Westen und Südwesten gegen RL-Reform? Vesper widerspricht

In der Diskussion um eine Reform der Regionalliga ist die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe auch bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche noch nicht zu einer Lösung gekommen – weil es aus dem Westen und Südwesten eine Blockadehaltung gibt? AG-Vorsitzender Michael Vesper widerspricht.

Blockade wegen Machtverlust?

Eine Reduzierung der Staffeln von fünf auf vier mit jeweils 20 Mannschaften, eingeteilt nach dem "Kompass-Modell" ohne feste Verbandsgrenzen: Diese Variante für eine Regionalliga-Reform fand in der vom DFB eingesetzten Arbeitsgruppe bislang den größten Anklang. Allerdings nicht bei allen. Widerstand soll sich vor allem im Westen und Südwesten regen. Angeblich befürchten die Regional- und Landesverbände unter anderem einen Machtverlust durch Abgabe ihrer Trägerschaft der jeweiligen Regionalliga.

So würde die West-Staffel bei Anwendung des "Kompass-Modells" künftig wohl nicht mehr ausschließlich den Westdeutschen Fußballverband umfassen. Hinzu kommt: Aus den Staffeln West und Südwest steigen die Meister ohnehin schon direkt auf. "Von daher sind wir damit zufrieden. Warum daran etwas ändern?", fragt Fabian Lübbers, Trainer und Sportlicher Leiter von West-Klub Lotte, zuletzt in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Völlig unangemessen"

Dass sich der Westen und Südwesten einer Reform grundsätzlich entgegenstellen, treffe jedoch nicht zu, wie AG-Vorsitzender Michael Vesper in einem Interview mit "dfb.de" betont. Auch dass einzelne Personen wie Peter Frymuth als Präsident des Westdeutschen Fußballverbands "öffentlich als angebliche Blockierer dargestellt werden, ist völlig unangemessen", so der 73-Jährige. Demnach habe sich Frymuth bis dato nicht zum Inhalt der Beratungen geäußert und habe auch keinen Einfluss auf die AG genommen.

Die einzelnen Regional- und Landesverbände würden zunächst das Arbeitsergebnis der AG abwarten. Im Mittelpunkt stünden weiterhin Entscheidungsgrundlagen für eine viergleisige Regionalliga, wobei auch andere Lösungsansätze diskutiert worden seien. Erst wenn das Ergebnis der Arbeitsgruppe feststeht, beginne der Entscheidungsprozess der zuständigen Gremien innerhalb des DFB.

Lösung nur, "wenn alle sich bewegen"

Allerdings macht Vesper erneut klar, dass es eine Lösung nur dann geben könne, "wenn alle sich bewegen". Bereits in der vergangenen Woche hatte der AG-Vorsitzende betont: "Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten." In den nächsten Wochen soll weiter "hartnäckig an Lösungen" gearbeitet werden, ehe die Arbeitsgruppe am 25. März zum insgesamt fünften Mal zusammenkommen wird.

In Kürze soll dann auch ein Meinungsbild der betroffenen Vereine eingeholt werden. "Ein solches Meinungsbild halte ich für wichtig, sobald die AG einen Schritt weiter ist", sagt Vesper. Ein alternatives Modell gegen die Mehrheit der Regionalligisten sei "undenkbar". Der 73-Jährige zeigt sich aber weiterhin zuversichtlich, "dass es in den Vereinen und auch in den Verbänden die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Reform gibt. Sonst hätte man unsere AG nicht eingesetzt". Ob sich eine mehrheitsfähige Lösung finden wird, bleibt allerdings weiterhin ungewiss.

   

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