"Treten auf wie die Enten": Frust beim FCS – Sorgen um Brünker

Sie nimmt allmählich bedrohliche Züge an, die Sieglos-Serie des 1. FC Saarbrücken. Nach dem 0:2 bei Viktoria Köln sind die Saarländer nun schon seit 14 Partien ohne Sieg und könnten am Samstag sogar unter den Strich rutschen. Einmal mehr ärgerten sich die Beteiligten im Nachgang über die Chancenverwertung, aber auch den schwachen Auftritt zu Beginn. Sorgen gibt es um Kai Brünker, der verletzt raus musste. 

"Richtig große Scheiße"

In der Nachspielzeit war Sebastian Vasiliadis nochmal frei durch und hatte nur noch Keeper Schulze vor sich. Doch anstatt zu schießen, legte er den Ball nochmal quer. An der Niederlage hätte ein Treffer in dieser Situation vermutlich nichts geändert, dennoch stand die Szene symbolisch für den Saarbrücker Chancenwucher an diesem Abend und generell in den vergangenen Spielen. Dass es der FCS wieder einmal nicht geschafft hatte, die Vielzahl der Möglichkeiten in Tore umzumünzen, bezeichnete Calogero Rizzuto bei "MagentaSport" als "richtig große Scheiße". Der 34-Jährige fühlte eine Leere und hatte keine Erklärung dafür, wie am Ende vorne die Null stehen konnte.

Allein in der zweiten Halbzeit erarbeitete sich der FCS vier ganz klare Chancen und traf einmal sogar den Pfosten. "Da muss nur ein Tor fallen, und dann wissen wir alle, wie es dann im Fußball ist. Aber im Endeffekt stehen wir wieder ohne irgendwas da. Wir haben wieder 1.000 Torchancen, und das ist einfach nervig. Da müssen wir uns irgendwie rauskämpfen, anders kann man es nicht sagen", sagte Rizzuto.

"War kein Profifußball"

Das Engagement konnte man den Blau-Schwarzen auch an diesem Abend wieder mal nicht absprechen – zumindest, was die letzten 65 Minuten angeht. Die Anfangsphase hingegen, in der auch die beiden Gegentore (5. / 22.) fielen, "haben wir komplett verpennt", hielt Rizzuto fest und fand klare Worte: "So kann man hier nicht auftreten, das war kein Profifußball. Wir müssen uns bei allen Anhängern, die mitgefahren sind, entschuldigen." Entsprechend musste sich die Mannschaft nach Spielende am Zaun auch einiges anhören, wobei die Reaktionen durchaus gemischt ausfielen: "Die eine Hälfte war so, die andere Hälfte so. Ich kann alles verstehen. Wenn ich Freitagabend irgendwo hinfahre und will meine Mannschaft sehen, und wir treten in den ersten 25 Minuten auf wie die Enten, dann bin ich natürlich sauer", zeigte der Verteidiger Verständnis.

"Aber ich glaube, die Fans haben trotzdem gesehen, was in uns steckt. Dass wir uns nicht aufgegeben und bis zur letzten Minute gefightet haben." Das soll auch die Marschroute für die nächsten Wochen sein. "Wir können jetzt nicht in Mitleid verfallen und sonst irgendwas. Wir müssen einfach da rauskommen", machte Rizzuto klar. "Da gibt es jetzt keinen Alleinkämpfer. Das ist ein gemeinschaftliches Ding."

Fällt Brünker länger aus?

Trainer Jürgen Luginger sprach trotz der Tatsache, "sehr niedergeschlagen" zu sein, ebenfalls davon, das Positive mitnehmen zu müssen. Zudem werde es darum gehen, die Köpfe der Spieler freizubekommen. Vor allem Zeitz und Rabihic standen in der Anfangsphase neben sich und mussten daher bereits nach 32 Minuten vom Platz. "Wir mussten einfach was ändern und haben auch taktisch ein bisschen umgestellt, damit wir kompakter stehen", begründete Luginger den frühen Doppelwechsel. Dass man mal einen schlechten Tag hat, müsse man den Spielern zwar zugestehen. "Aber wir können es uns nicht mehr leisten, in unserer Situation viele schlechte Tage zu haben." Denn sollten Aue und Aachen am Samstag gewinnen, würden die Blau-Schwarzen auf einen Abstiegsplatz abrutschen.

Und als wäre das nicht schon bedrohlich genug, könnte auch noch Stürmer Kai Brünker vorerst ausfallen. Der 31-Jährige musste kurz vor der Pause vom Platz, nachdem ihm Otto unglücklich auf den Fuß gefallen war. Minutenlang wurde der Angreifer anschließend behandelt und konnte den Platz nur von Betreuern gestützt verlassen. Eine genaue Diagnose steht noch aus, Luginger sprach aber von einer Sprunggelenksverletzung. Am Samstag soll Brünker geröntgt werden, "dann wissen wir, ob es was Größeres ist oder nicht. Wir hoffen natürlich, dass es nicht schlimmer ist". Auch Rizzuto war in Gedanken beim Stürmer: "Wir können es uns jetzt auch nicht erlauben, dass jemand so Wichtiges ausfällt." So oder so muss nächste Woche Samstag gegen den VfL Osnabrück aber unbedingt ein Sieg her.

   

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