"Tut manchmal schon weh": Wittmann hadert mit Fan-Zuspruch
Starke 18 Punkte holte der FC Ingolstadt aus den bisherigen zehn Partien der Rückrunde und dürfte mit 40 Punkten bereits vorzeitig gerettet sein. Dennoch war der Fan-Zuspruch in den letzten Wochen gering, womit sich Trainerin Sabrina Wittmann unzufrieden zeigt.
Region "sehr kritisch mit uns"
Zwischen 2015 und 2017 hielt sich der FC Ingolstadt zwei Jahre lang in der Bundesliga – und spielte dabei fast immer vor ausverkauftem Haus. Über 14.600 Fans strömten im Schnitt zu den Partien. Auch nach dem Abstieg blieb der Zuschauerschnitt zunächst noch fünfstellig, hat sich inzwischen allerdings halbiert. Mittlerweile finden durchschnittlich nur noch 5.100 Fans den Weg in den Audi-Sportpark, beim Heimspiel gegen den SC Verl vor zwei Wochen waren sogar nur 2.810 Zuschauer dabei. So wenige wie noch nie im 2009 erbauten Stadion.
Dabei läuft es sportlich derzeit, entsprechend enttäuscht ist Trainerin Sabrina Wittmann über den geringen Zuspruch. Bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag sprach sie von einem "schwierigen Thema". Als gebürtige Ingolstädterin, die schon seit vielen Jahren im Verein ist, "tut das manchmal schon weh, wenn man das so sieht". Generell sei die Region "sehr kritisch mit uns", so Wittmann.
Lob für die Fanszene, Kritik an der Gegengerade
Sogar in der letzten Saison, als der FCI noch um den Aufstieg mitspielte, kamen Anfang Februar zum Topspiel gegen den 1. FC Saarbrücken trotz bestem Wetter nur 4.585 Fans. "Das ist natürlich ein bisschen ernüchternd", sagte Wittmann und betonte: "Wir können natürlich sagen, dass wir Schuld sind, aber wenn man sich die Entwicklung des Vereins anschaut, haben wir viele junge Spieler integriert, auf Konstanz gesetzt und auf unsere eigene DNA entwickelt."
Ausdrücklich nicht mit in ihre Kritik einschließen wollte die 34-Jährige die Fanszene hinter dem Tor, die sie stattdessen lobte: "Egal wie gut oder schlecht die Zeiten waren, die haben uns immer die Stange gehalten und uns auch immer gesagt, was ihnen nicht passt." Dem entgegen stünden einige Fans auf der Gegengerade: "Wenn, wie beim Heimspiel gegen Duisburg, als wir den Ball zweimal hin und her gepasst haben, die ganze Tribüne pfeift, entwickelt das schon ein bisschen was in mir, wo ich dann einfach sage: Das kann ich beeinflussen und ich versuche mich davon zu lösen." Beim Spiel gegen Alemannia Aachen am Samstag dürfte es nun wieder etwas voller werden im Stadion, zumal die Schwarz-Gelben rund 800 Fans mitbringen.
Entwicklung fand durchaus statt
Ob sich auch die FCI-Fans die Worte von Wittmann zu Herzen nehmen und im Endspurt wieder vermehrt ins Stadion kommen? Eine leichte Entwicklung der Zuschauerzahlen fand in den letzten Jahren aber schon statt, schließlich spielten die Oberbayern in der Saison 2006/07, als die Regionalliga Süd die dritthöchste Spielklasse war, im Schnitt vor lediglich 1.400 Zuschauern. Auch die 2. Liga lockte in der Saison 2008/09 durchschnittlich keine 6.000 Fans an, nach dem direkten Wiederabstieg waren in der 3. Liga dann nur noch 3.509 Fans dabei. Zuletzt hat sich der Schnitt bei rund 5.000 Fans eingependelt. Eine große Steigerung ist aber wohl nur im Aufstiegsfall zu erwarten.