Warum sich der Bethke-Abgang als richtiger Schritt erweisen könnte

Der Abschied von Elias Bethke schmerzt – doch er könnte sich für Energie Cottbus als genau der richtige Schritt erweisen. Ein Kommentar.

Im Tor zu gut besetzt

Keine Frage: Dieser Abgang tut weh. Nicht nur, weil Bethke über neun Jahre das Energie-Trikot trug und längst zum Publikumsliebling gereift war. Sondern vor allem, weil die Lausitzer mit dem 22-Jährigen womöglich den besten Torhüter der 3. Liga verlieren. Eine Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich kann diesen Verlust emotional kaum aufwiegen – zumal ein fitter Bethke perspektivisch deutlich mehr wert gewesen wäre. Im Sommer hatte der FCE noch eine Millionen-Summe als Ablöse aufgerufen.

Doch Fußball ist kein Wunschkonzert, sondern ein Geschäft. Und genau hier liegt der Punkt: Auf der Torhüter-Position war Energie Cottbus schlicht zu gut besetzt. Marius Funk, nach Bethkes schwerer Verletzung geholt, spielte eine bärenstarke Hinrunde. Alexander Sebald ist von Trainer Claus-Dieter Wollitz unmissverständlich als Nummer zwei gesetzt, dazu kommt mit Max Böhnke ein weiteres Talent. Hätte Bethke den Verein nicht verlassen, wäre die Situation in der Rückrunde kaum aufzulösen gewesen – einer der beiden Top-Keeper hätte zwangsläufig auf der Tribüne gesessen. Ein Luxusproblem, das schnell zum Störfaktor wird.

Finanzielle Mittel freigeschaufelt

Mit dem Verkauf Bethkes haben die Verantwortlichen dieses Problem gelöst – und gleichzeitig finanzielle Mittel freigeschaufelt. Mittel, die nun dort eingesetzt werden können, wo Energie sie wirklich braucht: im Feld. Wollitz wünscht sich einen Unterschiedsspieler, der das Team nochmal auf ein höheres Niveau hebt. Ein Name geistert dabei besonders herum: Tolga Cigerci.  Sollte es gelingen, einen Spieler dieser Klasse zu verpflichten, der den entscheidenden Anteil zum Aufstieg leisten kann, wäre der Bethke-Abgang mehr als nur nachvollziehbar.

Dann wäre er klug. Dann wäre er mutig. Und dann wäre er genau das gewesen, was Aufstiegsteams auszeichnet: eine unbequeme, aber richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Für viele Fans wird der Abschied dennoch schmerzen – und das zu Recht. Doch im Profifußball zählt am Ende nicht die Sentimentalität, sondern die Perspektive. Und genau die hat sich Energie mit diesem Schritt bewahrt.

   

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