Verl gegen die Statistik: "Machst weiter als wäre nichts passiert"
Der SC Verl hat zwei Gesichter, nämlich Tabellenführer nach 45 Minuten und Tabellenletzter in der zweiten Halbzeit. Eine Statistik, die Cheftrainer Orest Shala durchaus mit seiner Mannschaft thematisiert hat. Und das Ergebnis ließ sich sehen: In Düsseldorf holte der Sportclub zwei Rückstände auf – auch nach dem Seitenwechsel.
"Heute sollte sich das Thema erledigt haben"
Kein Team spielte in der Liga vor dem 8. Spieltag besser als der SC Verl. Insgesamt 16 Punkte hätten die Ostwestfalen vor dem Spieltag schon auf dem Konto gehabt, wenn die Partie mit dem Pausenpfiff schon beendet wäre – aber ein Spiel dauert bekanntlich 90 Minuten, was für die Mannschaft von Cheftrainer Orest Shala zum großen Knackpunkt wird. Denn in Halbzeit zwei ist kein Team schlechter als Verl. "Diese Statistik entsteht dadurch, dass sich die Spielverläufe ändern. So stabil waren wir zu Anfang der Saison einfach nicht, aber heute sollte sich das Thema erledigt haben", erklärte der 34-Jährige selbstbewusst bei "Magenta Sport". Was Shala meinte? In Düsseldorf kämpfte sich Verl zwei Mal zurück. Auch in der zweiten Halbzeit.
Den ersten Führungstreffer der Rheinländer glich der Sportclub noch vor dem Pausenpfiff aus, ehe eine Anstoßvariante zum Bumerang für den SCV wurde. "Was für mich besonders heraussticht, ist einfach die Mentalität. Die Art und Weise, wie die Jungs momentan mit Rückschlägen umgehen", betonte Shala nach Abpfiff in der Pressekonferenz. "Du kassierst das 0:1, machst weiter als wäre nichts passiert, kommst zurück, kassierst dann das 1:2 nach so einer super Idee von uns. Wir haben das einfach abgeschüttelt, einfach weitergemacht." Und so erzielte Verl auch den erneuten Ausgleich, obwohl die zweiten 45 Minuten bereits angebrochen waren. Shala war zufrieden.
"Müssen lernen, solche Spiele zu gewinnen"
"Wir haben gesehen, dass wir unser Spiel konsequent durchdrücken können. Dann gibt es diese Statistik mit den zwei Halbzeiten auch nicht mehr", fand der 34-Jährige. Mit elf Punkten aus elf Spielen konnte sich der Sportclub mittlerweile im Mittelfeld der Tabelle festbeißen. Ein Ende der Fahnenstange sei jedoch noch nicht erreicht. "Wir sind bei 90, vielleicht 85 Prozent. Am Ende kannst du so ein Spiel hier nämlich auch gewinnen, und wir müssen lernen, solche Spiele zu gewinnen", forderte Shala. "Wir waren einfach super dominant. Die zweite Halbzeit war ein Riesenspiel. Auch, wenn wir mit einem Punkt in Düsseldorf erstmal zufrieden sind, was wir vor dem Spiel so unterschrieben hätten, hatten wir heute trotzdem kollektiv das Gefühl, das ein bisschen mehr drin war."
Insgesamt sah der Cheftrainer eine "tolle Entwicklung" bei seiner Mannschaft, die sich aus einem schlechten Saisonstart herausgespielt hat. Fünf Mal in Folge ist Verl ungeschlagen. "Diese Art und Weise, wie die Jungs gezeigt haben, was sie hingekriegt haben, macht uns sehr, sehr zuversichtlich für die nächsten Aufgaben", so Shala. Am Mittwoch (19 Uhr) geht es mit einem Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg weiter. In dieser Partie will Verl wieder die "klar bestimmende Mannschaft" wie gegen Düsseldorf sein – mit einer Ausnahme: "Es gab Situationen, wo wir noch ein bisschen naiv sind." Das soll dann auch mal über 90 Minuten dann abgestellt werden.