Videobeweis in der 3. Liga auch für Saison 2026/27 kein Thema
Schon 137 Mal lagen die Schiedsrichter in der bisherigen Saison nach Auswertung von liga3-online.de-Experte Babak Rafati falsch, entsprechend waren die Rufe nach einem Videobeweis zuletzt immer lauter geworden. Doch auch zur Saison 2026/27 wird es in der 3. Liga keine technischen Hilfsmittel für die Unparteiischen geben.
"Football Video Support" vorgestellt
Am Montag waren die Manager der 20 Klubs bei einer Tagung mit dem DFB zusammengekommen, dabei stand neben anderen Themen auch der Videobeweis auf der Tagesordnung. Wie der Verband auf Anfrage von liga3-online.de mitteilte, sei den Klubs in diesem Rahmen das Modell "Football Video Support" (FVS) inhaltlich vorgestellt worden. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte und kostengünstigere Alternative zum Video Assistant Referee (VAR). Anders als beim VAR überwacht kein zusätzliches Videoteam permanent das Spiel, stattdessen kann der Trainer in klar definierten Situationen – etwa bei Toren, Elfmetern oder Platzverweisen – eine Überprüfung beantragen.
Ein solches "Challenge-System" wird etwa im American Football eingesetzt. Der Schiedsrichter sieht sich die Bilder anschließend selbst am Spielfeldrand an und trifft eine neue Entscheidung. Das System wurde von der FIFA vor allem für Wettbewerbe mit geringeren technischen und finanziellen Möglichkeiten entwickelt, getestet wurde es zuletzt im Rahmen eines Pilotprojekts unter anderem in der 3. Liga Italiens.
DFB will nur auf Wunsch der Vereine aktiv werden
Für die deutsche 3. Liga sei der FVS in der kommenden Saison allerdings "nicht vorgesehen", erklärte der DFB und betonte, weiterhin keine Einführung des FVS oder des VAR in der 3. Liga vorantreiben, sondern wie bislang auch nur auf Wunsch der Vereine aktiv werden zu wollen. Bei den Vereinen habe außerdem Einigkeit darüber bestanden, dass vor einer Entscheidung über eine mögliche Einführung des FVS immer ein Dialog der Klubs mit ihren Fans erfolgen soll.
Bei einer Leser-Umfrage von liga3-online.de hatte sich im Oktober eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent für die VAR-Einführung ausgesprochen. 23 Prozent waren strikt dagegen, die restlichen elf Prozent waren unentschlossen. Rund 2.500 Leser hatten an der Umfrage teilgenommen. Bei der Frage, welche VAR-Variante bevorzugt wird, entschied sich knapp die Hälfte der Teilnehmer für einen VAR-Light mit bereits verfügbaren Kamerabildern, 21 Prozent stimmten für das nun diskutierte Challenge-System und 10 Prozent plädierten für den VAR, wie man ihn aus den Bundesligen kennt.
IFAB steht vor Grundsatzentscheidung
Ob der FVS grundsätzlich in Wettbewerben genutzt werden kann und darf – und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Form – wird das International Football Association Board (IFAB) Ende Februar auf seiner Jahresversammlung entscheiden. Der DFB will die Entscheidung abwarten, weitere Entwicklungen beobachten und Daten sowie weitere Informationen zum FVS mit den Vereinen teilen – "voraussichtlich auf der nächsten Managertagung im Sommer", heißt es aus Frankfurt.
Die bisherigen Unklarheiten und Unsicherheiten in Bezug auf den Einsatz des FVS würden zum jetzigen Zeitpunkt keine finale Entscheidung zulassen. Auch aufgrund der zeitlichen Abläufe sei eine Einführung des FVS zur Saison 2026/27 deshalb nicht möglich. Und weil der VAR aus den Bundesligen deutlich zu teuer ist und daher vorerst nicht infrage kommt, wird die 3. Liga auch in der kommenden Saison ohne Videobeweis auskommen müssen. Sollte das IFAB aber grundsätzlich grünes Licht für den FVS geben, erscheint eine Einführung in Zukunft nicht ausgeschlossen.
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