Wer wird Aachens Nummer 1? Riemann erhebt Ansprüche
Mit Platzhirsch Manuel Riemann, Neuzugang Stefan Bajic und Tom Hendriks hat Alemannia Aachen aktuell drei Keeper für die neue Spielzeit unter Vertrag. Ersterer äußerte sich nun zur aktuellen Situation und meldete gegenüber der "Aachener Zeitung" klare Ansprüche für sich an.
"Bin ein Unterschiedsspieler"
Erst im Winter vergangenen Jahres war Riemann aus der Vereinslosigkeit zur Alemannia gestoßen und entwickelte sich spätestens in Folge der Verletzung des zuvor zwischen den Pfosten stehenden Fotios Pseftis zu einem entscheidender Faktor für den Aachener Aufschwung der Rückrunde. Nun ist Pseftis zwar nicht bei den Kaiserstädtern aktiv, doch mit Stefan Bajic wurde ein neuer Konkurrent mit Anspruch auf die Stammelf verpflichtet. Für Riemann allerdings kein Grund zurückzustecken: "Natürlich will ich spielen, und ich glaube daran, dass ich von der Qualität her ein Unterschiedsspieler bin", betont der routinierte Keeper, der inzwischen die Erfahrung von 98 Erst-, 249 Zweit- und 126 Drittligapartien mitbringt, gegenüber der Zeitung.
Dennoch ist auch dem ehemaligen Bochumer klar, dass dies Werte vergangener Tage sind und er ebenso aktuell überzeugen muss: "Natürlich versucht jeder Trainer, für die nächste Partie bestmöglich aufzustellen. Dieser Qualitätsfrage beuge ich mich auch. Die Mannschaft lebt doch vom Konkurrenzkampf", sagt er und erklärt einen "Topaustausch" mit Trainer Mersad Selimbegovic. Neben der Erfahrung spricht aber vor allem die Spielpraxis für Riemann, da Bajic zuletzt in der Saison 2022/2023 regelmäßig Pflichtspiele absolvierte.
"Wir dürfen ambitioniert sein"
Ob sich der älteste Spieler in Aachens Kader mit seinen spielerischen Fähigkeiten und seiner Reaktionsschnelligkeit oder der 24-Jährige Franzose Bajic durchsetzen wird, wird sich wohl frühestens Anfang August zeigen. So oder so möchte Riemann das Trainingsniveau anheben und seine Erfahrung weitergeben, egal wie die Entscheidung letztlich ausfällt: "Ich bin sicher der Letzte, der kein kollegiales Verhalten hat, das hat bisher immer gut funktioniert. Sonst hätte ich in meiner Geschichte die Gedanken viel zu oft außerhalb des Platzes gehabt", so der 37-Jährige.
Aus seiner Sicht sei diese Einstellung auch ein Faktor für die überragende vergangene Rückrunde gewesen. So seien auch die Spieler mit weniger Einsatzzeiten immer an ihr Limit gegangen und insgesamt sei eine gute Stimmung in der Kabine. "Du kannst über alles sprechen, das macht Spaß", freut sich der Keeper der bekannt dafür ist, im Sinne des Erfolgs den Finger auch mal in die Wunde zu legen. Genau mit dieser Sieges-Einstellung wolle er mit der Alemannia nun noch erfolgreicher als zuvor sein. "Mit unserer Mentalität werden wir schwer zu schlagen sein und wir dürfen ambitioniert sein", stellt er heraus, betont aber ebenso: "Das heißt in erster Linie, hart zu arbeiten. Wir müssen um jeden Ball und um jeden Meter kämpfen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Top-Sechs-Platzierung hoch." Dabei hofft Riemann beim Auftakt gegen den SC Verl als aktiver Teil auf dem Spielfeld mitwirken zu dürfen.