir uns deutlich verbessert und sind gerade richtig gut drauf.
Unter anderem zuletzt beim 3:0 gegen Rot-Weiss Essen wusste der VfL zu überzeugen. Was waren die Gründe für den nächsten Dreier?
Unsere Basis ist die Defensive. Jeder im Team hat ein sehr gutes defensives Bewusstsein, auch schon die Offensivspieler. So hat es jeder Gegner schwer, bei uns durchzukommen. Gegen Essen haben wir aus meiner Sicht hochverdient gewonnen, hatten aber trotzdem zwischendurch von einem starken Tag unseres Torwarts Lukas Jonsson profitiert. Beim Stand von 1:0 hätte es auch in die andere Richtung gehen können.
Zum 13. Mal blieb Osnabrück ohne Gegentor, nur 24 Gegentreffer bedeuten die beste Abwehr der Liga. Wieso ist der VfL defensiv so stark?
Wir verfolgen beim Verteidigen immer einen klaren Plan und die gemeinschaftlichen Abläufe funktionieren sehr gut. Das zeichnet uns aus. Wenn wir vorhaben, tief zu verteidigen, verteidigen wir auch konsequent tief. Mit Geduld – und ohne uns von Spielweisen des Gegners aus der Ruhe bringen zu lassen. So lassen wir insgesamt sehr wenig zu.
Gibt es dennoch etwas, das aktuell noch besser laufen könnte – wo sieht das Trainerteam Verbesserungspotential?
Es gibt immer etwas zu verbessern, selbst bei Zu-Null-Siegen. Die Dinge, die nicht gut gelaufen sind, werden schnell angesprochen und verinnerlicht. Wie zum Beispiel das 0:1 in Rostock, bei dem wir einen langen Ball nicht gut verteidigen und nur mit zwei Pässen ausgehebelt werden. So etwas nervt uns – auch in erfolgreichen Phasen.
"Versuchen, den Flow mitzunehmen"
Mit Blick auf die Tabelle ist der VfL nicht nur Tabellendritter – sondern derzeit auch die Mannschaft der Stunde. Wie wichtig ist das aktuelle Momentum in dieser Saisonphase?
Klar versuchen wir, den Flow mitzunehmen. Und es ist schön, so weit oben zu sehen. Das ist schließlich der Lohn für den Einsatz in jedem einzelnen Training. Aber ich bin kein Fan solcher Zwischenanalysen, wenn die Saison noch mehrere Monate andauert. Es stehen noch so viele Spiele an, auch gegen direkte Konkurrenten. Noch sagt die Tabelle nicht allzu viel aus. Wichtig wird sein, wo wir im April stehen, wenn die entscheidende Saisonphase ansteht.
Wenn Sie einen Grund nennen müssten: Wieso steht der VfL am Ende auf einem Aufstiegsplatz?
Wir sind mannschaftlich sehr geschlossen und haben viele gute Charaktere. Bei uns hat jeder ein gutes Gespür für die jeweilige Situation. Damit meine ich auch: Es wird verstanden und akzeptiert, wenn man mal nicht in der Startelf steht. Jeder fühlt sich als wichtiger Teil des Teams und weiß, dass der Moment kommt, wo er in der langen Saison gebraucht wird. Das führt zu einem starken Kader in der Breite.
Am Samstag geht es zu Erzgebirge Aue – was erwarten Sie dort für eine Begegnung?
Auch, wenn Aue weit unten steht, ist es ein Team mit viel Qualität und einigen namhaften Spielern. Aber wir wollen uns vor allem mit uns und unseren Stärken auseinandersetzen. Wenn wir ähnlich aggressiv und intensiv wie zuletzt agieren, bin ich optimistisch, dass wir auch in Aue gewinnen können.