"Von anderer Seite auch nicht fair": Hirsch hadert mit Lobinger-Sperre
Nach vier Siegen zum Saisonstart reisen die Zebras mit breiter Brust zum Straßenbahn-Derby nach Düsseldorf (Samstag, 14 Uhr), müssen dabei allerdings auf Top-Torjäger Lex Tyger Lobinger verzichten, der in Regensburg die rote Karte gesehen hatte. Dass der DFB daraufhin eine Sperre von gleich drei Partie verhängte, ärgert Trainer Dietmar Hirsch.
"Kann ich nicht nachvollziehen"
Jahn-Kapitän Felix Strauss hatte MSV-Torjäger Lex Tyger Lobinger sichtlich bearbeitet, da fuhr der Stürmer seinen Ellenbogen aus und sah aufgrund der Tätlichkeit die rote Karte. Ein Platzverweis, mit dem Cheftrainer Dietmar Hirsch zwar fein war, doch die Sperre des DFB-Sportgerichts fand der 54-Jährige doch relativ hart – denn Lobinger darf somit erst nach der Länderspielpause eingreifen. "Die drei Spiele sind ärgerlich, was ich auch nicht so nachvollziehen kann, aber das ist ein anderes Thema", so Hirsch in der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Derby in Düsseldorf. "Ich möchte das nicht schönreden, aber von der anderen Seite wurde sich auch nicht fair verhalten."
Was wird Duisburg nun ohne den besten Torschützen machen, der vier Treffer in vier Spielen erzielt hat? "Wir bringen einfach den nächsten Top-Stürmer", erklärte der MSV-Coach kurzerhand. "Wir haben in den letzten Wochen immer gesagt, dass wir überall doppelt gut besetzt sind. Ich mache mir deshalb keine Sorgen." Weil die Einsatzfähigkeit von Florian Krüger auf "50:50" vom Cheftrainer beziffert wurde, dürfte S04-Leihgabe Peter Remmert der erste Kandidat für die Sturmspitze sein. Er kam in Regensburg in die Partie – und erzielte prompt den Ausgleich.
Hirsch mit guten Erinnerungen an F95
Im Derby wird es für Duisburg nun ähnlich emotional zur Sache gehen. Hirsch hatte gute Erinnerungen an seine "letzte Berührung mit dem Rasen" in Düsseldorf, denn im September 2007 verwandelte der heutige MSV-Coach im Dienste des VfB Lübecks einen Elfmeter zum Sieg gegen die Fortuna. Für die Zebras wird es wiederum der erste Auftritt im Rheinland seit fast neun Jahren – damals gewann Düsseldorf im eigenen Stadion mit 3:1 in der 2. Bundesliga. "Vor zwei Jahren haben wir noch nicht daran gedacht, dass wir jetzt wieder in Düsseldorf spielen. Aber ich mache mir da jetzt auch keinen Kopf drum, sondern ich freue mich einfach auf die Partie", betonte Hirsch.
Aufgrund der unterschiedlichen Saisonstarts beider Teams sieht der MSV-Coach den Druck eher bei den Hausherren. "Aber das kann in beide Richtungen gehen. Man kann verkrampfen, auf der anderen Seite kann ein Derby auch ein Brustlöser für sie werden", stellte sich Hirsch auf Gegenwehr ein. Weshalb die Fortuna nicht so gut aus den Startlöchern kam, ließ sich für den 54-Jährigen nicht einwandfrei erklären. "Das Argument, dass es eine neue Mannschaft ist, lasse ich nicht gelten. Wir waren auch zusammengewürfelt, und das hat funktioniert", erinnerte Hirsch an seinen Start beim MSV in der Regionalliga. "Ich weiß aber nicht, weshalb es in Düsseldorf nicht funktioniert. Wenn man die Einzelspieler anschaut, dann müsste das eine andere Leistung auf dem Platz sein. Manchmal kann man es einfach nicht erklären."
12.000 bis 14.000 MSV-Fans dabei
Weit über 10.000 Zuschauer, nach Schätzungen vielleicht sogar bis zu 14.000 Fans, werden in der Merkur Spiel-Arena am Samstag zum MSV halten. Hirsch freute sich darauf, dass die Zebras trotz der womöglich größten Drittliga-Kulisse der Geschichte kein absolutes Auswärtsspiel erleben werden. "Die Duisburger wird man schon hören", ist sich der 54-Jährige sicher. "Es ist die Brisanz eines Derby, das für alle Zuschauer etwas ganz Spezielles ist. Da haben wir noch mehr Verantwortung. Es ist die größtmögliche Kulisse in dieser Saison, aber am Ende ist es eines von ganz vielen Drittliga-Spielen, in dem es um drei Punkte geht." Die Emotionen zu kanalisieren, sei der richtige Weg. An Bord wird dafür wohl erstmals auch Frederik Christensen nach überstandenem Muskelfaserriss sein.