Was aus früheren Drittligisten geworden ist #30: Sandhausen

Insgesamt 70 Mannschaften spielten seit der Saison 2008/2009 in der 3. Liga. Während einige Klubs den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, sind andere Vereine vom Radar der breiten Öffentlichkeit verschwunden. liga3-online.de holt diese Klubs nun wieder hervor. Heute: Der SV Sandhausen, der sechs Jahre der 3. Liga angehörte und zwei Saisons angehörte und Rang 28 der Ewigen Tabelle belegt.

Nächster Anlauf auf Rückkehr in die 3. Liga

Harte Zeiten am Hardtwald? Zumindest um den direkten Wiederaufstieg konnte der SV Sandhausen nach dem Abstieg aus der 3. Liga in der Saison 2024/25 zuletzt nicht mitspielen. Der SVS landete in der Regionalliga Südwest auf Platz acht – mit 14 Punkten Rückstand auf Meister und Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach. Diese Platzierung will man nun in der Kurpfalz möglichst verbessern.

Zum Kader des neuen Trainers Kevin Stotz, der Ex-Bundesligaprofi Olaf Jansen ablöste, gehören bereits acht neue Spieler. Dazu zählt Mittelstürmer Stefan Maderer vom 1. FC Lokomotive Leipzig. Er kommt mit der Empfehlung von 14 Toren aus 25 Spielen in der Regionalliga Nordost nach Sandhausen. Mit Tasos Leonidis vom Oberligisten FC Nöttingen holte der SVS einen weiteren Angreifer, der in der vergangenen Saison häufig erfolgreich war: 26 Treffer in 36 Pflichtspielen können sich sehen lassen.

Louis Kolbe und Pascal Testroet verlassen Sandhausen

"Tasos Leonidis ist ein junger Stürmer, der in der abgelaufenen Saison zurecht für Aufmerksamkeit gesorgt hat", sagt Anthony Loviso, Direktor Sport beim SV Sandhausen, zum Neuzugang: "Er bringt Tempo, Tiefgang und offensive Flexibilität mit und hat mit 26 Toren gezeigt, dass er vor dem Tor einen klaren Instinkt besitzt. Wir wollen ihn dabei unterstützen, sich schnell an das höhere Tempo in der Liga zu gewöhnen."

Nicht mehr Teil des Teams ist dagegen Louis Kolbe. Das Abwehrtalent spielt künftig für Zweitliga-Absteiger Preußen Münster in der 3. Liga. "Wir wussten um Louis’ Potenzial und sind stolz darauf, dass er sich nun höherklassig beweisen darf", so Anthony Loviso. Kolbe stammt aus dem Nachwuchsbereich von Bundesligist Eintracht Frankfurt und war nur in der Saison 2025/26 für den SVS aktiv. Ebenfalls den Verein verlassen hat mit Pascal Testroet eine Drittliga-Legende. Für sechs verschiedene Klubs (unter anderem Dynamo Dresden, Arminia Bielefeld und FC Ingolstadt) kickte der heute 35-jährige Angreifer in der 3. Liga, bevor er 2025 nach Sandhausen wechselte. Mit 275 Drittliga-Einsätzen rangiert Testroet im Rekordspieler-Ranking auf Platz 21.

Erinnerungen an einen Kantersieg gegen den HSV

Der SV Sandhausen hat als selbst ernannter Ligazwerg in der 2. Bundesliga seine eigene Geschichte geschrieben. Wenn der heutige Viertligist im Rahmen der bereits am 24. Juni gestarteten Sommervorbereitung am 10. Juli auf den 1. FC Kaiserslautern trifft, dürften Erinnerungen an zahlreiche Duelle gegen den FCK wach werden. Von 14 Duellen in der 2. Bundesliga konnte Sandhausen gegen Kaiserslautern fünf gewinnen.

Den wohl denkwürdigsten Sieg im Unterhaus gab es aber im Juni 2020: Der SVS trat beim Hamburger SV an – und setzte sich 5:1 durch. Einer der Matchwinner: Kevin Behrens, später in der Bundesliga für Union Berlin und den VfL Wolfsburg am Ball, mit einem Doppelpack. Es war der zweithöchste Auswärtserfolg für den SV Sandhausen in seiner Zweitliga-Geschichte.

Vom Tabellenführer zum Absteiger

Die vorerst letzte Saison in der 3. Liga war ein Jahr, das sinnbildlich für die Besonderheiten der 3. Liga steht. Nicht selten sagen Spieler und Trainer, dass es nirgendwo sonst eine so krasse Ausgeglichenheit gibt. Und man immer auf der Hut sein muss, nicht in einen Negativstrudel zu geraten – ganz egal, wo man in der Tabelle steht. Das Beispiel des SV Sandhausen aus der Spielzeit 2024/2025 zeigt, warum die Protagonisten der 3. Liga diese Warnung immer wieder aufs Neue aussprechen.

Nach dem 14. Spieltag grüßte der SVS von der Spitze. Mit 26 Zählern aus 14 Partien führte Sandhausen die Tabelle vor Arminia Bielefeld an. Alles sah danach aus, als ob die Kurpfälzer im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitreden werden. Doch darauf folgte der große Abwärtstrend. Aus den verbleibenden 24 Saisonpartien holte Sandhausen nur noch neun Punkte. Von Platz eins wurde der SVS bis auf Rang 19 durchgereicht. Statt den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga gab es den Abstieg in die Regionalliga Südwest, in der der SVS mit dem neuen Coach Kevin Stotz in der kommenden Saison unter anderem auf den FSV Frankfurt, Eintracht Trier und Kickers Offenbach trifft.

   

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