Transfer-Streit um Okpala: Berater erhebt Vorwürfe gegen den SVW
Er hat für mächtig Wirbel gesorgt, der Wechsel von Mannheims Kennedy Okpala zum SC Paderborn. Während der Zweitligist den Transfer am Freitagmittag bereits offiziell vermeldet hatte, sieht der SVW den 21-Jährigen weiterhin als Teil seines Kaders an. Nun äußerte sich Berater Markus Peter – und erhebt Vorwürfe gegen den Waldhof.
"Waldhof ist Verpflichtungen nicht nachgekommen"
Überrascht hatte sich Waldhofs Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber am Freitag über die Vollzugsmeldung der Paderborner gezeigt. Doch wie Okpala-Berater Markus Peter gegenüber der "Rheinpfalz" sagt, sei der Waldhof seit Monaten darüber informiert gewesen, dass Okpala im Winter einen Wechsel anstrebe. "Sowohl Kenny als auch ich wurden mehrfach gebeten, dem Verein mitzuteilen, wenn die Entscheidung gefallen ist, die vertraglich verankerte Ausstiegsklausel im Winter zu aktivieren, damit man frühzeitig für Ersatz sorgen könne", sagt Peter. Die Gültigkeit der Klausel, wonach Okpala die Buwe für eine festgeschriebene Ablöse in Höhe von 550.000 Euro in der laufenden Transferperiode verlassen kann, sei zu keiner Zeit ansatzweise in Zweifel gezogen. "Sie ergibt sich nicht nur aus dem Wortlaut, sondern wurde auch von mehreren Teilnehmern an den Vertragsverhandlungen nochmals ausdrücklich bestätigt."
Ende November sei der Waldhof schließlich darüber informiert worden, dass Okpala den Verein im Winter verlassen werde. Sportrechtler Horst Kletke habe den Waldhof anschließend schriftlich aufgefordert, einerseits den Transfervertrag mit dem SCP zu unterzeichnen und andererseits das Arbeitsverhältnis mit Kenny zu beenden. Doch weil der SVW dem offenbar nicht nachgekommen war, folgte eine Abmahnung, die erforderlichen Erklärungen abzugeben. "Dies hat der Waldhof vertragswidrig nicht getan, so dass Kenny berechtigt und gezwungen war, darauf mit der fristlosen Kündigung zu reagieren, um seine vom Waldhof rechtswidrig vorenthaltenen Rechte zu wahren", sagt Peter und betont: "Wäre Waldhof Mannheim seinen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen, wäre die fristlose Kündigung niemals ausgesprochen worden."
Geht es vor das Arbeitsgericht?
Zuber hatte am Freitag angekündigt, die Kündigung rechtlich überprüfen lassen zu wollen. Durchaus möglich daher, dass die Angelegenheit in Kürze vor dem Arbeitsgericht verhandelt wird. Sollte die Kündigung dort als rechtmäßig eingestuft werden, wird Mannheim von der festgeschriebenen Ablöse in Höhe von 550.000 Euro keinen Cent sehen. Ein Horrorszenario für die Buwe, die finanziell seit Jahren am Tropf von Mäzen Bernd Beetz hängen und daher dringend auf zusätzliche Einnahmen wie Transfererlöse angewiesen sind.
Beim SC Paderborn, der Okpala am Freitag bereits mit ins Trainingslager in die Türkei genommen hat, gibt man sich indes entspannt und rechnet nicht mit Ungemach: "Wir haben unsere Dinge so geregelt, wie wir es eigentlich immer tun und auch dürfen", sagt Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange gegenüber dem "Westfalen Blatt". "Wir wollten den Spieler und haben über Monate daran gearbeitet. Er hat sich am Ende für uns entschieden und damit haben wir uns gegen viele, viele andere Vereine durchgesetzt. Aber eins ist auch klar: Am Ende darf der Spieler erst spielen, wenn die Spielgenehmigung da ist." Ob die DFL die Spielgenehmigung erteilen wird, bevor der Transferstreit beigelegt ist, scheint ungewiss.