"Unfassbar stolz": Viktoria Köln rückt Duisburg auf die Pelle

Der FC Viktoria Köln nutzte den Patzer von Tabellenführer MSV Duisburg gegen Ingolstadt und rückt durch das 3:1 gegen den SC Verl bis auf zwei Punkte an die Spitze heran. Seit sieben Ligaspielen sind die Höhenberger ungeschlagen und haben nach elf Spieltagen bereits 23 Punkte gesammelt. Während Trainer Marian Wilhelm die gewachsene Überzeugung seiner Mannschaft hervorhob, schließt Torjäger David Otto inzwischen auch größere Ziele nicht mehr aus.

"Die Jungs spielen einfach unseren Fußball weiter"

"Und dann bin ich unfassbar stolz", erklärte Wilhelm bei "MagentaSport" mit Blick auf die Reaktion seiner Mannschaft nach der Pause. Zuvor hatte Viktoria trotz eines Chancenplus in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch Fabian Wessig (45.+3) den Rückstand kassiert. Für Wilhelm war das "eine kalte Dusche", zumal seine Mannschaft den Treffer "mit dem Halbzeitpfiff" hinnehmen musste.

Entscheidend sei gewesen, dass sich seine Spieler davon nicht beirren ließen. "Die Jungs spielen einfach unseren Fußball weiter, bleiben im Ballbesitz, quälen den Gegner", lobte Wilhelm. Besonders beeindruckte ihn die Überzeugung, die Partie auch in den letzten zehn Minuten noch drehen zu können. Sorgen bereiteten allerdings die angeschlagen ausgewechselten Lucas Wolf und Yannick Tonye. Wie schwer die Beschwerden sind, blieb offen.

"Dann ist alles möglich"

Auch David Otto und Taylan Duman betonten im gemeinsamen Interview bei "MagentaSport" den Glauben an die späte Wende. Otto erklärte, dass die Mannschaft selbst 20 Minuten vor Schluss noch überzeugt gewesen sei, zwei Tore erzielen zu können. Der Angreifer köpfte zum Ausgleich ein (71.), ehe Duman mit dem nach eigener Einschätzung ersten Kopfballtor seiner Karriere die Führung besorgte (86.). Kilian Jakob erhöhte auf 3:1 (89.). "Wir wollten es vielleicht ein Stück weit mehr als Verl", meinte Duman.

Otto, der bereits acht Saisontore erzielt hat, sieht seinen Erfolg eng mit Viktorias Spielweise verbunden: "Da profitiere ich unfassbar davon, wie wir jetzt spielen." Ursprünglich habe die Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen. Nun hält er bei weiterer Verbesserung sogar mehr für möglich: "Wenn wir das wirklich schaffen, dann ist alles möglich." Gleichzeitig warnte er vor Selbstzufriedenheit: "In dieser Liga kannst du dir mit gar nichts sicher sein."

"Die nächsten Punkte müssen wir aber jetzt erarbeiten"

In der anschließenden Pressekonferenz erklärte Wilhelm die Wende auch mit dem verbesserten Zugriff auf zweite Bälle. Seine Mannschaft habe nach der Pause eine Druckphase nicht nur erspielt, sondern durch mehr Aggressivität erzwungen. Die Treffer seien das Ergebnis von "absoluter Intensität und absolutem Willen" gewesen. Ein Sonderlob erhielten die Einwechselspieler. Besonders Niklas Jahn habe nach seiner Hereinnahme zur Pause überzeugt. Trotz der beiden Ausfälle konnte Viktoria damit personell nachlegen.

Den zweiten Tabellenplatz wollte Wilhelm allerdings nicht überbewerten. Entscheidend sei, die Leistungen Woche für Woche zu bestätigen und sich auch künftig nicht vom eigenen Fokus abbringen zu lassen. Am kommenden Samstag (14 Uhr) gastieren die Kölner bei der TSG Hoffenheim II – und könnten bei einem erneuten Patzer der Zebras dann sogar an die Tabellenspitze springen.

   

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