Viktoria Köln: Investoren-Suche vor entscheidender Phase
Viktoria Köln treibt die Suche nach einem Investor weiter voran und will spätestens bis zum Spätsommer einen Geldgeber gefunden haben. Die Gespräche befinden sich dabei bereits in einer konkreten Phase.
Gespräche im Januar und Februar
Jahrelang wurde die Viktoria von Franz Josef Wernze finanziell unterstützt, doch seit dem Tod des Mäzens im April 2023 müssen die Höhenberger finanziell auf eigenen Füßen stehen. Noch zehrt der Klub zwar von den hinterlassenen finanziellen Mitteln Wernzes, doch weil diese bald aufgebraucht sind, benötigt es einen neuen Geldgeber. Wie Geschäftsführer Eric Bock in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, befinde sich die Viktoria in einer engeren Auswahl "mit zwei, drei potenziellen Investoren aus der Region und dem benachbarten Ausland".
Im Januar und Februar stehen nun die entscheidenden Gespräche an. Dabei gehe es darum, eine Lösung zu finden, "die am Ende für beide Parteien passt", so Bock. Bis zum Spätsommer soll der Geldgeber dann gefunden sein. Möglich geworden sei dieser Schritt auch durch eine strukturelle Veränderung im vergangenen Sommer, als die Familie Wernze ihre Anteile von 9,95 Prozent der Spielbetriebs-GmbH an den e.V. gespendet hat, "wofür wir extrem dankbar sind", so Bock.
Langfristige Entwicklung des Klubs absichern
Geschäftsführer Axel Freisewinkel sieht Viktoria Köln gut aufgestellt für Gespräche mit potenziellen Geldgebern. "Wir sind ein schuldenfreier Drittligist, das gibt es zunächst nicht so oft", betont er und verweist zudem auf das erfolgreiche Nachwuchsleistungszentrum. Angeboten würden Anteile an der Spielbetriebs-GmbH – "natürlich unter Einhaltung der 50+1-Regel". Mit einem Investor soll vor allem die langfristige Entwicklung des Klubs abgesichert werden. "Auf der einen Seite sportlich, auf der anderen Seite infrastrukturell", sagt Freisewinkel. Sportlich könne ein Partner dabei helfen, Leistungsträger länger zu halten und ihnen "bei Viktoria eine andere Perspektive aufzuzeigen". Auch infrastrukturelle Themen wie das Stadion könnten eine Rolle spielen, etwa "eine Überdachung aller Plätze", obwohl dieses der Stadt gehört.
Klar ist für die Verantwortlichen jedoch, dass ein Investor den eingeschlagenen Weg mitgehen muss. "Wir werden weiterhin auf junge Spieler setzen. Es wird keinen Rückfall geben, dass wir jetzt zehn gestandene Profis über 30 verpflichten", stellt Freisewinkel klar. Die Rolle des Investors dürfte sich zudem auf die strategische Ebene beschränken, "vermutlich wird es am Ende ein Aufsichtsrats-Posten sein". Sportlich ist die Perspektive ebenfalls eindeutig: "Wir haben noch mit keinem Kandidaten gesprochen, der unbedingt in der Dritten Liga bleiben möchte", so Freisewinkel. Entsprechend sei der Aufstieg in die 2. Bundesliga "mittelfristig ein Thema".